Mord und Totschlag
Dass auch in einer harmlos wirkenden, kleinen, süßen Wohnungskatze ein fieses, garstiges Raubtier steckt, stellte heute unser Piet unter Beweis. Okay, mit Fliegen und anderem fliegenden Mini-Getier a la Nachtfalter hatte er sich schon öfters vergnügt. Aber ehrlich gesagt habe nicht mal ich als Vegetarier und alter Tierschützer vor diesen Insekten Respekt. Es sei dem Kleinen also verziehen. Heute am Morgen wagte er sich aber tatsächlich eine Klasse höher. Jetzt möchte man sich fragen, was man schon groß erlegen kann, wenn man eh nur in der Wohnung rum lümmelt und ab und zu einen Ausflug auf die Terrasse macht. Nun, offensichtlich gibt es doch den einen oder anderen Vogel, der doof genug ist, sich unserer räumlich so eingeschränkten Katze zu präsentieren. Nach dem Aufstehen gehe ich also in die Küche und sehe gerade, wie ein Vogel von der Terrassentüre aus ins Freie flattert. Ich dachte mir noch, wie der auch nur auf die Idee kommt, bei uns in die Küche fliegen zu wollen. Vermutlich wollte er seinen Kollegen retten, den unsere Katze inzwischen schon ins Wohnzimmer geschleppt hatte. Ich traute meinen Augen nicht, als der schwarze Mörder mit dem kleinen, süßen Piepmatz im Maul gemütlich auf dem Parkettboden herum stolzierte.
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