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Social Networking

31. Juli 2008, 42 Mal gelesen.
 

Ziemlich freaky beschäftigte ich mich heute mit weiteren Web 2.0-Anwendungen bzw. halbwegs aktuellen und interessanten Services. Zum einen entdeckte ich zufällig die Clipmarks, zum anderen sah ich mir Yakitame, Delicious und Disqus ein bisschen genauer an. Auf die Clipmark-Geschichte kam ich über die Firefox Addon-Empfehlungen – hab mir das Plugin sofort herunter geladen und das System mal ausprobiert. Ich muss sagen, das Ganze ist echt ziemlich cool. Damit erstellt man praktisch Bookmarks für einzelne Teile einer Webseite. Anstatt also auf eine dynamische Seite oder eine völlig mit überflüssigen Infos überladene Seite zu verlinken, wählt man nur den relevanten Absatz samt Medieninhalten aus und speichert diesen Teil auf der Anbieter-Plattform. Natürlich können diese Snippets dann auch per RSS-Feed abonniert werden. Dadurch ist es also möglich, auch Infos, für die kein RSS-Feed besteht, im Google Reader einzubinden und entsprechend zu empfehlen. Funktionieren tut das Ganze auf Knopfdruck bzw. Klick auf das entsprechende Symbol in der Firefox-Leiste – somit ist der Zeitaufwand also äußerst gering. Ich kann das Tool also jedem empfehlen, der ganz gezielte Information aufbewahren und mit anderen teilen möchte. Anstatt einen Link mit dem Hinweis “Lies mal da den dritten Absatz, den zweiten Satz” zu verschicken, speichert man einfach den relevanten Teil als Clip und gibt dann diesen frei. Fertig. Genau so macht es natürlich Sinn, solch spezifische Seitenteile für sich als Bookmarks zu speichern, die man dann auch problemlos in Delicious oder in einen RSS-Reader einbinden kann. Apropos: Delicious hat heute einen Schritt nach vor gemacht. Ehrlich gesagt empfand ich das System bisher als schlichtweg zu hässlich, um es wirklich einzusetzen. Daher warf ich mich auf Magnolia, wo das gleiche Konzept dahinter steckt, aber auch noch ein nett anzusehendes Design. Zudem kann man dort die Bookmarks bewerten, was schon ein großer Vorteil gegenüber Delicious ist. Andererseits ist letzteres Tool halt doch viel weiter verbreitet und bietet eine geniale Firefox-Integration. Und so richtig nutzerfreundlich ist eigentlich keines dieser Angebote. Nun hat zumindest Delicious einen Schritt in die richtige Richtung gemacht: nun gibt es nicht nur ein ansprechendes Design, sondern auch ein paar neue brauchbare Features. Ziemlich lausig hingegen ist die Tatsache, dass man keine Chance hat, mehrere Bookmarks gleichzeitig zu löschen. Da ich zuerst noch die ganzen Tags direkt in Firefox vergeben möchte und nicht nur in Delicious, hatte ich vor, alle Bookmarks zu löschen und später komplett getaggt wieder zu importieren. Doch keine Chance. Ich habe zwar das Batch Tagging-Tool eines externen Entwicklers ausprobiert, doch das hat leider nie funktioniert. Also blieb die einzige Möglichkeit, meinen Account zu löschen und neu anzulegen. Wenigstens das hat ganz prächtig funktioniert. Jetzt muss ich also mal meine ganzen Lesezeichen in Firefox durchwühlen, ausmisten und mit Stichworten versehen und anschließend alles online stellen.

Dank Jane’s e-learning Seite stieß ich dann auch auf die Webseite Yakitome. Ein Service, um geschriebenen Text in ein MP3-File umzuwandeln, um dann einen Podcast anbieten zu können. Na, für meine Seite so oder so nicht wirklich relevant, aber für gewisse Lerninhalte im kommenden Semester fände ich das ganz witzig. Ich kann mich noch gut an die ersten Tage der Text2Speech-Technologie erinnern. Damals in Wien hab ich das damals einzig zur Verfügung stehende Tool ein wenig getestet – wir kamen aus dem Lachen einfach nicht mehr raus. Derart skuril waren die Ergebnisse, die bei gewissen Eigennamen und Fremdwörtern sogar noch absurder wurden. Nun würde man meinen, hat sich in diesem Bereich in den letzten 10 Jahren einiges getan. Immerhin bietet ja auch Microsoft ähnliche Systeme zusammen mit Windows an, immerhin ist die Softwarelandschaft in diesem Bereich auch schon deutlich breitgefächerter geworden. Aber um ehrlich zu sein bin ich weiterhin ziemlich enttäuscht. Auf Yakitome läuft prinzipiell alles recht einfach. Man stellt zuerst ein paar Grundoptionen ein, gibt die Sprache an, verlinkt auf eine Webseite oder kopiert den Text direkt ins Eingabefeld und lässt dann eine der zwei wählbaren deutschen Stimmen werkeln. Die Ergebnisse werden direkt dort am Server gelagert und können in einer Art Bibliothek verwaltet werden. Das Drumherum stimmt also definitiv, nur das Innendrin lässt halt zu wünschen übrig. Seien wir uns ehrlich: Sprache ist einfach per se viel zu komplex, als dass ein dummer Computer den Inhalt korrekt intoniert abbilden könnte. So werden zwar Satzzeichen nicht wirklich ignoriert, die Betonung ist leider oft genug ziemlich daneben. Hat sicher aber der Hörer mal an die Vortragsweise gewöhnt, kann er dem Inhalt durchaus folgen. So ist ein von der PC-Stimme generierter Vortrag theoretisch schon sinnvoll einsetzbar. Das Problem liegt aber bei den speziellen Wörtern. Hat man in seinem deutschen Text englische Wörter integriert, kommt Mr. Stimme sofort massiv ins Schleudern. Ein T-Shirt wird schlichtweg zum Tee (das Getränk, nicht das Teil für den Golf-Abschlag)-Shirt, um nur mal ein ganz einfaches Beispiel zu bringen. Und so merkt man erst wieder mal, wie viele “englische” Worte man so standardmäßig nutzt. Okay – nun gibt es für solche Fälle natürlich in allen Softwarepaketen die Möglichkeit, die Aussprache für bestimmte Wörter selbst zu definieren. Hat man hier also mal eine Bibliothek mit allen kritischen Worten erstellt, wird der gesprochene Text immer brauchbarer. Auch hier ist es zwar nicht wirklich einfach, den Burschen genau das sagen zu lassen was man möchte, mit ein bisschen Rumprobieren klappt es aber zumindest annäherungsweise. Was der virtuelle Leser aber leider nicht herbringt ist das Umwandeln von Blog-spezifischen Ausdrücken. So wollte ich ihm klar machen, er soll aus einem *g* kein Stern-g-Stern machen, sondern einfach nur “grins” von sich geben. Leider ignoriert er diesen Eintrag aber völlig und bleibt bei seinen Sternchen. Das Gleiche gilt natürlich für alle lols und Smileys und was weiß ich alles. Bei normal geschriebenen Artikeln oder e-learning Content spielt dies aber natürlich kaum eine Rolle. Insofern kann das Tool in gewissen Bereichen also durchaus sinnvoll eingesetzt werden – give it a try.

Nun möchte ich noch kurz auf die verschiedenen Angebote zur Nachverfolgung von Kommentaren eingehen. Um eine Antwort auf einen Kommentar in einem Blog oder auf einer anderen Seite sofort mitzubekommen, gibt es ja mehrere Möglichkeiten. Auf einigen Blogs kann man die Kommentare per RSS abonnieren, auf manchen auch per Mail. Nun gibt es aber immer noch verschiedene Seiten, die keine Möglichkeiten anbieten, die Diskussion zu verfolgen. Und hier greifen verschiedene Services ein. Co.mments oder Co.Comment sind hier die bekanntesten Angebote. Ich habe sie und auch andere ausprobiert und bin ehrlich gesagt noch mit keiner Lösung wirklich zufrieden. Co.Comment hat dabei definitiv das größte Potenzial: neben einem sehr angenehmen Firefox-Plugin gibt es noch eine Reihe Features, die sich sehen lassen. Im Endeffekt handelt es sich hier um eine große Plattform, die zum Gedankenaustausch anregt. Kommentare können bewertet werden, Kommentare anderer Nutzer werden ebenfalls angezeigt, etc. Die Übersichtlichkeit ist eigentlich auch zufrieden stellend, allerdings hat das Tool ein großes Problem: auf manchen Seiten schlägt das Plugin einfach nicht an. Die Anzahl der Kommentare stimmt nicht, die Aktualisierungen funktionieren nicht und so weiter. Es ist also leider auch hier keine lückenlose Verfolgung der eigenen Diskussionen möglich. Schade. Bei meiner weiteren Recherche nach verwandten Tools stieß ich schließlich auf Disqus. Hierbei handelt es sich um ein ähnliches Konzept, das aber noch direkter am Blog ansetzt. Ich habe daraufhin glatt das Wordpress-Plugin installiert und nutze es derzeit auch. Was sind die Vorteile von Disqus gegenüber anderen Comment-Templates oder Plugins? Zuerst mal glänzt das Tool durch hervorragenden Look & Feel. Der Stil kann perfekt an die Seite angepasst werden, wodurch die Kommentarfunktion durchaus visuell aufgewertet wird. Dann bietet das Plugin sämtliche Möglichkeiten, die man sich so wünscht: Avatar-Support, Threaded Comments, Paged Comments, AJAX und Admin-Tools. Die Idee dahinter ist schließlich, seine Kommentare außerhalb des Blogs zu verwalten und somit mit anderen Nutzern des Tools zu teilen. Zudem werden sämtliche Features auch direkt durch das Plugin auf dem Blog selbst angeboten. So kann man durch einen Klick auf einen Kommentar die History des Kommentierenden ansehen. Möglicherweise hatte dieser auch auf anderen Blogs zu einem ähnlichen Thema etwas zu sagen, womit man auf ganz neue Infos und Ideen kommen kann. Massiv Social Networking also – allerdings leider auf Blogs beschränkt, die das Plugin installiert haben. Andere Kommentare werden nicht nachverfolgt. Was sind die Probleme des Systems? Ehrlich gesagt gefällt mir der Zugriff auf eine externe Javascript-Datei aus Performance-Gründen nicht besonders. Was auch fehlt ist die Möglichkeit, Gravatar.com, Plugins wie Snap-Avatar und derartige Features einzubauen. Nützlich wird die Sache ohnehin erst, wenn mehrere Blogs die Plattform nutzen. Denn Kommentare auf Blogs, die kein Disqus installiert haben, werden nicht in die Datenbank aufgenommen. Die Sinnhaftigkeit wächst also wie so oft mit der Anzahl der Nutzer. Seit der neuesten Plugin-Version werden nun fast alle wünschenswerten Features angeboten. So ist es nun möglich, sämtliche Kommentare auch innerhalb des Blogadmin-Bereich zu managen, weiters können alte Blogkommentare in das System importiert werden. Genauso werden nun die Kommentare sowohl in die Datenbank, als auch auf Disqus gespeichert. Herz, was willst du mehr. Ich weiß zumindest, was es weniger mag und das ist die unheimliche Schwergewichtigkeit des Plugins. Zusammen mit massenhaft sinnlos geladenen Bildern und dem scheiß Google Analytics, das zwanghalber mitgeladen wird, kommt man auf satte 100 KB! Dafür, dass die Jungs es auch nach 10 Anstößen noch immer nicht geschafft haben, ihr System endlich mal XHTML compliant zu programmieren, ist das dann doch ein zu krasser zusätzlicher Grund, Disqus doch wieder zu deaktivieren.

FriendfeedZu guter letzt noch ein paar Worte zu Friendfeed. Diese Plattform ermöglicht es (wie so einige andere, beispielsweise auch Swurl), sämtliche Aktivitäten auf diversen Plattformen unter eine Haube zu nehmen: egal ob man nun etwas auf Twitter stellt, einen Beitrag im Blog postet, mittels Disqus einen Kommentar abgibt, bei LastFM einen Song favorisiert oder auf goodreads ein neues Buch einträgt – alles kommt hier in einem ultimativen Feed zusammen. Dieser ganze Wahnsinn wird generell als Lifestream bezeichnet und ist auch in vielen anderen Formen und Farben zu finden. Zum einen gibt es ein deutsches Ebenbild, das auch einige deutsche Services implementiert, sich aber ansonsten nicht wirklich gegen das Vorbild behaupten kann. Deutlich vielversprechender ist hier allesdings die noch in der Betaphase befindliche Plattform lifestream.fm. Wenn man sich die Tour dort mal ansieht, kommt man ganz schön ins Staunen, welche Internetaktivitäten sich hier tracken lassen. Bin schon gespannt auf den Final Release, dieses Tool scheint jedenfalls extrem mächtig und im deutschsprachigen Raum durchaus sinnvoll zu sein. Im Übrigen gibt es ähnliche Ansätze auch als Plugin für den Blog. Als besonders komplex stellte sich hier das nicht umsonst als ComplexLife betiltete Plugin heraus. Irgendwie ist es ja schon kranker Scheiß, dass man sämtliche Aktivitäten auf einer Seite abbildet. Andererseits ist es schon auch für einen selber eine ganz gute Übersicht. Man weiß in etwa, wann man sich womit beschäftigt hat, wo man wieder mal hinschauen könnte, etc. Das Plugin funktioniert wunderbar, ist aber noch ein wenig unübersichtlich, gerade was LastFM anlangt. Vielleicht werde ich dem Entwickler mal ein paar Ideen zuflüstern. Bei Friendfeed ist das ja eine ähnliche Diskussion, was nun genau abgebildet werden soll. Dass derzeit nur als Favoriten gekennzeichnete Lieder aufgelistet werden macht dabei wohl ebenso wenig Sinn wie den kompletten Musikstream abzubilden. Aber beispielsweise eine stündliche Eintragung, wo klar definiert wird, welcher Interpret seit dem letzten Mal am häufigsten zum Zug kam – sowas wär doch cool und brauchbar. Nun, über Friendfeed bin ich dann auch auf die Buchplattform Goodreads gestoßen. Ich wusste im Prinzip von solchen Services und kenne beispielsweise Lovelybooks, was aber glaub ich soweit noch nicht so der Hammer ist. Zudem muss ich ja ganz ehrlich sein: meine Büchersammlung ist lächerlich ;) Im Endeffekt besteht sie aus ein paar Büchern der Reihe Lemmony Snicket, der Herr der Ringe-Trilogie, 15 Pokerbüchern, 10 Maya-Fachbüchern und einigem alten Schund sowie ein paar coolen Audiobooks. Aber gerade drum bin ich durchaus gewillt, die Plattform mal anzutesten. Die Möglichkeit, noch mehr Bewertungen und Rezensionen als bei Amazon zu haben, besteht mal zumindest theoretisch. Weiters bieten diese Plattformen noch einige andere interessante Optionen. Ich habe nun jedenfalls mal damit begonnen, meine bescheidene Sammlung einzutragen und werde wohl eh in der nächsten Zeit bereits auf meiner eigenen Büchersammlungsseite einige Reviews veröffentlicht haben.

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