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Angebot von Bien Zenker

29. Januar 2010, 89 Mal gelesen.
 

Heute ging es direkt nach der Arbeit zum Musterhaus von Zenker. Vor etwas mehr als zwei Wochen hatten wir ja das ziemlich ausgedehnte Beratungsgespräch, heute wurde uns schließlich das Angebot unterbreitet. Immerhin zwei Stunden saßen wir über den Angeboten, wobei natürlich weiterhin noch einige Fragen offen sind ;) Im Großen und Ganzen war das Angebot durchaus beeindruckend. Wir haben nämlich nicht nur eine Auflistung sämtlicher Positionen erhalten, sondern gleich auch professionell ausgearbeitete Pläne. Ursprünglich hatten wir die Befürchtung, dass wir für die Planung was zahlen müssen, allerdings scheint das einfach zum Service zu gehören. Nicht schlecht. Im Prinzip handelte es sich dabei um eine etwas detailliertere Ausarbeitung meiner Pläne von einem Ingenieur, wobei hier auch der bisher immer stiefmütterlich behandelte Keller mit geplant war und vor allem auch Ansichten von Außen geboten wurden. Sowas ist ja mit meinem Planungstool SweetHome3D leider nur auf sehr komplizierte Weise möglich, aber letztlich doch eine ziemlich relevante Sache. Natürlich hatte ich bei meinen Plänen bereits darauf geachtet, dass die Fenster in den verschiedenen Stockwerken halbwegs aufeinander abgestimmt sind, so eine Seitenansicht gibt dann aber doch noch etwas mehr her. Auch Details wie die Führung der Lüftungsleitungen aus dem Keller in das Obergeschoß fanden Platz in den Plänen, wodurch wir hier also einen weiteren Mehrwert zu verzeichnen haben. Soweit, so gut.

ZenkerangebotZwei Dinge haben mich dann aber doch besonders gestört. Zum einen wurden die Ideen, die wir damals vor Ort besprochen hatten, nicht in die Pläne eingearbeitet. Das heißt, wir haben letztlich nur einen halb brauchbaren Plan, da gerade die Südseite überhaupt nicht unseren Vorstellungen entspricht und viel zu wenige Fenster hat. Zum anderen wurde unser Wunsch eines Passivhause doch ziemlich unter den Teppich gekehrt. Es hieß zwar, dass es kein Problem wäre, den Ziegel in der derzeit geplanten Klimawand durch eine Dämmschicht zu ersetzen, damit die Wände einen U-Wert von 0,10 statt 0,13 haben, aber so ganz klar ist es nicht, ob das dann wirklich das Gleiche kostet. Es wird auch generell nichts zu den Dämmwerten ausgewiesen, wir haben also keine Ahnung, wie gut die Dämmung im Dachbereich ist und ob es sich bei Fenstern mit Ug 0,5 auch wirklich um Passivhausfenster handelt. Ein bisschen habe ich nämlich schon das Gefühl, dass Zenker in diesem Bereich nicht wirklich Erfahrung hat, was natürlich eher mau wäre. Leider wurden auch Wünsche wie Holz-Alu-Fenster nicht ins Angebot genommen. Wir müssen also wieder einige Positionen wie Materialaufpreis, zusätzliche Fenster, etc. selbst hinzurechnen. Standardmäßig bietet Zenker übrigens einen Trockenestrich an. In der Leistungsbeschreibung heißt es, dass für einen Aufpreis auch Betonestrich möglich ist, laut Berater kostet beides aber ohnehin gleich viel. Naja, also rein vom Schallschutz her kommt ohnehin nur ein ordentlicher schwimmender Estrich in Frage. Auch die standardmäßige Tapezierung empfinde ich als ziemlich popelig, ich meine, wer knallt sich schon das Haus mit Tapeten voll? Ohnehin denke ich aber, dass gerade die Malerarbeiten sowie Bodenlegen von uns selbst gemanagt werden sollten. Spachteln lassen wir einen lokalen Malermeister, anstreichen tun wir vielleicht selbst und beim Boden habe ich Beziehungen. Noch nicht mitkalkuliert ist leider auch die Zusatzbeplankung. Standardmäßig gibt es bei Zenker nämlich nur eine einzelne Gipskartonplatte, die zwar 18mm dick, aber trotzdem viel zu mopsig ist. Hier muss also auf jeden Fall noch eine Schicht Fermacell bzw. evtl. gleich die Lehmplatte her. Selbes gilt wohl auch für die Innenwände. Im Übrigen eine nicht irrelevante Sache, die meist recht stiefmütterlich behandelt wird. Klar, bezüglich Wärmeverlust muss man sich hier keine Sorgen machen, aber von der Akustik her möchte ich eigentlich schon ordentliche Trennwände. Hier allerdings gibt es zumindest die Möglichkeit, den Vitalziegel, vielleicht sogar auch einen vernünftigeren 10cm-Ziegel einbauen zu lassen. Somit hätte Zenker hier sogar möglicherweise trotz der geringen Wandstärke von 14 Zentimeter die Nase vorne. Natürlich kostet der Spaß auch was, nämlich 50 Euro pro Quadratmeter. Da müsste man sich also auch mal über Alternativen informieren.

Nun aber zurück zu den positiven Aspekten des Angebots: der Gesamtpreis liegt im Prinzip auf dem Niveau von Wolf, allerdings habe ich das Gefühl, dass hier bei Zenker wirklich alle Ausgaben gelistet sind. So sind auch sämtliche Erdarbeiten samt Hinterfüllung und Anschlussgrabungen, Zusammenschließen der Leitungen, Frostkoffer im Einfahrts- und Terrassenbereich und noch einiges mehr mit einberechnet. Und bei Wolf wurde das alles nicht mit berechnet. Tendenziell wohl ach deshalb, weil solche Dinge die Hersteller selbst gar nicht anbieten. Das sind also alles Leistungen, die eine Firma vor Ort übernehmen muss. Die Situation bei Zenker habe ich zwar noch nicht ganz verstanden, ich vermute aber, dass hier in Vorarlberg Golob Immobilien Partner von Zenker ist und diese Zusatzleistungen eigenständig verhandelt und managt. Klar ist hier eine entsprechende Provision mit einkalkuliert, aber unter Umständen wär’s uns das schon wert. Ein klarer Vorteil von Zenker darf übrigens nicht vergessen werden: hier könnten wir das Haus komplett frei planen, also auch quadratisch anlegen, während man bei Wolf eine Hausseite auf 8,4 Meter fixiert hat. Die quadratische Auslegung hat meiner Meinung nach schon ein paar Vorteile, gerade weil bei uns die Ausrichtung des Hauses ein kleines Problem ist. Zum einen sollten natürlich auch in den Süden ordentlich viele Fenster hin, zum anderen wird die Terrasse aber wohl in den Westen kommen, da wir hier ein ordentlich großes Stück Wiese haben. Die Hauptfront müsste also in diese Richtung zeigen, was aber energie- und lichttechnisch nicht optimal sein könnte. Bei einem quadratischen Grundriss gäbe es das Problem nicht, weil ja alle Seiten gleich groß sind und so auch Küche und Wohnbereich etwas optimaler platziert werden könnten. Auf der anderen Seite käme man mit dem rechteckigen Grundriss sicher auch irgendwie klar ;) Im Übrigen scheint nun effektiv und definitiv klar zu sein: ein Erker, in welcher Ausführung auch immer, kommt nicht in Frage. Auch bei Zenker würde ein etwa 5-6m2 großer Erker satte 15.000 Euro kosten, was natürlich in keiner Relation zum Nutzen steht. Auch wenn’s den Raum va. optisch vergrößert und die Fassade auflockern würde, kann man das Geld deutlich sinnvoller investieren. Selbst die komplette Verlängerung einer Hauswand käme billiger und hätte ja sogar im Obergeschoß einen entsprechenden Sinn – im Gegensatz zu einem Balkon, der doch tendenziell nur einen visuellen Effekt hätte.

Alles in allem ist das Angebot auf jeden Fall recht fair. Ich muss jetzt mal mit Wolf abklären, welche Kosten dort noch auf uns zukämen, gerade bei den Erdarbeiten und anderen Feinheiten bin ich mir unsicher. Auf alle Fälle haben wir wieder einiges dazu gelernt, va. habe ich das Gefühl, mal wirklich alle möglichen Kosten im Überblick zu haben. Auch der zeitliche Ablauf eines solchen Bauprojekts ist nun ziemlich detailliert besprochen. Auch bezüglich Heizung und Warmwasser wurde eine neue Möglichkeit angesprochen. Die klingt anfangs mal ganz cool, aber das müssen wir noch checken, wie sinnvoll das wirklich ist.

Vor Jahr und Tag..

 
 

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