Hochzeit von Hannes
Nach meinem vormittaglichen Homeofficing kamen Andi und Birgitta noch schnell auf einen kurzen Caipi auf unserer Terrasse vorbei. Wir fuhren dann zu Kirche St. Corneli, wo wir so ziemlich pünktlich eintrafen. Die Trauung war ganz schon, wobei’s der Pfarrer mit dem religiösen Zeug schon ein bisschen übertrieben hat. Bizarr fand ich die Situation, wie das Brautpaar vor ihm niederkniet und er mit ausgebreiteten Armen irgendwas daher betet. Schräg, aber bitte. Etwas peinlich war dann ich: Das Handy klingelt! Ahhh, und dann auch noch Riki natürlich, also Happy Tree Friends-Alarm! Der Zeitpunkt war jetzt auch nicht so günstig, immerhin brach der Pfarrer grad das “Lamm Gottes”. Uuuuups. Flüchtete dann bei der Kommunion gleich raus. War echt peinlich, dabei hatte ich explizit das Profil auf “leise Umgebung” gestellt, was dann aber wohl nicht das richtige war. Zudem hatte ich anfangs eh keinen Empfang, also hab ich mir keine großen Sorgen gemacht. Naja, wie auch immer – Riki kam grad von der Arbeit zurück und so war klar, dass sie erst zum Hotel kommen wird. Nach der Messe war dann klassischerweise Gratulation angesagt, danach Agape. Wir ham auch massig Ballons in die Luft geschickt. Hat sehr putzig ausgesehen.
Rechtzeitig vor dem großen Regenschauer dann die Flucht zum Hotel Montfort. René und ich holten noch Riki ab und trudelten dann gegen 18:00 im Hotel ein. Der Saal war sehr schön hergerichtet, dominiert von den Farben braun und einigen Sonnenblumen. Als Namenskärtchen gab’s zerbrochene Steinplatten mit schwarzer Schrift, hat voll cool ausgesehen. Es gab dann eh gleich mal italienisches Antipasti-Buffet im Vorzelt. Das war echt sensationell: Neben den für mich weniger interessanten Schinkenmelonen, Lachs und Carpacio-Sachen waren ganze Tablette voll mit Zucchini, Melanzani, getrockneten Tomaten, Pilzen und Artischocken. Dazu ein paar Oliven und Parmesan. So vorzüglich, dass ich natürlich gleich zwei Mal gehen musste. Die Hauptspeise hatte natürlich keine Chance dagegen, war aber auch ganz okay. Das spitzenmäßige Kuchenbuffet gab es Gott sei Dank eh erst später
Bis dorthin wurde mal ein bisschen getanzt, wie sich’s gehört. Die Musik war sehr modern eingestellt, nur bekannte Lieder. Ab und zu hätte schon ein volkstümlicherer Sound nicht geschadet find ich, aber alles in allem waren die zwei echt supi. Unterbrochen wurde das Tanzen durch ein paar Showeinlagen. Äußerst lustig war ein kleines Schauspiel der Lehrer über die Zeit, wo sich Hannes und Moni kennengelernt hatten. Echt extrem cremig, obwohl wir natürlich einige Insider-Scherzle nicht wirklich kapierten. So gegen halb zwölf kam dann unsere Einlage dran. Ich hab wie abgemacht moderiert, Andi hat Fotos gemacht, René steckte den Verlierern ihre Aufgabe zu, Riki klebte die Fotos ein und die anderen waren Kontrollorgane. Hat dann eigentlich sehr gut funktioniert, auch wenn eh nicht alle zugehört haben und mitmachten. Aber die MitspielerInnen waren alle sehr engagiert, so war’s doch ganz lustig. Das Brautpaar hatte jedenfalls viel Spaß und hat sich dann auch über den Kalender ordentlich gefreut.
Noch ein bisschen ausführlicher zu unserem Spiel: Wir ermittelten zuerst also mit zwei Regenschirmen ein paar Freiwillige. Dabei kam eh schon gleich Hannes’ Brüder heraus und ein paar andere Jungs gesellten sich auch unaufgefordert dazu. Wir ließen den Schirm dann also nur von Frau zu Frau weiterreichen. Ua. erwischte es auch die Schwiegermutter von Hannes. Shit, davor hatten wir eigentlich Schiss, weil sie dann ja zum Tanz aufgefordert werden sollte
Andi hat ihr das wohl zugeflüstert und sie verließ dann plötzlich das Spiel. Warum sie nicht einfach offiziell ausschied, hab ich nicht ganz kapiert. Mussten dann einen männlichen Ersatz suchen, egal. Waren mal alle Leute heraußen, ließ die Band eine CD laufen. Beim Stoppen der Musik ham sich beinhart alle gleich hingesessen, obwohl ich vorher klar gesagt habe, man muss noch eine Aufgabe erfüllen. Hat dann so 4 Mal gebraucht, bis es auch der Letzte kapiert hat
Die Aufgaben waren teilweise schon ganz happig. Gerade Krawatten hat es nur ganz knapp genug gegeben. Das Organisieren von Führerscheinen hab ich kurzerhand durch das Holen von Namensschildern mit dem Anfangsbuchstaben “M” ersetzt, fand ich deutlich lustiger. Kleine Schwierigkeiten dann bei den Schuhen. Links und rechts verwechseln da doch die meisten, ham halt nicht so ganz den Ärzteblick. Sensationell lustig war das Haare-Ausreißen beim Brautpaar. Alle stürmen drauf los und ham grad bei Hannes Kurzhaarfrisur höllisch Probleme *g* Der Tanz mit den “Schwiegereltern” wurde dann auch etwas vereitelt, da Papa Lisch sich lieber an der Bar vergnügte. Unlösbar war dann auch das Kondom-Problem. Ein einziges wurde gefunden, so musste sich ein Mädel freiwillig zum Ausscheiden melden. Auch das Bauchpiercing war wie erwartet nicht so einfach. Wir hatten ja im Vorfeld schon spekuliert, wer eines haben könnte. Martin hat auch tatsächlich richtig getippt
Da’s eben nicht so easy war ließ ich auch Tatoos zu, das ging dann einfacher. BH haben hingegen beide Finalkandidaten blitzschnell organisiert, eine war halt schneller als die andere
Anschließend gab es noch ne fein scharfe Suppe – juhu, kein Gulasch-Bullshit, sondern ne saubere Minestrone. Schließlich tendierten wir eher zur Bar, wo wir ein, zwei Wodka-Lemon zu uns nahmen. Vor der letzten Einlage pflanzten wir uns sogar kurz ins Freie. Irgendwie war’s jedoch schon schade, dass es sich so verlaufen hat. Waren doch immer viele an der Bar, so musste man auch jedes Mal wieder die Leute hinein schieben und so. Zuletzt musste das Brautpaar noch “Marmor, Stein und Eisen bricht” singen, mit verändertem Text natürlich. War noch ziemlich genial, weil so die Stimmung echt nochmals angeheizt wurde. Beim Refrain haben doch alle mitgegrölt und so war dann auch danach auf der Tanzfläche einiges los. Riki und ich fuhren dann dennoch gemeinsam mit dem Taxi kurz nach 1:00 heim und fielen ziemlich müde ins Bett.
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