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Gateway Kickoff

28. Januar 2010, 52 Mal gelesen.
 

Heute Nachmittag fand im Junker Jonas Schlössle in Götzis das Kickoff-Event von Jonnys Gateway-Projekt statt. Ich sehe mich ja nicht wirklich als Zielpublikum der ganzen Sache, besuchte die Veranstaltung aber aus einem anderen Grund. Im Mai steht an der FH ja wieder der uDay auf dem Programm. Dieses Jahr habe ich die Ehre, das Ganze zu organisieren. Tja, das letzte Mal ist ja auch schon fünf Jahre her. Damals war die Organisation ein echter Horror und ich habe mir geschworen, das nie mehr so zu machen. Zum einen war ich einfach unfähig, gewisse Dinge zu delegieren, zum anderen klappten die internen Prozesse nur bedingt. Zumindest letzteres hat sich inzwischen massiv gebessert. Außerdem werden wir uns diesmal nur mit einem kleinen Vortrag einbringen und nicht wie damals mit der Ausstellung des gesamten VR-Equipments. Heuer ist die Sache also überschaubarer. Aufwändig ist halt die ganze Kommunikation im Vorfeld und hier auch besonders der 3D-Wettbewerb, der heuer hoffentlich wieder richtig rockt. Die zu erwartenden wissenschaftlichen Vorträge tendieren diesmal stark in Richtung Mediendidaktik und –pädagogik. Und genau hier liegt der Anknüpfungspunkt zum Gateway-Projekt. Dort geht es primär darum, die digitale Kluft zwischen den Generationen zu verringern, den Erwachsenen die Faszination an Neuen Medien näher zu bringen, etc. Sprich, unser Vortragsprogramm könnte auch für das Zielpublikum der Supro interessant sein, weshalb wir kurzerhand das Projekt in das uDay-Programm integriert haben.

GatewayDas heutige Event war auf jeden Fall ganz interessant und abwechslungsreich. Die etwa 100 Teilnehmenden aus den Bereichen Pädagogik, Jugendbetreuung, etc. wurden auf verschiedene Slots aufgeteilt, sodass man teilweise in richtig kleinen Gruppen unterwegs war. Los ging es mit zwei etwa einstündigen Impulsvorträgen. Der erste war schon recht gut, fokussierte aber vielleicht ein bisschen zu sehr auf Erziehung im Allgemeinen. Die Message war so in etwa, dass es wichtig ist, auch Alternativen zu Neuen Medien zu bieten, sich also von Beginn an intensiv mit den Kindern zu beschäftigen. Die Worte richteten sich eigentlich schon primär an Eltern mit kleineren Kindern. Etwas konkreter ging es dann im zweiten Vortrag zum Thema Computerspiele zu. Der Vortragende ging insbesondere auf die positiven Aspekte von Games sowie die aktuellen Killerspiel-Diskussionen ein. Die Essenz war letztlich, dass schlicht und einfach das Selbstvertrauen, die soziale Einbettung, usw. entscheidend dafür sind, ob sich Videospiele negativ auswirken oder nicht. Im Endeffekt trifft es das wohl ziemlich auf den Punkt. Spiele können vielleicht bestimmte aggressive Verhaltensweisen triggern, aber nur, wenn diese ohnehin vorhanden sind. Nun ja, wenn man sich mal so umschaut, was für kranke Spiele es eigentlich gibt, ist natürlich die Einhaltung der Altersbegrenzung schon recht sinnvoll. Nur ist das ja an und für sich als Erziehungsberechtigter gar nicht kontrollierbar, da man ja nicht nur zuhause Spiele zocken kann. Durchaus bedenklich sind auch frei zugängliche Browserspiele, die Gewalt per se verharmlosen. Ich erinnere mich hier an jenes Flashspiel, in dem man eine menschliche Gliederpuppe quälen kann bzw. muss. Hatten wir uns damals zu Schulzeiten noch mit Pixelmonstern in Doom duelliert, schießt man heutzutage realistisch wirkenden Menschen die Kugel zwischen die Augen. Das ist definitiv ein anderes Level und für Erwachsene gewiss nicht leicht, die Faszination darin nachzuvollziehen.

Nach den Vorträgen ging’s zur Praxis über. Unsere kleine Fünfergruppe machte sich zuerst auf den Weg zu den Spielekonsolen. Auf der PS3 lief Motorstorm und auf der Wii zuerst mal Tennis. Interessant war hier zu beobachten, dass Neulinge mit der Steuerung dort doch ihre Probleme haben. Das Zielen auf den Monitor ist dabei ebenso wenig trivial wie das Drücken des richtigen Buttons ;) Beim Tennis selbst gingen dann auch so einige Schläge daneben. Nach drei Sätzen legten wir noch die Ravin Rabbids ein. Leider erwischte ich hier per Zufall ein ziemlich bescheuertes Mini-Game, das nicht wirklich Spaß machte, sondern eher nervte. Weiter ging es dann mit einer kurzen Vorstellung zu World of WarCraft, die von einem ehemaligen Suchtspieler und daher sehr authentisch und detailliert durchgeführt wurde. Von WoW habe ich ja auch immer nur gehört und gelesen, was so richtig dahinter steckt ist mir ja immer noch nicht klar ;) Wir nutzten die zwanzig Minuten aber intensiv, um die Profis mit Fragen zu löchern – dadurch habe ich zumindest ein bisschen mehr Plan von dem Spiel. Zu guter Letzt konnten wir noch eine Runde Counterstrike im Netzwerk spielen. Ich finde es ja witzig, dass dieses Uraltspiel immer noch so dermaßen “in” ist. Die Grafik ist ja wirklich zum Heulen, Texturen pixeln einem ins Gesicht und Details verschwinden im Wüstensand. Das Spielgefühl ist aber schon ganz ordentlich. So richtig der Chef war ich in dem Spiel ja nie, aber ein paar Mal hatten wir es gerade zu FH-Zeiten doch gespielt. Lustig war, dass eigentlich alle Teilnehmer sofort mit der Steuerung klar kamen und eine ziemlich gute Figur beim Abknallen machten. Eine klar bessere als beim Wii-Tennis.

Am Ende des Tages stand für mich noch eine Einführung in Social Networks statt, respektive Facebook. Da ich das Tool ja jetzt auch schon einige Zeit aktiv nutze, hatte ich anfangs die Befürchtung, mich hier langweilen zu müssen. Neue Infos oder Tipps habe ich tatsächlich keine bekommen, dafür waren die Diskussionen und Fragen recht spannend. Natürlich wurde hier insbesondere das Thema Datenschutz thematisiert, aber ein bisschen ging es schon auch um den Nutzen und Vorteilen von solchen Netzwerken. Auf jeden Fall interessant, welche Fragen bei den Teilnehmern aufkamen. Nach der einstündigen angeregten Diskussion wartete dann noch ein kleines Brötchenbuffet auf uns. Ich nutzte hier nicht nur die Chance, mich voll zu stopfen, sondern auch noch mit dem Computerspiele-Vortragenden zu plaudern. Er beschäftigt sich offensichtlich auch mit Serious Games, was das Gespräch gleich noch interessanter machte. Alles in allem war es ein sehr abwechslungsreicher und von Anfang bis Ende gelungener Tag (congratz, Jonny ;) ). Etwas unschlüssig bin ich mir noch, ob dieses Zielpublikum dann auch zum uDay passt. Heute wurde das Thema Neue Medien doch sehr praktisch angegangen und der Fokus lag auf der Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Auf unserer Tagung geht es hingegen definitiv wissenschaftlicher zu und Thema ist mehr die Hochschuldidaktik. Aber wir werden sehen ;)

Vor Jahr und Tag..

 
 

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