Batman
Ich werkelte heute weiter an meinen e-Learning Videos. Das Ganze nimmt irgendwie doch erschreckend viel Zeit in Anspruch. Ich hoffe, meine zukünftigen Videos kann ich mit der Zeit ein bisschen schneller erstellen, denn sonst muss die Sache doch hinterfragt werden. Ich muss mir ohnehin noch überlegen, was ich noch alles in diesem Stil umsetzen möchte und sollte. Es wäre möglicherweise geschickter, ein paar Sachen aufzuzeichnen, die man im Unterricht nicht durchgehen kann. Sei es, weil zu viel Zeit drauf ginge, sei es weil die meisten damit überfordert wären. Da wäre es doch ein gutes Angebot, für die wirklich Interessierten ganz konkrete Hilfestellung in Form eines ordentlichen Tutorials zu liefern. Gerade wenn man die Inhalte nicht gemeinsam durchmacht, sind meine Ausführungen in den schriftlichen Tutorials wohl doch ein bisschen zu dürftig. Ich hätte da ja einiges Material, das über die Seminareinheiten hinaus geht, weil ich ja bereits zwei verschiedene TLVs gehalten hatte. Bei der einen behandelte im Prinzip die Basics, die wir auch im Rahmen der kommenden 8 Seminare durchgehen werden. In der zweiten TLV aber ging ich dann doch einen Schritt weiter und so existieren auch schon ganz brauchbare Unterlagen zum Thema UV-Mapping und Character-Rigging. Irgendwie denke ich ein bisschen mit Wehmut an diese Unterrichtsreihen zurück. Und mit einem dicken Grinser. Die allererste Einheit der TLV war ja die reinste Katastrophe. Es ging so ziemlich alles schief, was man sich so für die erste eigene Lehreinheit wünschen möchte
Das Drama hat natürlich mal mit dem Beamer begonnen. Damals waren noch keine fixen Beamer installiert und so musste ich meinen eigenen an den Dozentenrechner anschließen, was schlichtweg nicht hinhauen wollte. Ich hampelte wie ein Wahnsinniger in der Gegend rum, rannte zurück ins Labor, um neue Kabel zu holen, den Beamer auszutauschen und so weiter. Genützt hat dann eh nur ein Neustart des Rechners, zu dem mir dann nach ner Stunde ein IS-Mitarbeiter verholfen hat. Als ich danach mal meine DVD der Diplomarbeit vorführte, ist mir diese auch gnadenlos hängen geblieben. Die Technik war also definitiv nicht mein Freund und ich schämte mich echt in Grund und Boden. Die Studenten nahmen das aber eher locker wie ich hinterher feststellen durfte, also alles halb so wild. Immerhin hatten sich beinhart alle Studenten, die an der FH blieben für die Fortsetzung angemeldet (mit einer einzigen Ausnahme). Dort überforderte ich dann aber doch die meisten. Die ganze Character-Geschichte ist halt schon ziemlich hart. Bis ich mal UV-Maps kapiert hatte, brauchte es schließlich auch seine Zeit und das Skinning ist weiterhin eine einzige Katastrophe in Maya. Ich hoffe, dass sich hier im neuen Release mal was tun wird. Naja, dann hätte ich eigentlich noch eine weitere TLV abgehalten, ganz speziell zum Thema Character Animation. Diese lief eigentlich ganz gut, muss ich sagen, wobei ich hierzu kaum Unterlagen erstellt hatte. Werde also bald mal mein ganzes Zeugs durchforsten und optimieren. Auch die pdfs muss ich ja ohnehin updaten, weil sich seit der letzten Maya-Version ja doch einiges getan hat. Letztes Jahr bekam ich ja schon schmerzlich zu spüren, dass sich einige Menüpunkte komplett geändert hatten. Ist dann peinlich, wenn in den Tutorials Dinge stehen, die es so nicht mehr gibt.
Um 18:00 Uhr fuhr ich dann mit dem Bus nach Hohenems und lief dort vom Bahnhof zum Cineplexx. Ich holte gleich die Karten für Claudia, Tobster, Hanna und Bernd bei der Kassa ab. Filipe wollte ursprünglich auch mitkommen, schaftte es aber leider nicht mehr. Ich setzte mich dann raus und orderte einen Weißwein mit Mango. Ja, heutzutage ist es einfach in, alles mit Mango zu mischen und das ist eigentlich auch gut so. Ich liebe Mango und so war auch dieses Getränk ganz lecker, wenn auch recht überteuert. Claudia tauchte dann eh bald auf und bestellte sich das gleiche Getränk. Wir genossen noch eine Weile die Sonne, ehe wir dann rein ins Kohldampf wechselten. Der Hunger war inzwischen doch zu stark und so orderte ich eine ordentliche Portion Thai-Nudeln, die auch durchaus zu empfehlen sind. Die Stunde bis zum Filmstart plauderten wir dann ua. über Thailand und Malaysia. Das Lustige an der Sache: während ich so erzählte, dass ich in Kuala Lumpur jemanden kenne, hakte sie nach, wie diese Person heißt. Ich erzählte ihr von Kerstin, die mit uns ins Gymi gegangen ist und nun eben für ein paar Jahre dorthin gezogen ist.Schließlich stellte sich heraus, dass Claudias Cousine vor kurzem für zwei Wochen bei Kerstin auf Besuch war *lach* Wie klein die Welt doch wieder mal ist. Bei uns war die Sache aber nur der Auslöser, darüber nachzudenken. Vermutlich werden wir die zwei Exil-Vorarlberger ohnehin nur kurz besuchen, wenn sich’s überhaupt ausgeht. Sollte definitiv mal Conny anlabern, die ja vor nicht allzu langer Zeit auch dort war.
Um acht kamen dann unsere anderen Kino-Kollegas und wir stürmten mal den digitalen Kinosaal. Interessanterweise lief dort gar keine Werbung, sondern es waren bereits die Trailer im Gange. Und auch da wurde nicht besonders lange gefackelt, bis der Hauptfilm loslegte: Batman, the dark Knight. Nun, mit Batman ist es ja so eine Sache. Ich hatte als Kind die Comics richtig geliebt. Superman fand ich immer scheiße, aber Batman war einer dieser Superhelden, der einfach was hatte. Düster, mystisch, cool. Ganz im Gegensatz zur Comicvorlage dann die Serie aus den 60ern: bunt, dumm, zum Totlachen. Keine Frage, Batman rulez the world. Egal, ob als düsterer Comic oder als völlig absurde knallige Fernsehserie, die an Grottigkeit kaum zu überbieten war. Dann die Filme. Mit denen hatte ich ehrlich gesagt so meine Probleme. Gerade die ersten beiden hatten mir nie wirklich zugesagt, einzig Batman forever war irgendwie cool. Knallig bunt, actionreicht aber wieder weit entfernt von der Comicvorlage präsentierte sich dann der vierte Kinofilm, Batman & Robin. Alleine wegen Schwarzenegger, den genialen visuellen Effekten und dem fetten Sound fuhr ich auf die DVD schon ein wenig ab, muss ich gestehen. Mit Batman begins wurde dann aber wohl eine neue Ära eingeleitet. Ich habe zwar leider nur Ausschnitte gesehen, jedoch wurde hier recht schnell klar, dass es wieder düster und hart wurde. Und hier knüpft The Dark Knight wunderbar an. Nichts ist mehr geblieben vom Dilettantismus der Serie, von verrückten, bunten Effekten mancher Vorgängerfilme. Der neue Batman ist vorallem eins (bzw. drei *g*): düster, effektvoll, spannend. Wenn ich was auszusetzen habe, dann ist es hauptsächlich die übertriebene Länge des Films. Ich mag einfach keine Überlänge, egal, wie toll ein Streifen auch ist. Aber sonst konnte der sechste Kinofilm von Anfang bis Ende überzeugen. Ein klein wenig quer kam mir noch Mr. Two-Faced. Dieser plötzliche Wandel von gut zu böse war doch zu krass, zu schnell, zu Klischee-behaftet und stank auch visuell nach Effekthascherei. Dies bleibt aber der einzig wirklich Schwachpunkt des Films, der sonst nur so vor geschickten Effekten, Storytwists und fesselnden Handlungssträngen strotzt. Heath Ledger spielt in der Tat die Rolle seines Lebens und verkörpert den Joker in absolut brillanter Form. Christian Bale mimt den Fledermausmann in gewohnt starker Manier und auch die anderen Schauspieler verstehen ihr Geschäft durchaus. Der Film macht Dank hervorragender Kamera- und Regiearbeit einen wunderbar runden Eindruck und überzeugt so nicht nur auf der Handlungsebene, sondern auch visuell. Und nicht zuletzt drückt einen der Sound so richtig in die Kinosessel. Hier rockt der Subwoofer und das Haus ganz gewaltig – absoluter Hammer! Nach den drei Stunden waren wir eigentlich alle sehr zufrieden mit dem eben erlebten Film. Ich fänd’s ja echt witzig, wenn er Titanic als erfolgreichsten Film ablösen würde. Lassen wir uns überraschen, ob hier noch mehr Rekorde gebrochen werden. Wir haben dann noch was getrunken, allerdings musste ich schon recht bald auf den Zug düsen. Daheim brauchte ich noch recht lange, um die ganzen Blogeinträge, die ich in den letzten Tagen im Zug in den Laptop gehackt hatte, online zu stellen. Mit Copy/Paste hat sich’s ja nur in den seltensten Fällen getan. Da müssen Fotos rauf gestellt, Referenzen gesucht und Links gesetzt werden. So um 2:00 war ich dann fertig und fiel ziemlich müde ins Bett.
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