Maya-Schnellkurs
Den Vormittag hätten Megi und ich uns eigentlich mehr oder weniger frei geschaufelt, aber letztlich war ich doch fast dauernd in Beschlag. Phil kam dann auch noch mit einem Maya-Problem daher, das ich nur Schritt für Schritt lösen konnte. Es gab so ein paar Probleme mit einer Textur, die einfach zu filigran unterwegs ist. Gerade mit dem Alphakanal haut das dann leider überhaupt nicht mehr hin. Von zwölf bis drei waren wir dann volle Kanne mit den einzelnen Gruppen am Diskutieren. Diesmal sahen wir 40 Minuten plus 10 Minuten Pause vor, weil es beim letzten Durchgang doch zu knapp war mit der halben Stunde. Und tatsächlich brauchten wir für fast jedes Team volle 50 Minuten. Die Arbeiten waren recht unterschiedlich fortgeschritten und bargen schon so einige Probleme und Gefahren in sich. Man konnte entweder eine eigene VR-Anwendung kreieren oder an vorhandenen Szenarien weiter arbeiten, wobei Letzteres fast noch schwieriger ist. Denn hier relevante Infos zusammen zu sammeln und mit dem gestrigen Wissen zu verknüpfen ist schwieriger als sich selbst eine nette Sache aus dem Nichts auszudenken. Nach den Besprechungen stellte ich der gesamten Truppe dann noch die Prozesse in der 3D Animation vor. Wir erstellten in Maya einen Schrank und ein Glas, texturierten beides und animierten noch ganz kurz die Schublade. Der zeitliche Fokus war alles andere als ausgeglichen, aber ich denke, letztlich ist das Modeling ohnehin das Relevanteste für VR und womöglich auch für die Studenten. Nach ziemlich genau zwei Stunden entließ ich die Jungs dann und sputete mich zum Regionalzug, den ich auch noch fein erwischte.
Daheim wartete Piet schon sehnsüchtig auf eine ordentliche Portion Kuscheln, die ich ihm natürlich nicht verwehren wollte. Ich find das irgendwie schon witzig. Bin ja auch so ein typischer Phasen-Fuzzi: für ne gewisse Zeit interessiere ich mich ganz massiv für das eine Thema, nach mehr oder weniger kurzer Zeit ist die Sache dann aber schon wieder nicht mehr so interessant. Beim Pokern hatte ich diese Erfahrung gemacht, wobei ich dort inzwischen ja eh auch wieder Feuer gefangen habe. Bei der Wii erfahre ich derzeit auch eher eine Cooling Down-Phase, wobei ich mir auch da sicher bin, dass die Zeit der Konsole wieder kommen wird. Gleich ist es ja auch bei Musik, wo ich mich dann monatelang nur auf eine Band stürzen kann, um sie dann Ewigkeiten verstauben zu lassen. Zu Zeiten der größeren mp3-Playliste mit Shuffle-Modus kommt das zwar immer seltener vor, aber früher war das durchaus auch ein Klassiker. Nur bei unserem Kätzle hält die Begeisterung durchgehend an. Wir haben den Kleinen schon so in unser Herz geschlossen, dass er einfach keine Sekunde weg zu denken ist – außer vielleicht bei den Urlaubsplänen
Ich machte mir dann eine feine Palette an überbackenen Broten. Also Schwarzbrotscheiben, Pesto, Chili und Käse und ab in den Toaster damit, wobei die obere Platte natürlich nicht ganz runter gelassen wurde. Hat eigentlich recht gut funktioniert und schmeckte wirklich lecker. Warf mich dann noch ne Runde vor den PC, hatte aber schon das Fahrrad-Event im Reichenfeld im Auge. Das hätte um 19:00 gestartet und ich überlegte mir langsam, ob ich da wirklich hin soll, da mich das eigentliche Programm ja nicht wirklich interessiert. Letztlich stürmte ich voller Überzeugung um Viertel vor acht zum Bus, den ich auch glatt noch erwischte und stand wenige Minuten später im Reichenfeld. Es war echt sehr viel los und hätte auch ein Buffet gegeben, aber so ganz alleine fühlte ich mich irgendwie unwohl. Und ohnehin fehlplatziert mit meinen 200 gefahrenen Kilometern, als der Diavortrag zur Alpenüberfahrt startete. Ich beschloss dann kurzerhand, doch auf das Ganze zu verzichten, auch wenn ich theoretisch am Ende einen Preis vom Wettbewerb einsacken können hätte. Aber ich wusste ja nicht mal was und spazierte daher wieder gemütlich nach Hause. Dort schob ich noch ein paar Blogeinträge ins Netz und wagte meine ersten Schritte auf Action Poker, die auch glatt in die Hose gingen. So ein Heads-Up Cashgame ist eigentlich fast vernünftiger als ein Turnier, weil man hier nicht künstlich unter Druck gesetzt wird, aber genauso viel Action angesagt ist. Blöd ist halt, wenn man zwei Mal den vollen Buy-In an den Gegner abschiebt. Es war aber auch einfach zu gehässig. Immer wieder hatte ich am Turn noch brauchbare Hände, die dann am River durch die Runner-Runner-Straight(möglichkeit) oder den Four-Flush vernichtet wurden. Bezeichnend war dann auch die Hand meines Untergangs: mein Gegner raist vor dem Flop, ich calle mit A♦-5♥. Am Flop A♥-5♠-Q♦ wandern meine Chips trotz aggressiven Spiels meines Gegenübers ohne Nachdenken in die Mitte. Was für mögliche Hände mögen mich hier auch schon schlagen? Na, natürlich A♣-Q♥ beispielsweise, was mein Gegner auch tatsächlich aufdeckt. Wie krank geht’s denn eigentlich noch, verdammt. Ziemlich frustriert ließ ich das dann bleiben, warf noch kurz die Wii an und ging dann gegen Mitternacht ins Bett.
Vor Jahr und Tag..
- Unterricht und Abendkurs - 2007
- Datum: 26. September 2008
- Kategorie: Ausgang, Event, Gedanken, Poker, Onlinepoker, Arbeit, Unterrichten
- Wortanzahl: 832 Wörter