Unterricht und Abendkurs
Das war wieder mal ein intensiver Tag, Holy Moly! Nicht nur, dass ich verdammt früh auf musste, um mit dem 7:10-Zug zu fahren. Ich hatte auch doch noch ein paar kleine Nachwirkungen von gestern. Im Büro las ich nochmals schnell mein Skriptum durch und entschied mich, auf was ich mich fokussieren werde. Um 8:10 ging’s dann los. Ein paar Leute kamen zu spät, einige waren schon dort und ganz wenige tauchten glaub ich gar nicht auf. Mir ist es zu mühsam, ne Liste zu führen. Ich zähl immer nur durch und solange nur 2, 3 Leute fehlen, passt das. Teilweise kommen die dann auch in anderen Gruppen und wenn jemand meint, er müsse gar nicht auftauchen, sehen wir ja am Ende, was rauskommt. Jedenfalls legte ich um Viertel nach acht mit einem Großteil der Truppe los und musste mich schon wieder mal über die Probleme im Umgang mit Dateien wundern. Es scheint echt eine Herausforderung zu sein, 2 Bilder aus’m Lernsystem zu laden und in einen spezifischen Ordner zu speichern. Natürlich gab es manchen den Zielordner nicht, weil sie beim letzten Mal nicht alles brav so machten, wie sie sollen hätten
Dann gab’s wieder Platzprobleme und die Sache mit dem Entpacken. Das LMS ist aber auch wirklich zu dämlich muss ich sagen, aber no comment dazu. Heute ging’s jedenfalls um’s Texturieren. Ein ziemlich ekelhaftes Thema eigentlich, wenn man va. die technologischen Hintergründe ansprechen sollte. Ich bin mir nicht sicher, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, diese Einheit müsste man ein klein wenig simplifizieren. Ich habe eh versucht, auf die unterschiedlichen Reaktionen einzugehen und entsprechend nur die relevanten Infos loszulassen – aber das ist nicht so einfach.
Insgesamt hatte ich zwei Gruppen am Vormittag. Machte dann eine kurze Pause, ging auch mit Karle, Walter, Frank usw. in die Mensa essen und zwar beinhart schon vor 12:00 Uhr
Nachmittags gab’s dann nochmals ne Einheit mit der letzten Gruppe. Ich bin auf folgende drei Dinge eingegangen: Texturprojektion, UV-Maps und Eigenschaften von Shadern. Wie sonst versuchte ich, immer wieder Verknüpfungen zu bereits vorhandenem Wissen zu schaffen bzw. zu wiederholen. Also HSV-Farbraum, Parenting, etc. Das mit den UV-Maps hat natürlich wieder große Rätsel aufgegeben. Ich versuchte, das Ganze über die Analogie der Pizzaschachtel zu erklären, gab’s aber mehr oder weniger auf und ließ die Studenten einfach ein bisschen experimentieren. Sie müssen das ja auch nicht können, es geht mir nur drum, dass man’s mal angefasst hat und evtl. drüber nachdenkt. Über meine Schachfigur vom vorigen Jahr erklärte ich dann das Mapping noch ein bisschen genauer. Wie bringt man ein Foto eines Gesichts auf ein komplexes Objekt wie einen Polykopf. Vielleicht hat’s jemand verstanden, wozu die UVs nun wirklich benötigt werden, vielleicht auch nicht. Lustigerweise kam eine Frage, warum zB das Gesicht automatische Texturkoordinaten hat, so ein simples Objekt wie das Schachbrett aber nicht. Schmunzelnd gab ich bekannt, dass diese UV alle von Hand gemacht werden mussten. Und so kam auch nebenbei die Frage auf, wie lange man denn braucht, um solch ein Programm wirklich zu beherrschen. Ich meinte 10 Jahre, was vielleicht ein bisschen hoch gegriffen war, aber eigentlich auch nicht. Denn selbst nach 10 Jahren muss man ständig weiterlernen. In der Praxis ist es halt nur so, dass man sich irgendwann in einem Bereich vertiefen wird und dadurch nie die ganze Software beherrscht werden muss. Richtig überrascht hat meine Antwort aber glaub ich niemanden, wenn auch vermutlich ein bisschen schockiert
Und natürlich mag die Frage aufkommen, warum man sich dann überhaupt dieses Semester antut, wenn man eh viel länger damit rumgurken muss, um’s zu beherrschen. Gebe gerne eine kluge Antwort auf diese Frage, falls sie mal gestellt wird *g* Aber so destruktiv sind die Leute eh nicht. Im Gegenteil, teilweise spürt man schon eine Faszination, wenn auch natürlich bei einigen eine gewisse Frustration mitspielt. Das Fatale an der Sache ist halt, dass man im Prinzip keinen Schritt auslassen darf. Hat man mal eine Option nicht angehakt, landet man plötzlich ganz woanders. Klar kann man das Versäumte jederzeit nachholen, doch um zu wissen wie, braucht man wirklich die entsprechende Erfahrung. Das ist halt auch irgendwie ein Problem. Hat jemand mal einen Nurbs-Cube statt Poly erstellt darf er wieder teils von vorne anfangen, da der Workflow einfach komplett anders ist. Hat jemand mal die Textur des Schachbrettmusters nicht projiziert, sondern normal angewandt, fehlt die Projektionsnode, die wir anfassen möchten. Und so weiter, die Liste der Fallen ist natürlich endlos. Wenn’s bei jemandem mal hakt, versuche ich meist, dort das Projekt wieder auf den gleichen Stand zu bekommen, ohne groß zu erklären, was ich mache. Denn teils ist es doch ziemlich komplex und verwirrt nur viel mehr – beispielsweise, wenn jemand die Projektionsnode versehentlich gelöscht hat. Nun, irgendwie hat aber jeder das Schachbrett herbekommen und wir konnten uns noch auf die simplen schwarzen und weißen Shader für die Figuren stürzen. Das war dann natürlich verhältnismäßig einfach und lässt auch simples Experimentieren zu. Auf Letzteres sollte ich vermutlich sowieso öfters zurückkommen, wobei die Zeit für solche Spielereien halt doch immer sehr knapp ist.
Nach dem Unterricht musste ich jedenfalls direkt in Megi’s Büro, wo wir mit Jörg noch den bevorstehenden Master-Kickoff besprechen mussten. Auch das 3D-Atelier bedarf einer Festlegung, soweit kamen wir aber nicht mal. Fixiert wurde nur, dass ich dort der Teamführer sein werde. Daher hätte ich ursprünglich auch die Präsentation zum Kickoff am Montag machen sollen, letztlich übernahm das aber Gott sei Dank doch Jörg. Bin gespannt, wie unser Semester dann verlaufen wird. Derweilen ist alles sehr offen gehalten, um wirklich auf die Bedürfnisse der Studenten eingehen zu können. Insofern ham wir auch wenig ganz konkret festgelegt. Aber ich denke, die Richtung passt mal sehr gut. Natürlich ham wir dann länger gebraucht als geplant und ich musste den späteren Zug nehmen. De facto ging sich’s mit Laufen gar nicht mehr aus, also nahm ich den Bus. Und der kotzte mich schon wieder dermaßen an, hatte er doch prompt 8 Minuten Verspätung. Meinen Schnellzug konnte ich natürlich vergessen, so musste ich mit dem Regio nach Feldkirch zockeln. Danke, Stadt Dornbirn. Also das mit den Anschlüssen ist schon immer so ein Ding, das nervt echt. Aber ich kam eh rechtzeitig zur Arbeiterkammer, von dem her war’s jetzt nicht so dramatisch.
Pünktlich um 19:00 ging’s jedenfalls los mit dem Kurs. Ich kroch schon ziemlich am Zahnfleisch daher und das wurde noch deutlich schlimmer. Mein Kopfweh wurde wieder stärker, meine Stimme schwächer und generell hätte mir ein gemütlicher Abend deutlicher besser getan
Letztlich wurde es dann sogar so dramatisch, dass ich gegen halb zehn mal raus musste und ich mich dezent zur Toilette begab, weil mir so schlecht war. Gott sei Dank hab ich mich noch rechtzeitig gefangen und danach ging’s mir auch wieder besser. Aber das war echt ne üble Sache. Der Kurs selber war sonst glaub recht okay, wobei man meine Schwäche gerade gegen Ende sicher gemerkt hat. Immerhin bin ich fast immer gesessen und hab auch entsprechend langsam daher gelabert. Pausen machte ich brav jede volle Stunde, wobei die Teilnehmer eh fleißig weiterarbeiteten. Ich benötigte die paar Minute aber, um frische Luft zu schnappen
Außerdem ist’s so oder so für alle gut, weil die Leute zumindest noch ein bisschen experimentieren können. Inhaltlich hab ich eigentlich alles nach Plan durchgemacht. Eine Teilnehmerin brachte ihre Kamera mit und so nahmen wir zuerst mal ein paar Szenen auf. Die Frage des Digitalisierens taucht auch immer wieder auf, worauf ich auch brav eingegangen bin. Nach der Aufnahme nahm das Durchgehen des Medienfenster wieder mal viel Zeit in Anspruch. Vielleicht ist das ein bisschen zu theoretisch und auch nicht so wichtig, irgendwie passt’s mir aber doch gut ins Zeitschema, weshalb ich das immer noch so durchziehe. Anschließend cutteten wir wieder ein paar Clips. Dabei ging ich auf ein paar wichtige Dinge ein wie Schnittrhythmus, Cliplänge und Standard-Verkürzung für Überblendungen. In der Timeline schnitten wir dann auch ein wenig, machten Überblendungen und wendeten den Schatten/Glanzlicht-Effekt an. In der letzten Phase ging’s ums Implementieren von Fotos und das Einstellen von Clipgröße und Position. Wenn man ein Hochformat-Foto auf die zweite Spur legt, sieht man ja links und rechts daneben das Material darunter. Weiters erläuterte ich die Wichtigkeit der zweiten Spur für “Insertschnitte” und ging auf ein paar gestalterische Aspekte ein. Zu guter letzt erstellten wir noch simple Texttitel, ehe ich kurz vor zehn den Unterricht beendete. Den Liechtensteinerbus hab ich dann gut erwischt, daheim schlüpfte ich sofort ins Bett.
Vor Jahr und Tag..
- Maya-Schnellkurs - 2008
- Datum: 26. September 2007
- Kategorie: Allgemein
- Wortanzahl: 1397 Wörter