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Fest bei Tobster und Arbeit

26. August 2006, 37 Mal gelesen.
 

Heute war trotz Sonntag nicht wirklich viel Freizeit. Hab eigentlich ziemlich viel gearbeitet, nur selten dezente Päuschen eingeschoben und nebenher ein bisschen im Internet recherchiert, grad bezüglich Spirituosen. Wollte mich nun mal versichen, wo die ganzen Unterschiede liegen und welches Teil man durch welches ersetzen könnte. So sind beispielsweise Triple Sec, Grand Marnier und Cointreau alle vom gleichen Schlag (Bitterorange), wobei es preisliche und und wohl auch qualitative Unterschiede gibt. Im Prinzip ist auch der Blue Curacao mit von der Partie, nur dass der halt wohl der süßeste von allen ist. Beim Tequila gibt es entgegen meiner bisherigen Meinung qualitativ keine Unterschiede zwischen silber und gold, letzterer ist eigentlich nur mit Karamell gefärbt und schmeckt wohl nur deshalb einen hauch dezenter. Echter Tequila ist sowieso 100% Agave und schweineteuer. Und in Mexico wird er abwechselnd mit einer bizarren Tomaten-Organen-Mixtur called Sangrita (ja, mit nem t vor dem a) und Limettensaft getrunken. Die Tricks mit Salz + Zitrone soll’s dort aber auch geben, nur Organde und Zimt ist ein europäischer Scherz. Ein klein wenig hab ich im Wikipedia auch über Gin gelesen, von dem es ja die abartigsten Varianten gibt – klassisch ist aber das Zufügen von Wacholderbeeren zu einem stärkehaltigen Produkt. Ach ja, auch über Absinth hab ich mich schlau gemacht, der primär aus Anis und Wermutkraut besteht (das Zeux, das auch Wein beigemischt wird, um daraus Vermouth zu basteln): Es wird explizit davon abgeraten, das Zeugs pur zu trinken, da wegen des hohen Alkgehalts die Schleimhäute angegriffen werden könnten. Stattdessen wird er immer mit 3fach so viel Wasser verdünnt. Die Aktion mit Anzünden des Zuckers ist auch nicht in allen Ländern üblich, dir Franzosen zB leeren einfach Wasser über den Zucker. Beinhart gab es bis vor kurzem (in der Schweiz zB bis 2005) in vielen Länder ein Absinth-Verbot, das Gerüchten zufolge auf einem bizarren Mordfall Anfang des 20. Jh. und einigen üblen Gesundheitsschäden auf Grund von Billigprodukten basierte. Der ganze Zauber um die Wirkungen des Inhaltsstoffs Thujon ist aber mehr Mythos als sonstwas. Zu viel davon ist jedenfalls gefährlich ;-)

GeburtstagGestern war ich untertags auch am Arbeiten, am Abend fuhr ich dann aber mit dem Rad bei üblem Regen zum Bahnhof, um von dort mit dem Landbus nach Röthis zu kommen. Beim Gasthof Rössle nahmen mich dann Smikis noch das letzte Stück zum Tobster rauf. Der Großteil der Gäste war eh schon da: Lerchi, 4 Gäste aus Wien und Überbleibsel der Röthis-Truppe ;-) Jonny kam erst über ne Stunde später, als wir mit dem Essen quasi fertig waren. Es gab Raclette mit drei sehr genialen Salaten, Brot und einer genialen Habi-Sauce von Smi. Er hat gnadenlos 10 eigene Habaneros mit Sauerrahm und so Zeux vermischt und eine meiner Meinung nach echt geile aromatische scharfe Pampe gebastelt. Natürlich mussten wir dann bei den als Nachspeise rumkursierenden Him- und Brombeeren noch ein par Chili-Stückchen hineinstecken – lecker, lecker ;-) Wir ham dann eh schon bald gemäxelt, was wie immer ein ziemlicher Spaß war, der jedoch auch recht oft auf meine Kosten ging. Naja, 5 kleine Feiglinge sind schon auszuhalten. Gesamt hab ich 30 mitgebracht, die aber schon recht schnell weg waren. Danach kam Tobster mit einem amerikanischen Saufspiel namens “Screw the dealer”, was aber ein ziemlicher Hoiler. Okay, es ist effizient aber vom Spielcharakter echt erbärmlich, da man nur Karten erraten muss. Der Limettenwodka war jedenfalls recht bald leer.

So wechselte man bald mal zum großen Werwolf-Spiel. Ohja, das Rollenspiel, das uns Jonny schon beim Brunch näher bringen wollte. Er hat sich diesmal ne offizielle Anleitung aus dem Netz gezogen, in der auch klar gestellt wird, dass es um “Bauern gegen Werwölve” geht und nicht nur normale Wölve – macht schon mehr Sinn so ;-) Wobei mir allgemein der Sinn des Spiels doch weiterhin verwehrt bleibt. Jetzten hatten wir es damals zu 7. stocknüchtern und diesmal zu zwölft sehr angeheitert gespielt und ich bin noch immer nicht überzeugt. Wobei der Spaßfaktor definitiv sehr hoch war diesmal, muss man ganz klar zugeben. Nicht zuletzt die Nachtgeräusche haben gerockt ;-) Aber sonst vom Rollenspielaspekt her war’s schon sehr mau. Es dauerte meist ewig, bis mal was passierte, sodass die meisten dann bei der 3. Runde dafür waren, dass es keine Plädoyers und Abstimmungen mehr geben soll. Das war dann natürlich gänzlich sinnlos, weil jeder willkürlich auf wen gezeigt hat und manche ham sich dann auf Grund von noch größerer Planlosigkeit irgendwem angeschlossen. Also nicht so der Sinn des Spiels, aber anyhow äußerst unterhaltsam. Als die Sache dann fertig war, musste ich mich eh schon von Lerchi zum Bahnhof führen lassen, damit ich mit dem letzten Zug noch heim komme. Nach Feldkirch hätte ich mich jetzt auch nicht führen lassen wollen und zum oben übernachten hatte ich nicht zuletzt wegen Platzmangel und Arbeitswahn auch keine Lust.

War um 1:00 am Feldkircher Bahnhof und musste dann mein Rad raufschieben. Zum einen rein sicherheitshalber, zum anderen weil ich kein Rücklicht hatte und der Regen auch ziemlich nervte. Packte also den Schirm aus und schob hinauf. Ab und zu stellte ich mich auch aufs Pedal und nutzte das Rad als Roller, was mich schon zügiger vorwärts brachte. Ne halbe Stunde brauchte ich dennoch. Sprang dann daheim unter die Dusche, pfuschte noch am PC rum und las noch ein bisschen Lemmony Snicket weiter. Hab dort nach dem 4. Band doch ne ziemlich lange Pause eingelegt. Jetzt komm ich irgendwie ja auch nie wirklich zum Lesen, rein auf Grund einer mangelnden Leselampe ;-) Aber die Bücher sind eh recht dünn und so werd ich mich da schon durchwurmen.

Vor Jahr und Tag..

 
 

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