Home Theater PC im Detail
Mein Home Theater-PC ist nun so langsam einsatzbereit, endlich. Es war ja ein richtiges Drama: das Bundle aus Intel Prozessor und passendem Motherboard wurde auf mehreren Seiten preislich falsch ausgezeichnet. Worauf ich aber erst drauf gekommen bin, als ich die erste Lieferung bekommen hatte: es kam nur der Prozessor, ohne Mainboard. Leider ein Fehler im System, aber ich könne den Prozessor zurück senden. Hab ich dann auch gemacht und prompt bei einem anderen Händler bestellt, der das gleiche Angebot hatte. Diesmal fragte ich aber gleich an, ob es sich wirklich um das Bundle handelt. Leider nein, aber ich bekomme aus Kulanz das Set zum Einkaufspreis. Das war mir natürlich auch sympathisch und so machte ich einen der größten Fehler meiner PC-Bastel-Geschichte (die ja doch schon so 15 Jahre alt ist). Ich bestellte bei I-CS. So bemüht sich der Inhaber des Unternehmens auch wirkte, so inkompetent ist der Laden. Ich habe gleich mal zwei komplett falsche Produkte geliefert bekommen, die ich dann zurück senden musste. Auf die richtige Lieferung durfte ich schließlich mehrere Wochen warten, obwohl der Liefertermin auf der Webseite viel früher angegeben war. Die Sachen kamen dann irgendwann und ich setzte meinen Rechner fein säuberlich zusammen. Anfangs gab es mit der Anzeige noch ein paar Probleme, doch bald war ich soweit, dass ich per VNC vom Desktoprechner darauf zugreifen und somit gemütlich alles vom Schreibtisch aus steuern konnte. Bis der Screen plötzlich schwarz wurde. Ups? Tja, nach mehreren Stunden musste ich wohl einsehen, dass das Mainboard defekt ist. Bravo. Ich habe es dann unfrei eingeschickt und nach einer Woche prompt wieder erhalten. Unfreie Sendungen werden nicht angenommen. Danke, das ist aber auch das erste Mal, dass mir so was passiert ist. Na gut, dann bezahle ich diesmal halt das Porto und verlange es hinterher zurück. Nichts, das geht auf Kosten des Kunden. Ja, waren eh nur gesamt 9 Euro und einige Lacher meinerseits *grrrr* Der Clou an der Sache war dann aber, dass ich nach einem ganzen Monat noch kein Wort gehört und keinen Ersatz gesehen habe. Irgendwie war mir das alles schon zu blöd, aber ich fragte dann doch mal per Mail an. Erst jetzt kam die Sache endlich in die Gänge und das Mainboard kam eben nach über 30 Tagen Wartezeit bei mir an. So viel zu dieser Leidensgeschichte. Immerhin scheint das Produkt nun okay zu sein, zumindest lief es schon ne ganze Weile ohne Probleme, obgleich das BIOS-Update etwas mühsam war.
Kurz zu den Komponenten die ich in das Mini Gehäuse von HEC verbaut habe: Intel DG45FC Mini-ITX Maiboard, Intel Q8200s Prozessor, 2 GB-RAM-Baustein von Kingston, 1.5 TB Seagate Barracuda Festplatte, LG GWB-T10N Bluray-Brenner. Grafik und Sound sind ja onboard. Gesteuert wird das Ganze über die geniale PS 3 Bluetooth-Tastatur von Logitech inklusive Touchpad und natürlich meine Pronto TSU9400. Alternativ auch über meinen Desktoprechner via VNC. Nun, im Prinzip gäbe es ja etliche Möglichkeiten, sich einen Heimkino-PC zusammen zu stellen. Theoretisch gäbe ja bereits die PS3 einen richtig guten HTPC ab, immerhin kann man damit sämtliche Medien von einem PC oder NAS streamen und eine Vielzahl an Audio- und Videoformaten abspielen. Auch die Wiedergabe von Fotos ist gar nicht mal so ohne und schließlich kommen noch die hervorragenden DVD- und Bluray-Eigenschaften dazu. Stellt sich also die Frage, weshalb ich mir da überhaupt noch ein zweites Gerät dazu gekauft habe und die Antwort ist gar nicht mal so leicht. Hauptgrund ist eigentlich mein Vorhaben, meine Musiksammlung ständig zur Verfügung zu haben. Ich möchte also auf die MP3s auch über das Internet zugreifen können, was einen konstanten Betrieb und die entsprechenden Servertools voraussetzt. Viele NAS-Laufwerke können nun eigentlich genau das, sind aber letztlich doch ein wenig zu unflexibel und letztlich auch gar nicht mal so billig. Ich dachte eben „ganz oder gar nicht“, zumal es für meine Fernbedienung ein paar nette Windows-Tools gibt, mit denen ich beispielsweise meine DVD-Sammlung direkt auf dem kleinen Display durchsuchen kann, etc. Außerdem ist es nur so möglich, verschiedene Programme auch via WLAN über meine Fernbedienung zu steuern. Dazu komme ich aber später nochmals. Zurück zu den Alternativmöglichkeiten: neben PS3 oder NAS-Laufwerk kämen auch bereits fertig zusammengestellte HTPCs in Frage. Hierbei gibt es einige sehr hübsche teure oder hässliche billigere Gerätschaften. Dabei waren mir die edleren Alleskönner einfach deutlich zu teuer, kosten sie doch über 1000 Euro. Und billige Mediaplayer wie das Popcorn und Co waren mir dann wieder zu popelig und unflexibel, gerade was die Kommunikation mit meiner Fernbedienung anlangt. Blieb also nur das Selbstbasteln übrig, wobei es natürlich auch hier eine ordentliche Auswahl gegeben hätte. So hätte ich mir mehr oder weniger einen normalen Komplettrechner im Mini-ATX-Format zusammen stellen können, der dann auch mit den entsprechenden leistungsstarken Komponenten ausgestattet werden hätte können. Vorteil: vollwertiger Rechner, der für alles einsetzbar ist. Nachteil: nicht optimiert für das Abspielen von HD-Inhalten und den stromsparenden Dauerbetrieb, außerdem zu teuer. So fiel meine Wahl auf das Mini-ITX Format, das zum einen das deutlich kleinste ist und zum anderen keine große Konfigurations- und Auswahlprobleme zulässt.
Angeschlossen ist das Gerät über HDMI und optisches Audiokabel, wobei Grafik und Ton integraler Bestandteil des Motherboards sind. Folgende Software läuft derzeit auf dem Rechner:
- Windows 7 64 bit. So sehr ich das Vista immer belächelt habe und so sehr mir die 64 bit-Variante von Windows XP auf den Keks gegangen ist – die Sache läuft schnell, hübsch und soweit großteils zuverlässig
- VNC, um eben auch über einen anderen Rechner gesteuert werden zu können
- Squeezecenter: ein Audioserver, auf den ich via Philips Pronto und Prontosqueeze-Software direkt zugreifen kann. Somit kann ich über das Display der Fernbedienung durch die Audiosammlung blättern, Covers anzeigen lassen, nach Titeln suchen, etc. Alles ohne zusätzlichen Monitor. Weiters kann ich so über jeden beliebigen Webbrowser auf der ganzen Welt meine bereit gestellte Musik hören
- Windows Media Center und MCE-Controller. Dadurch ist es auch möglich, die Fernbedienung zur Steuerung zu nutzen. Somit kann ich ähnlich wie auf der PS3 Fotos und Filme ansehen und auswählen. Mit dem Vorteil aber, dass ich viel mehr Speicherplatz habe und zudem auch noch die Möglichkeit zur Integration von TV hätte (entsprechende Tuner via USB vorausgesetzt).
- ProntoPAL: eine nette Entwicklung von Barry Gordon, mit der es möglich ist, die Datenbank des DVD Profilers durchzusehen und somit schnelle und übersichtliche Infos über meine Filmsammlung zu bekommen. Zudem könnte man auch Fotoshows direkt an das Display der Fernbedienung streamen
- Diverse Server: ich möchte mir auf jeden Fall noch einen FTP-Server einrichten, über den ich dann problemlos meine Daten bereit stellen kann. Zwar gäbe es bereits ähnliche andere Möglichkeiten, aber ein eigenes Ding wäre schon ganz nett. Mal sehen, ob ich das ohne großes Sicherheitsrisiko hinbekomme.
Ausprobieren möchte ich zum einen Girder, das die Steuerung des Rechners über Netzwerksignale zulässt und somit vielleicht eine noch komfortablere Anbindung meiner Philips Pronto ermöglicht. Außerdem wäre noch die Performance von Spielen recht interessant. Denn das Zocken von PC-Spielen in FullHD direkt auf der Leinwand könnte schon auch Spaß machen. Mal sehen. Ich bin natürlich auch immer auf der Suche nach weiteren Integrationsmöglichkeiten meiner Pronto. Die Fernbedienung hat so viel Potenzial und die Kommunikation via WLAN ermöglicht es ja an und für sich, jeden beliebigen Inhalt an das Display zu senden und somit bi-direktional zu arbeiten. Und es ist schon irgendwie spaßig, sich beispielsweise den Wetterbericht von der Region jederzeit auf dem kleinen Ding ansehen zu können
Ich werde hier wieder berichten, sobald ich einige Performance- und Langzeittests durchgeführt habe und hoffe, dass ich danach noch immer von der Sache überzeugt bin…
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- Datum: 25. September 2009
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