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2nd Life-Unterricht, 3D-Screen und Jass-Nostalgie

23. April 2008, 203 Mal gelesen.
 

Der Tag fing schon recht früh an, denn um halb acht war ich bereits an der FH, um noch die letzten Vorbereitungen für den Vormittags-Unterricht zu treffen. Studenten hatten gemunkelt, dass im PC-Pool kein Second Life installiert wäre, diese Meldung stellte sich aber Gott sei Dank doch als falsch heraus. Ich hatte es ja mal sporadisch getestet, aber natürlich nicht an allen Rechnern, doch auf Grund der Virtualisierung in den Pools hatte per se jeder PC Zugriff auf die Installation. Leider nutzte die Software weiterhin den alten Quicktime-Codec, obwohl der neue lokal installiert gewesen wäre, aber für heute war das kein großes Problem. Wie erwartet verspäteten sich die Studierenden der ersten Gruppe und leider hatte auch nicht jeder einen Account, obwohl ich klar definiert hatte, dass dies im Vorfeld zu erledigen ist. So verschwendeten wir also anfangs ziemlich viel Zeit, ehe Thomas mit der Einführung in Second Life loslegen konnte. Schließlich stellten wir alle kurz unseren Avatar ein, schlossen uns der Ideation Quest-Gruppe an und ließen uns auf die Uni Innsbruck-Insel beamen. Dort zeigte er den Studenten die leider noch ziemlich rudimentär umgesetzte Ideation Quest-Tour für KTM, wobei zumindest die relevanten Punkte angesehen und ausprobiert werden konnten. Wir haben dann noch versucht, ein paar Objekte zu erstellen, wobei man blöderweise für das Uploaden von Texturen virtuelle Dollar zahlen muss. Naja, das werden wir hoffentlich auch noch regeln, da es gewiss nicht viele Leute gibt, die sich direkt in Second Life mit Builden von Gegenständen herumschlagen werden. Irgendwie war die Stimmung während des zwei Einheiten gar nicht mal so schlecht, das Rumfliegen und Posieren schien den meisten doch Spaß zu machen. Nichts desto trotz kamen am Ende wieder Bedenken bezüglich Zeit und Motivation auf. Hier wurden so einige Gründe genannt, die bis zu nem gewissen Maße ja nachzuvollziehen sind. Andererseits ist es schon traurig, dass keiner die Chance erkennt, praktisch gratis auf einer Insel etwas ausprobieren zu können. Viel eher sieht man es als Zwang an, für andere Leute Arbeit zu leisten. Dabei sollte man ja eigentlich froh sein, dass es sich nicht um fiktive Arbeiten, sondern um ein konkretes Forschungsprojekt handelt. Andererseits steht natürlich der Wunsch im Vordergrund, etwas zu erstellen, das auch ins Portfolio aufgenommen werden kann. Auch verständlich, wobei ich auch hier denke, dass bei geschicktem Handeln selbst dieser Wunsch erfüllt werden kann. So negativ auch manche der vituellen Welt gegenüber eingestellt sind, so relevant wird diese letztlich trotz allem noch sein. Bei der zweiten Gruppe verloren wir übrigens nicht mehr so viel Zeit mit den Accounts, so war mehr Zeit für’s Ausprobieren gegeben. Gewisse Operationen gingen wir wohl auch zu schnell durch, aber im Großen und Ganzen sollte das Zurechtfinden dort keine große Herausforderung für Mediengestalter darstellen.

3D-Screen von PhilipsLeider mussten Megi und ich dann Thomas mit der letzten Gruppe alleine lassen, da ein Vertreiber der neuen Philips 3D-Screens mit einem Vorzeigemodell aufwartete. Es fanden sich doch einige interessierte Studenten und Mitarbeiter bei uns im Labor ein, die auch nicht enttäuscht wurden. Philips hat bei seinem wowvx-System wirklich ganze Arbeit geleistet. Ganz im Gegensatz zu den ziemlich grottigen Paralax-Ansätzen von SpatialView kann dieser Prisma-Screen wirklich überzeugend dreidimensionale Bildinhalte ohne Brille anzeigen. Die Qualität ist dabei großteils wirklich verblüffend. Egal ob gefilmtes oder animiertes Material, Nachzieh- und Interlacing-Effekte sieht man nur selten. Ein paar komische Kompressions- oder Berechnungsprobleme konnte man zwar schon entdecken, alles in allem wurde aber flüssiges, sauberes Material wiedergegeben. Einzig der 3D-Effekt blieb für mich manchmal aus. Bei Animationen funktionierte der Tiefeneffekt aber ganz gut, gewisse Objekte schienen wirklich im Raum zu schweben. Die Aufbereitung des Materials mit z-Information ist dabei ziemlich cool und verspricht quasi fixe 3D-Effekte. Der Preis des 42″-Systems liegt bei 14,000 Euro, was jetzt auch nicht unbedingt ein Pappenstiel ist. Laut Vertreiber wird es auch noch etwa 15 Jahre dauern, bis entsprechende Fernseher in den Wohnzimmern zum Standard werden. Diesem Zeithorizont schenke ich durchaus Glauben, immerhin hat es auch zehn Jahre gedauert, bis die DVD durch die bluRay-Disc ersetzt wurde. Dabei ist das Erstellen von HD-Medien noch deutlich einfacher als das Bereitstellen von richtigen dreidimensionalen Filmen. So denke ich, wäre ein normaler HD-Beamer für das nächste Jahrzehnt durchaus noch eine sichere Sache ;) Mal sehen, wie ich meinen schon lange gehegten Wunsch heuer erfülle..

Nachmittags tauchte dann die Studiengangsleiterin auf, weil es wieder mal Probleme mit den Multimodalen System gab. Alle Jahre wieder. Legt man die Aufgaben zu eng an, motzt jeder herum, dass es ihn nicht interessiert. Lässt man alles möglichst offen, damit auch ja jeder seine Nische findet, fühlt sich jeder überfordert, weil er nicht weiß, was er nun tun soll. Was Ähnliches hatte ich ja befürchtet und auch mit Thomas besprochen. Deswegen haben wir ja auch dreizehn konkrete Aufgabenstellungen definiert, aber das scheint nicht klar genug zu sein, weil wir zu viele Freiheiten lassen. Nun gut, um den Frustfaktor auf allen Seiten ein bisschen zu drücken, hab ich mir die Mühe gemacht und zu einigen Aufgaben ein Beispiel ausgedacht. Dabei kamen mir eh massig Ideen, die mir grad Lust gemacht hätten, ein bisschen was selbst umzusetzen. Vielleicht komm ich ja irgendwo dazu, fürchte aber, dass ich mich nun massiv auf Benninger stürzen sollte. Ein bisschen Zeit nahm ich mir dennoch, um ein bisschen zu recherchieren, wie man beispielsweise Maya-Files in Second Life bekommt. Klassischerweise gibt es hier wieder mal verschieden Entwicklungen, die meist schon eingestellt sind und nur bei alten Versionen funktionieren. Unter Maya 8.0 hab ich leider nichts mehr hier und sa hat das heruntergeladene Script leider nicht funktioniert. Nach längerem Suchen konnte ich Gott sei Dank noch eine kleine Weiterentwicklung entdecken, die ein User in ein Forum gestellt hat und somit hätte ich nun ein funktionierendes MEL-Script. Damit kann man nun die einzelnen Primitive zusammenbauen und manipulieren und am Ende das SL-Skript anzeigen lassen. Dieses müsste man nun in Second Life auf ein Replicator-Objekt legen und da bin ich vorerst hängen geblieben. Ich guckte kurz mal in die virtuelle Welt hinein und sah grad, dass sich einer unser Studenten dort herumtummelte. Soso, also ist das Tool doch nicht so scheiße wie alle tun ;)

Jassen bei ChristophKurz vor sieben huschte ich dann noch zum Spar, um Martini, Zitronen und Chips zu kaufen. Ich war nämlich heute bei Christoph Winsauer zum Jassen eingeladen. Bevor sein Bruder Thomas auftauchte, bekam ich noch eine kleine Wohnungsführung. Alle Achtung, ziemlich coole Wohnzimmer-Küchen-Kombination mit schöner Aussicht auf die Ach. Der Balkon ist sicher das Gustostückerl, ist er doch immerhin 30m2 groß und zum Wasser raus – einzig das rauschende Wasser würd mich ein bisschen stressen ;) Wir machten dann mal den Martini auf, Zitrone und Eis dazu und Prost. Hatten doch eine ganze Stunde Zeit zum Plaudern, weil Andi Wehinger erst (wie ursprünglich geplant) um acht zu uns stieß, wobei wir dann natürlich auch nicht sofort zum Jassen antreten konnten. Immerhin ham wir uns alle schon fünf Jahre nicht mehr gesehen, weshalb es viel Informationsbedarf gab. Den leckeren belegten Laugenbrezel hatten wir schon weggefuttert, jetzt gab’s aber noch für alle einen beinahe selbstgebackenen Topfen- oder Apfelstrudel. Schließlich machten wir uns dann doch ans Jassen, wobei die Assen bestimmten, dass ich mit Christoph zusammen spielen musste/durfte. Die Partie war eigentlich von Beginn an ziemlich ausgeglichen und amüsant. Immer wieder ein paar schräge Situationen, die zum Amüsement aller beitrugen ;) Der Hammer waren dann die zwei letzten Runden: Andi und Thomas waren Dank ewiger Weiserei schon ganz gut dran und machten Trumpf. Wir wussten, dass wir zumindest 50 Punkte brauchen, um dann beim Trumpfansagen noch eine Chance zu haben. Und wir haben unser Minimalziel erreicht: uns fehlten noch 100 Punkte, den Gegnern aber nur noch 9. Und was macht Meister Christoph? Er legt vier Neunen auf und bringt uns somit 150 Punkte. Jubel, Trubel, Heiterkeit, sind die anderen zwei Jungs glatt kurz vor dem Loch krepiert *lol*

Ähnlich krass war dann auch die zweite Partie, die wir im Chicago-Modus spielten. Dabei geht es darum, eine von neun Möglichkeiten anzusagen: normalen Trumpf, was die 1 bis 4fache Punktezahl bringt, eine fünffach wertvolle “Geiß”, 6fachen “Bock”, frei wählbare 7 und 8fach zählende Runden und einen neunfachen Slalom. Der Gag ist zudem, dass man auch dem Gegner weiterschieben kann und einzig der Geber dann eine Entscheidung treffen muss. Hat er nur Müll, muss er halt das geringste Übel wählen und eine wenig zählende Farbe wählen. Das ist bei uns heute aber nur selten passiert. Effektiv legte zu Beginn vor allem Christoph volle Kanne los und bescherte uns auch einen leckeren Slalom und sonst brauchbare Punkte. Irgendwann warf sich dann plötzlich Andi ins Geschehen und machte eine Ansage nach der anderen. Gegen Ende spitzt sich die Sache natürlich zu, da man nicht mehr viel Auswahl hat, schließlich darf man jede Ansage nur ein Mal machen. Im Endeffekt war es dann so, dass Christoph und ich vor der letzten Runde ziemlich klar die Nase vorn hatten. Wir mussten noch “Bock” ansagen und brauchten eigentlich nur einen Stich. Soviel zur Theorie. Unglaublicherweise hat nun genau in dem Spiel nicht nur Thomas alle vier Asse, sondern auch die Könige scheinen nicht auf unserer Seite zu sein. Im Endeffekt kommt es zu einem gnadenlosen Kontramatsch und zum großen Punktezählen. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass beide Teams genau gleich viel Punkte haben, würde ich schon gerne in Erfahrung bringen – denn genau diese absurde Situation ist eingetreten: wir hatten beide gleiche viele Punkte. Mui, na, über das Unentschieden konnten sich dann eh alle freuen ;) Um halb zwölf war ich dann beim Zug, in Feldkirch konnte ich mich wieder darüber ärgern, dass weit und breit kein Bus herum steht. Selbst Taxis waren keine hier, erst nach ein paar Minuten tauchte mal eins auf. Ich hab ihn auf diese Situation angesprochen und er meinte, man habe nun einigen den Führerschein abgenommen, deshalb ist die Taxisituation recht heftig derzeit. Ich ließ dann mal kurz fallen, dass die Preise schon überzogen sind, worauf er mit den allgemeinen Preiserhöhungen, etc. konterte. Ja, klar kostet die Butter inzwiscehn 40% mehr (und das geht mir bei einer benötigten Butter pro Jahr völlig am Arsch vorbei), aber alle anderen bekommen deswegen ja auch nicht plötzlich 40% mehr Lohn, die Taxler aber scheinbar schon. Wobei die Preise im Ländle ja immer schon unverschämt waren. Ts. Wie auch immer, war ein ganz freundlicher und netter Typ und kurz nach zwölf war ich daheim, wo ich auch gleich pennen ging.

Vor Jahr und Tag..

 
 

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