Videoschnitt die Zweite
Nach der Arbeit ging es heute gleich wieder zum Videoschnittkurs im Bildungscenter. Heute legten wir also mit einem neuen Projekt los und starteten mit dem Capturing von einer Videokamera. Das war ja gleich eine kleine Bombe, weil sich der PC weigerte, die Sony-Kamera zu erkennen. Egal, was ich in Premiere eingestellt habe, es gab keine Chance, auf die Kamera zuzugreifen. Ich testete dann das Prozedere mit einer andere DV-Kamera, wo alles auf Anhieb klappte. Na zumindest konnte ich dann mal vorzeigen, wie also so ein Band auf den Rechner kommt. Mit den Harddisk- und DVD-Kameras ließ ich die Teilnehmer dann selbst herum probieren, wobei es leider auch hier zu Problemen kam. Der 20minütige Film von DVD benötigte eine kleine Ewigkeit, bis er importiert war und der Festplatten Camcorder hat offensichtlich den Ton in einem sonderbaren Format kodiert, sodass man einen Codecpack (VLC Player) installieren musste. Beide Camcorder speichern die Videos übrigens im MPEG-Format, was ich eingach super ätzend finde. Ich habe den Leuten dann das Mainconcept-Plugin empfohlen, das ein natives Bearbeiten von diesen Daten ermöglicht, nur habe ich nachher entdeckt, dass das Tool nicht mehr zum Verkauf angeboten wird. Was soll denn das schon wieder? Ich habe dann gesehen, dass im Premiere Elements eine eigene Einstellung für Festplatten Camcorder existiert, allerdings muss auch so jedes Videomaterial neu berechnet werden. Eine ziemlich ausgiebige Recherche nach dem Kurs zu dem Problem ergab leider keine brauchbaren Ergebnisse. Scheinbar gibt es kein schönes Schnittprogramm, das MPEG-Schnitt mit Smart Rendering (also ohne Neuberechnung der unangetasteten Clips) unterstützt. Und scheinbar ist das allen egal. Ich kapiere das einfach nicht. Die Industrie ist doch sowas von bescheuert. Alles wird komprimiert und dann gibt es keine Tools, um die komprimierten Videos direkt zu bearbeiten – das ist doch krank. Ich habe dann auch mal getestet, ob die neueste Premiere-Version mit dem MPEG-Plugin zurecht kommt und war sehr froh, dass dies der Fall war. Nur frage ich mich jetzt, was man macht, wenn man sich das Ding nicht vor einem halben Jahr gekauft hat. Anregungen bitte im Kommentar posten
Nachdem die erste Stunde also primär mit all diesen Capturing- und Formatproblemen drauf ging, machte ich eine zehnminütige Pause. Dann ging’s mit dem Projektfenster weiter. Das Organizer-Zeugs ignorierte ich auch heute vorzüglich, obwohl dieses in der neuesten Version einen massiven Boost erhalten hat. Bisher macht das Zeugs aber einfach keinen Sinn. In der 7er-Version (ach ja, bei Adobe kommt nach 4 die Zahl 7. Super, was?) sind nun viele Tag-Features dazu gekommen, um den Organizer aufzuwerten. Ich ging hingegen mal die verschiedenen Spalten im Projektfenster durch. Interessant ist ja, dass man zu diesem Menü nur kommt, wenn man die Fensterheader anzeigen lässt. Nur dann gibt’s das Flügelmenü und nur dort scheinen sich die Spaltenoptionen zu verbergen. Im Kontextmenü hatte ich jedenfalls nichts Entsprechendes gefunden. Wir gingen dann im Schnelldurchlauf nur die relevantesten Sachen durch. Ich habe versucht, rasch weiter zu kommen, da ich in den früheren Kursen eigentlich zu viel Zeit mit dem Projektfenster verschwendet hatte. Nichts desto trotz musste ich dann doch auch auf das Ordnersystem und die Sortierreihenfolge eingehen, weil man sonst einfach im Chaos versinkt. Nützt ja nichts. Da die meisten aber ohnehin am PC recht gut unterwegs sind, konnte ich die Sache kurz halten und den Fokus auf das Schneiden legen. Wir haben also wie beim letzten Mal zwei, drei Clips im Vorschaufenster gekürzt und dann viel mit dem Schnittfenster gearbeitet. Ich habe gezeigt, wie man dort die Clips im Nachhinein kürzen, verlängern und verschieben kann. Natürlich sollte auch das Einfügen von Clips zu späterer Stunde kein Problem sein. Allerdings ist hier das Elements so dumm, dass es die Musikspur auch teilt, wenn man nicht die Alt-Taste gedrückt hält. Sowas Nerviges. Bevor ich dann noch das Setzen von Keyframes in der Tonspur angerissen habe, hatten wir noch den Schatten/Glanzlicht-Effekt genauer unter die Lupe genommen.
Der heutige Kursabend beinhaltete also durchaus auch schon ein paar neue Sachen, für die in der ersten Crashkurs-Stunde keine Zeit mehr geblieben ist. Mit acht Leuten kommt man halt doch deutlich langsamer voran als nur mit der Hälfte der Teilnehmer. Aber es ist kein Problem, die ganzen relevanten Features noch zur Genüge auszuprobieren. Beim nächsten Mal werde ich auf jeden Fall mal eine halbe Stunde freie Übungszeit einrichten. In dieser Zeit werde auch ich versuchen, wieder eine möglichst beschissene Version zu schneiden und diese dann bewerten zu lassen. Nach dem recht pünktlichen Kursende fuhr ich schließlich mit dem Rad wieder heim, wo ich noch recht viel Zeit im Internet verbrachte. Nach ein paar Blogging- und Mailgeschichten verfing ich mich wieder mal im großen Youtube-Netz und steckte dort wieder einige neue Musikvideos in meine Favoriten. Ziel wäre es von den meisten wirklich brillanten Bands die offiziellen Promovideos in einzelne Playlisten zu stecken…
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