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Ich geb Gas, ich geb Gas..

22. Januar 2010, 78 Mal gelesen.
 
Dieser Beitrag ist der 11. von 38 in der Serie Hausbau
 

Mal abgesehen davon, dass wir uns noch nicht für einen Fertigteilhaus-Anbieter entschieden haben und auch der Grundriss noch lange nicht fixiert ist, bereitet die Entscheidung für ein Heizsystem doch die größten Probleme. Beim Wolf-Haus ließen wir ja ein normales Gassystem samt Fußbodenheizung berechnen. An und für sich nicht besonders innovativ und visionär, aber sicher die einfachste, billigste und komfortabelste Variante. Im Zusammenhang mit einem Passivhaus allerdings definitiv auch ein ordentlicher Overkill. Generell ist es ja so, dass ein Passivhaus schon großteils durch die solaren Gewinne sowie die Wärmerückgewinnung der Wohnraumlüftung warm bleiben sollte. De facto kommt man aber ohne Zusatzheizung nicht wirklich aus, was von mehreren Seiten bestätigt wurde. Und hier käme ja eigentlich unser Gaskamin ins Spiel. Laut Berater von Zenker wäre es gerade mit der KWL kein Problem, die dadurch erzeugte Wärme auch in den Rest des Hauses, also ins Obergeschoß zu transportieren. Laut Haas und entsprechenden Energieberatern ist dieses Konzept aber wiederum fraglich. Sobald wir mal den Grundriss und die Dämmwerte fixiert haben, müssen wir wohl mal zu verschiedenen Energieberatern gehen. Sinnvoll wäre definitiv auch mal ein Besuch eines Passivhauses jetzt im Winter, um das Wärmeniveau und die Verteilung zu checken. Vorerst ließ ich mich mal direkt bei der VEG beraten. Leider war ich nach fast drei Stunden immer noch nicht wirklich schlauer :(

GaskamineAnfangs wurde ich mir mal der Gaskamin im Foyer live vorgeführt. Leider haben sie dort auch nur einen uralten offenen Kamin, der de facto nicht wirklich zum Heizen geeignet ist und mit unseren Vorstellungen nicht allzu viel zu tun hat. Offene Gasfeuer haben wir ja bereits gesehen und da waren wir absolut begeistert. Auch heute konnte ich mich wieder vom schönen Flammenbild überzeugen. Allerdings kamen wir dadurch auf die breiteren Kamine zu sprechen, bei denen in den Prospekten die Flammen deutlich kleiner und künstlicher wirken. Nach einer kurzen Anfrage beim Vertrieb der Bellfires-Kamine weiß ich nun, dass die breiten Panoramakamine tatsächlich eine klar kleinere Flamme haben als die kleineren, dafür etwas höheren Varianten. Insofern ist wohl klar, dass eher ein kleinerer Kamin eingebaut werden soll, der dann auch ein deutlich attraktiveres Feuer erzeugen kann. Ich ließ mich dann auch noch zum Thema Gasherd und Gasgrill beraten. Obgleich ich jetzt nicht der große Grillmeister bin, hätte ich die Idee, einen Griller direkt an eine Gassteckdose anzustecken ziemlich cool gefunden. Keine blöden Gasflaschen, sondern richtig feiner Komfort. Die dafür ausgelegten Geräte sind aber leider extrem teuer, vermutlich auch weil es hier quasi keinen Markt gibt. Mehr als 2, 3 Modelle scheinen hier nicht zu existieren und die Teile kosten dann ca. 1000 Euro. Holy Moly. Etwas interessanter wäre aber wohl eine Gas-Kochplatte. Riki kennt das Zeugs ja von den Wien-Zeiten her, wo es eigentlich nur Gasherde gab. Die Vorteile liegen auch klar auf der Hand: nach Bedarf sehr heiße Temperaturen (zB für Wok) und eine sehr angenehme Regulierbarkeit. Dreht man den Regler beim Gas ganz aus, ist auch wirklich aus. Preislich bewegt man sich bei etwa 90cm breiten Kochplatten mit fünf Feldern auch so bei 1000 Euro. Mal sehen, was da vergleichbare Induktionsplatten kosten würden.

Nun ja, über das Drumherum weiß ich nun mal Bescheid, über das Wesentliche allerdings noch nicht so richtig, auch wenn wir darüber sehr lange gesprochen haben. Fakt ist, dass alle VEG-Mitarbeiter eine große Aversion gegenüber Passivhäusern haben. Es gab da wohl mal einen Firmenausflug in ein paar Häuser, die allesamt klar zu kalt waren. Wohl aber auch, weil es dort eben gar keine zusätzlichen Heizsysteme gegeben hat. Es kamen dann im Laufe des Gesprächs so ein paar Fragen und Ideen auf. Eben ob man die Wärme eines Gaskamins in die Fußbodenheizung einspeisen könne. Hier war man sich nicht ganz sicher. Wenn, dann bräuchte es einen entsprechend teuren Wärmetauscher und die Gefahr besteht dann aber, dass der Kamin auf Grund von Kondenswasser zu rosten beginnt. Letztlich wohl, weil zu wenig Hitze durch den Kamin ginge. Eine weitere Idee war, die Wärme direkt in die KWL zu speisen, was aber auch nicht ganz so trivial zu sein scheint. Bei der Erwärmung von Trinkwasser waren sich die Leute auch nicht ganz einig, ob die Temperatur ausreichen würde. Der Vorteil eines Gaskamins wäre ja, dass man die Flamme frei regeln kann, aber eine niedrige Flamme wäre dann wohl zu wenig. Fakt ist, dass ein Brennwertgerät etwa drei Mal so effizient ist wie so ein Kamin und der Dauereinsatz ohnehin nicht in Frage käme. Alles in allem also ein ziemlicher Hoiler. Die von Herrn Golob bei der Zenker-Beratung vorgeschlagene Idee fand dann noch am ehesten Anklang: die Luft direkt oberhalb des Kamins absaugen und in das obere Geschoß leiten und somit die Wärme zu verteilen. Im Prinzip ist das ja eh die ganz typische Passivhausanwendung. Nur dass halt normalerweise Holz- statt Gasöfen verwendet werden, was aber letztlich keinen großen Unterschied machen sollte. Nun ja, die Erkenntnis, dass ein wirklich breiter Kamin eh nicht so richtig rockt führt nun irgendwie dazu, doch auch mal die typischen Gasöfen ins Auge zu fassen. Ich finde zwar die „offenen“ verkleideten Kamine schon deutlich schöner, allerdings kosten die auch etwa das Fünffache! Bei den klassischen „Schwedenöfen“ gäbe es durchaus Modelle mit Panoramafenster und sogar solche, die sich drehen lassen ;) Es kommt jetzt halt mal drauf an, wie sich das Ganze entwickelt und wie wir Sofa und Essbereich effektiv platzieren werden.

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