Unterrichten und Bobby-DVD
Der heutige Tag blieb recht unspektakulär. Am Vormittag waren die Masterstudenten bei uns und va. Christian hat dann für die einzelnen Arbeiten entsprechende Tipps gegeben. Der Fortschritt ist soweit noch nicht der große Hammer, weshalb auch hier die Einhaltung des Zeitplans ein bisschen schwierig wird. Eigentlich sollte ich schon längst Input zum Thema Motion Capturing geben, aber irgendwie erachte ich das derzeit als wenig sinnvoll. Diese Technologie wird ohnehin niemand einsetzen, vermute ich, und so sollte man den Fokus doch auf die für alle relevanten Themen legen. Aber mal sehen, ob sich’s nicht doch beim nächsten Mal ausgeht. Heute stand jedenfalls Texturierung auf dem Programm, wobei hier weniger auf detailreiche, saubere UV-Maps eingegangen, sondern ein Workflow für weniger zeitaufwändige Texturierung gezeigt wurde. Und genau das wird wohl beim Semesterprojekt gebraucht
Am Nachmittag hatte ich dann ein Gespräch mit einem Bachelor-Interessierten. Wie es aussieht, haben wir kommendes Semester doch immerhin drei Leute. Naja, das ist leider noch lange kein Hit, denn wir bräuchten dringend Masterstudenten – insofern müsste die doppelte Anzahl an Bachelors bei uns ihre Abschlussarbeit machen. Aber mal sehen, wie sich das so in der nächsten Zeit entwickelt. Es gab in den letzten Jahren immer wieder Studenten, die sich phasenweise als extrem interessiert erwiesen, dann aber in letzter Konsequenz doch nichts mehr von dem Thema wissen wollten. Vermutlich, weil es einfach viel zu komplex und arbeitsintensiv ist, keine Ahnung. Jedenfalls gilt es derzeit, die drei Studs für zwei Sachen zu gewinnen. Zum einen haben wir als UCT einen Auftrag in der Schwebe, bei dem es um die Visualisierung von medizinischen Geräten und Vorgängen geht. Der Kunde wünscht sich aber eigentlich lieber Studenten und bietet daher für diese Arbeit einen Praktikantenplatz an. Zum anderen steht ja für die Alpinale so einige an: der Abschlussabend muss komplett gestaltet werden, aber auch für die die Abende davor braucht es ein ordentliches “On Air Design”. Sowas zu konzipieren oder auch natürlich konkret umzusetzen, wäre meiner Meinung nach eine coole Herausforderung als Bachelorarbeit. Vielleicht muss ich diese Idee auch noch anderen Leuten an die Nase binden, die sich zB mit Motion Design beschäftigen wollen.
Am Abend machte ich uns zuerst mal ein paar Toasts, um den größten Hunger zu stillen. Anschließend machten wir es uns auf der Couch gemütlich und warfen eine der beiden Arthaus-DVDs ein, die Riki in München gekauft hatte. Ich war damals ja so brav diszipliniert und packte keinen einzigen Film ein. Denn die blu-ray kommt nun wirklich in riesigen Schritten auf mich zu! Zum einen möchte ich im Dezember wirklich den Beamer-Kauf tätigen, zum anderen werden die Disks doch immer billiger. D.h. es gibt leider noch sehr viele Filme zum Preis von 30 Euro, aber in letzter Zeit können va. aktuelle Filme um das gleiche Geld wie normale DVDs erstanden werden. Es wird also interessant
Nichts desto trotz sind bei unserem beschissenen Fernseher derzeit natürlich auch PAL-DVDs gut genug. So landete also der Film Bobby im Player, der uns schließlich für knapp zwei Stunden ganz gut unterhielt. Der Streifen ist meiner Meinung nach in zweierlei Hinsicht besonders interessant: ich als alter Politikbanause hatte ehrlich gestanden keinen Plan, dass der Bruder von John F. Kennedy fünf Jahre nach dem Attentat ebenfalls – als angehender Präsident – erschossen wurde. Und ich wusste auch nicht, dass sich für diesen Film eine unglaubliche Horde an Hollywood-Stars versammelt hat. Prinzipiell kennt man echt jeden einzelnen Schauspieler, obgleich es teilweise schwer fällt, sie auch wirklich zu ERkennen. Vermutlich liegt es gerade bei den Damen daran, dass sie praktisch nicht geschminkt waren, was Teil des Konzepts darstellte. Demi Moore und Sharon Stone hätte ich also echt nicht wirklich erkannt
Ach ja, und noch eine interessante Tatsache wurde mir durch diesen Film bewusst: Emilio Estevez ist der Sohn von Martin Sheen und dem zufolge Bruder von Charlie Sheen – sehr schräg. Überraschungen hielt der Film sonst eigentlich dann eher wenige bereit, auch wenn das Konzept an sich doch mal was recht Neues ist. Der praktisch soeben gekürte zukünftige Präsident wird in der Küche des Ambassador-Hotels erschossen. Einige Passanten werden ebenfalls schwer verletzt. Nun geht es aber eigentlich weniger um Robert Kennedy und dessen Tod, sondern um die Personen, die sich eben zu diesem Zeitpunkt auch im Raum befanden. De facto werden Geschichten von 12 Personen erzählt, die miteinander nur zwei Sachen gemeinsam haben: sie logieren oder arbeiten im gleichen Hotel und sind am Ende bei der Erschießung live dabei.
Solch Episodenfilme sind unter Umständen ja durchaus was Feines. Man könnte sowas ja auch als geschickte Verwebung einzelner Kurzfilme nennen. Mir fallen gerade spontan zwei ganz cool Filme ein, die nach diesem Prinzip arbeiten: Magnolia und Tatsächlich Liebe. Letzterer ist ein echter Hit und gehört inzwischen schon zu meinen Lieblingsfilmen. Weniger gelungen wäre hingegen Paris, je t’aime, wobei diese Kurzfilmansammlung eben primär daran scheitert, dass es keinerlei Verbindung und Konzept gibt. Bei Bobby jedenfalls ist die Aufsplittung in verschiedene kleine Handlungen ganz gut gelungen. Zwar sind nicht alle Stories unbedingt erzählenswert, aber manche spiegeln doch das Leben, die Einstellung und die Probleme von damals gut wider. Ob LSD-Trip, Heirat als Flucht vor dem Einzug in den Vietnam-Krieg oder natürlich der Einsatz in der Wahlkampagne – diese Einzelgeschichten stimmen absolut und fügen sich wunderbar in das Ensemble ein. Die eine oder andere skizzierte Beziehungskrise hätte vermutlich an jedem Ort zu jeder Zeit ähnlich stattgefunden, aber man wird als Besucher zumindest ordentlich in das Geschehen eingebunden. Zum Schluss bleibt ein interessanter Film mit vielen kleinen Fetzen, die zumindest teilweise die damalige Zeit skizzieren. Man hätte definitiv noch mehr daraus machen oder mehr Bezug zum Anschlag herstellen können, aber im Großen und Ganzen ist der doch ziemlich unbekannte Film durchaus einen Blick wert!
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- Datum: 21. November 2008
- Kategorie: Medien, Offlinemedien, Arbeit, Unterrichten
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