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Wieder mal ein Poetry Slam

21. Mai 2009, 58 Mal gelesen.
 

Feiertagsalarm, juhu! Wir haben den schönen sonnigen Feiertag heute hauptsächlich zum Faulenzen genutzt. Zu Mittag sahen wir uns mal das Angebot des neu eröffneten Löwen in Tisis an. Leider wurde uns dort nur eine sehr limitierte Sonntagskarte offeriert, von der ich dann die ziemlich witzig klingenden Spargel „Hawaii“ mit Currysauce orderte. Waren auf jeden Fall ganz lecker, mit 17,50€ aber doch ne Spur überteuert nach meinem Geschmack. Am Nachmittag fummelte ich auf der Terrasse mit meinem Laptop herum. Ich bin derzeit ja ständig mit meiner neuen Fernbedienung beschäftigt, die es erst Mal zu programmieren gilt. Dabei habe ich weder vom Scripten noch vom allgemeinen Prozedere irgendeinen Schimmer. Dauert dann halt alles ein bisschen länger. Im Übrigen hat sich heraus gestellt, dass mein Router bzw. Accesspoint nicht gerade optimal ist. Das Teil könnte an und für sich sowohl auf Band n als auch Band g unabhängig voneinander funktionieren, allerdings ist es gerade diese Dualbandfähigkeit, mit der die Remote Control nicht klar kommt. Na tolle Sache. Nach einer kurzen Recherche bemerkte ich dann, wie schwach die Einstellungsmöglichkeiten des Routers eigentlich wirklich sind. Keine Chance, hier eine Frequenz komplett lahm zu legen oder den DHCP-Server in irgendeiner Weise zu konfigurieren. Ich hoffe, hier legt Buffalo endlich die von vielen lang ersehnten Firmwareupgrades nach. Apropos: das mit dem Austausch der Infrarotbox für die PS3 klappt nicht so ganz wie ich erhofft hatte. Würde ich mein aktuelles Teil gegen das neueste Produkt tauschen wollen, dürfte ich 65$ hinlegen, was mir dann doch viel zu viel ist. Daher lass ich nun einfach bei meinem Gerät die Firmware flashen. Ein Prozedere, das ja eigentlich problemlos daheim zu erledigen sein sollte, aber hier habe ich dann wohl leider eines dieser Montagsprodukte erwischt. Immerhin ist Schmartz so fair und schickt den Ersatz gleich nächste Woche zeitgleich zu meiner Rücksendung auf den Weg, damit ich nicht so lange warten muss. Soda, nun aber endlich zum eigentlichen Thema des heutigen Tages…

Poetry SlamAm Abend trafen wir uns mit Jonny beim Spielboden zum Poetry Slam. Nachdem wir was getrunken hatten, spazierten wir gemütlich in den Saal, der überraschend leer war. Normalerweise bekommt man überhaupt keinen Platz mehr, wenn man sich nicht brav vor dem Eingang angestellt hat. Beim heutigen genialen Wetter schien das ein wenig anders zu laufen. Allerdings waren dann zu Beginn der Veranstaltung doch die Ränge wie gewohnt gefüllt. Wir haben noch feine Stühle in den vorderen Reihen ergattern können – deluxe! Makim Pause eröffnete die Veranstaltung in gewohnt souveräner Manier. Seine heutige Helferin war nicht besonders zurückhaltend und räumte gleich mal den ganzen Kühlschrank auf der Bühne aus, um ihren Kollegen ein Bierchen zu bringen *grins* Gegen halb neun ging es dann endlich los. Schwach war diesmal, dass nur fünf professionelle Slammer mit am Start waren. Stark hingegen, dass die Lokalmatadoren heute echt ein ordentliches Niveau aufweisen konnten. War der erste Auftritt noch etwas schwach, überraschte der als Zweiter auftretende 15jährige Reflect&Act-Camper mit einer echt witzigen Idee. Er zappte sich lyrisch durch das Abendprogramm und erstellte durch das Umschalten zwischen den Sendern einen ganz witzigen Text aus vielen verschiedenen Schnipseln. Doch kein Licht ohne Schatten: der absolute Tiefpunkt des Abends ließ nicht lange auf sich warten. Bereits das Erscheinen auf der Bühne ließ nichts Gutes erahnen: knallrotes Kleid mit einer pinken Spar-Tasche, ein Theater, ob sie jetzt auf einem Barhocker oder dem Sofa sitzen soll, gleich ein Bier geordert, etc. Dann ging es los mit einem banalen, langweiligen Text, der in der letzten halben Minute durch diverse ekelhafte Obszönitäten schockieren sollte. Das Wechselspiel Langeweile und Provokation ist allerdings doch ziemlich in die Hose gegangen. Keine Ahnung, ob die Ona hier eine öffentliche Therapie ihres eigenen Fetisch-Problems anvisiert (sie faselte was vom Lecken Blut triefender Schwänze) oder ihr Nachname “Nie” sie zu solchen Ausbrüchen bewogen hat. Das Publikum quittierte ihre (Gott sei Dank nur geistigen) Ergüsse jedenfalls völlig zu Recht mit der niedrigsten Punktezahl des Abends. Dafür riss der letzte Beitrag der Vorrunde die Vorarlberger wieder ordentlich raus. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals ein Vortragender von der offenen Liste nach den ersten zwölf Beiträgen in Führung lag. Hier war es aber tatsächlich so, dass der Poetry Slam-kritische Text die volle Punktezahl erreicht hat und das nicht mal zu Unrecht.

Im Halbfinale hatte der Ländle-Poet dann allerdings Probleme, wurde die Konkurrenz aus dem Profilager doch immer stärker. Ganz vorne mit dabei war auch heuer wieder Carla. Das Mädel lieferte einen genialen Liebestext, der den aus der Vorrunde sogar toppte. Das Mädel schafft es wirklich, tiefgründige Poesie mit viel Humor zu vermischen. Ihr Halbfinaltext Mit dir (Youtube Video) war für mich eines der großen Highlights des Abends, insbesondere der Part “aber wenn ich mit dir im Kanu am Bodensee untergeh, dann ist das auch okay”. Aber auch der Text des anderen Finalisten war ein echter Knaller. Paul aus Graz verschachtelte gekonnt etliche Werbeslogans und Themen aus der Fernsehwerbung in eine äußerst amüsante Geschichte. Ehrlich gestanden kannte ich nicht alle Werbungen und musste insbesondere bei den Highlights, die für schallendes Gelächter sorgten, passen. Aber der Text war trotzdem gut ;) Und Paul wusste definitiv, wie er seine Arbeit vorzutragen hatte. Aber auch die anderen Semifinalisten wussten zu unterhalten und haben den Einzug ins Finale nur knapp verpasst. Da war zum einen der Tscheche, der es definitiv verstand, seinen Akzent zu seinen Gunsten einzusetzen. Ihm zuzuhören war einfach eine Wucht ;) Die Texte unterhielten primär durch ihre Banalität. Eine unglaubliche Mischung aus Einfachheit und Tiefgründigkeit lieferte der vierte Halbfinalteilnehmer mit seinen unheimlich emotional und abwechslungsreich vorgetragenen Texten. War schon der erste Hip Hop Freestyle zum Klimawandel (CO2, Treibhauseffekt, das find ich gar nicht korrekt – wenn ich euch auf der Straße seh, dann tu ich euch richtig weh!.. so ähnlich zumindest) echt cool, legte meiner Meinung nach sein Text zur Erotik echt noch eins drauf und hätte den Finaleinzug durchaus auch verdient. Da Niveau war also unglaublich hoch und so kam es beim Stechen zwischen Paul und Carla tatsächlich zu einem Gleichstand. So gab es dann auch zwei Zugaben, ehe die Show kurz vor Mitternacht zu Ende ging.

Vor Jahr und Tag..

 
 

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