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Kultfilm-Alarm

21. Januar 2010, 66 Mal gelesen.
 

metropolisAm heutigen Donnerstag wartete ein wahres Kulturschmankerl auf mich. In der Firma Omicron wurde der Kultfilm Metropolis vorgeführt. Ich muss ja gestehen, dass mich die richtig alten Schinken nie sonderlich interessierten, obgleich sie eigentlich für Medien- und Filmfreaks zum absoluten Pflichtprogramm gehören. Ein klein wenig geprägt hat mich hier definitiv Battleship Potemkin. Ein halbstündiger russischer Schwarz/Weiß-Film, den wir im Rahmen des Intermedia-Studiums ansehen und analysieren durften. Das Ganze war dann eigentlich ein unheimlich langweiliges und in heutigen Zeiten absurd anmutendes Werk, welches aber auf Grund der Montage ach so toll sein soll. Nun ja. Leider kann ich auch andere für das Kino wichtige Klassiker wie Citizen Kane und so auch nicht würdigen. Metropolis von Fritz Lang wurde 1927 gedreht, kostete unheimlich viel Geld und war damals ein satter Flop. Nicht ganz zu unrecht wie ich nun sagen muss, aber dazu später ;) Der Clou an diesem Event war jedenfalls, dass der Film live von einer vierköpfigen Band musikalisch untermahlt wurde. Live-Musik bei einem Film durfte ich im letzten Jahr ja schon ein Mal genießen und zwar bei Universalove. Das war eigentlich ein ziemlicher Knaller, wobei auch der Film selbst schon als recht hochwertig zu bezeichnen ist. Bei Metropolis war das dann aber doch ein wenig anders. Die Musiker gaben zwar definitiv ihr Bestes, den vielen Besuchern ein ordentliches Erlebnis zu bieten, aber der Film selbst war dann doch grenzwertig. Wenn ich die DVD daheim eingelegt hätte, wäre sie spätestens nach zehn Minuten wieder raus geflogen ;) So musste ich aber durchhalten und letztlich war das auch gut so, denn das letzte Drittel war noch ziemlich gut. Es braucht auch einfach seine Zeit, mit dieser Art von Kino klarzukommen.

Während heutzutage bei vielen Filmen ein Kameraschnitt dem anderen folgt, gab es damals natürlich sehr lange Szenen ohne Unterbrechung. Das ist ja auch was Schönes – wenn man allerdings minutenlange Dialoge mit ansehen muss, die man auf Grund des Stummfilmcharakters ja gar nicht mal hört, wird das dann schon mühsam. Ab und an werden die guten alten Texttafeln eingeblendet, um dem Inhalt der Dialoge wenigstens halbwegs folgen zu können, aber das macht die Sache auch nicht wirklich spannender. Vermutlich sollte man davor noch eine Ausbildung als Taubstummen-Dolmetscher machen, um auch schön jeden Satz von den Lippen lesen zu können *grins* Amüsant natürlich auch der Look des Films. Die von alten Filmen bekannten Zeitraffer-Sequenzen wechseln hier mit super langsamen und sehr amüsanten Zombie-Walks ab. Die Schauspieler überspielen jede einzelne Emotion bis zum Erbrechen. Man kann ihnen hier wohl keinen Vorwurf machen, immerhin mussten sie die nicht vorhandene Akustikebene kompensieren, aber irgendwie wirkt das Ganze wie eine super-schlechte Soap oder ein C-Movie mit Chuck Norris – nur ohne Sprüche und ohne Action. Die übertriebene Mimik und Gestik wäre vielleicht für Verhaltensforscher ganz interessant, so von wegen non-verbale Kommunikation. Ja, man sieht schon, ich hätte hier noch einiges zu bekritteln. So ach die Tatsache, dass über lange Strecken des Films eigentlich nicht wirklich was passiert. Eben erst im Furioso geht dann die Party ab: Maschinen werden zerstört (Merke: viel Nebel = Explosion), Gebäude überflutet (Merke: Wasser im Puppenhaus = Überschwemmung eines Wolkenkratzers) und Hexen verbrannt. Action pur also, die dann vieles wieder wett machen konnte, genauso wie das kleine Buffet im Anschluss an den Film.

Vor Jahr und Tag..

 
 

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