AK-Kurs und Patrick’s
Heute war wieder AK-Kurs-Tag von 9:00 bis 16:30. Die Teilnehmer waren wieder komplett anders als beim letzten Modul, aber ich hab alle schon vom allerersten gemeinsamen Tag gekannt. Eine Spanierin, Asiatin und Sascha, Wirtschaftsfreak. Natürlich war auch Andrea dabei und natürlich gingen wir wieder ins Mundart essen – war sehr nett. Thematisch ging’s um die Arbeit in Gruppen, allerdings muss ich sagen, dass unser gute Stefan extrem von der typischen AK-Kurs-Situation abgedriftet ist. Womöglich lag’s auch ein wenig an Sascha, ich weiß nicht, jedenfalls erzählte der Leiter uns primär von Unternehmen und so. Also nix normaler Kurs, sondern komplexe Prozesse in der Wirtschaft, etc. Es war zugegebenermaßen schon recht interessant und auf jeden Fall ziemlich amüsant. Und das, obwohl es primär Frontalunterricht war, Gott sei Dank keine komischen Gruppenarbeiten oder selbst was referieren
Okay, was haben wir gelernt? Einiges über Gruppendynamik und deren Entstehungsprozesse und wie man damit umgehen kann. Aber leider eben sehr auf Wirtschaft und Unternehmensberatungsmanier. Ehrlich gesagt konnte ich nur sehr wenig wirklich für meine Kursleitertätigkeit mitnehmen. Sehr schade, aber das bestätigt durchaus meinen Gesamteindruck von dem ganzen Pädagogik-Zeug: Alles ganz nett, aber selten was wirklich Umsetzbares. Es ist mehr Bewusstseinsmachen, weniger ein Aneignen von Werkzeugen oder so. Wir drifteten auch recht oft ins Thema Kulturen ab. Dabei hat die Asiatin ein paar sehr interessante Infos gebracht, wenn auch nicht wirklich zum eigentlichen Kurs-Sujet. Sie erzählte ein wenig über die asiatische Kultur und Gesellschaft und die Unterschiede zu hier. China ist ja besonders krass, da jede Familie nur ein Kind hat, das dann extrem verwöhnt wird und nicht lernt, zu teilen und Kompromisse einzugehen. Im restlichen Asien ist es mit der Erziehung viel krasser: Dort müssen die Kinder ständig Angst vor den Eltern haben, da diese einen quasi verbannen, wenn man einen Scheiß baut. Ist man z.B. schwanger, ohne verheiratet zu sein, verachtet dich die komplette Familie und das war’s dann. Allgemein gibt es für die Asiaten kein “Verzeihen” oder eine zweite Chance. Sie hat gemeint, das wäre hier im katholischen Vorarlberg ganz anders. Da wo sie herkommt ist man wirklich wegen einem einzigen Fehler Feind für’s Leben, ohne zurück quasi. Sehr interessant waren auch die Aussagen von Tanja, der Spanierin. Also zusammenfassend war es ein netter Tag, der mir aber fachlich nicht viel brachte.
Kaum war ich zuhause, musste ich dann July in die Musikschule bringen. Danach kurz Mails checken, Riki meinen Laptop bringen und July wieder abholen. Ihr bei englisch helfen und dann wieder vor den Comp. Jetzt höre ich gerade das neue Sportfreunde-Album. Reines Fußball-Konzeptalbum, das soweit ganz okay klingt. Abends bin ich mit Leisi ins Patrick’s gedüst. Er holte mich gegen 21:00 Uhr ab, so um 1:30 war ich wieder daheim. Ham’s also recht lange ausgehalten. Zuerst mussten wir länger an einem Cocktail nuckeln, da alle Billard-Tische voll waren. Warum an den Wochenenden die hinteren, zur WM gekauften, Tische nicht geöffnet werden, ist mir schon ein Rätsel. Wir mussten auf 8 weitere Billard-Fuzzis warten. Naja, der Long Island Eistee war recht lecker und kostete nur 6,50 €. Also die Cocktails sind dort echt super billig, da darf man überhaupt nicht meckern. Ich laberte Leisi ein bisschen mit meiner Overclocking-Zukunft zu und erzählte ihm von unserer neuen Wohnung. Dabei kamen wir auf die Vor- und Nachteile einer Mietwohnung zu sprechen. Er und Sandra haben auch schon über einen Kauf nachgedacht, da sie sowieso in eine größere Wohnung ziehen wollen. Dabei hat sich rechnerisch aber kein großer Vorteil ergeben. Klar kann man einen Kredit in ca. 25 Jahren abzahlen, der monatlich gleich hoch ist wie eine passende Miete. Jedoch muss man dann wohl noch so 200 € Betriebskosten zusätzlich berechnen. Und das über eine solch lange Zeit gerechnet macht den Vorteil der “Altersvorsorge” glatt wieder zunichte. Würde also nur das Erb-Argument zählen: Zumindest haben die Kinder was vom gezahlten Geld und nicht nur die Vermieter. Tja. Leisis Einwand war, dass er gerade in Wien Wohnungen kennt, die schon ewig leer stehen. Einfach, weil der Block völlig heruntergekommen ist und sowohl Einrichtung als auch Layout einfach nicht mehr zeitgemäß sind: Früher wollte jeder Küche und Wohnzimmer getrennt, heute sollte es möglichst ein großer Raum sein und wer weiß, wie’s in 30 Jahren aussieht. Hm, irgendwie hat er womöglich recht, dass so gesehen Immobilien doch nicht so die bombige Wertanlage sind. Ich weiß es nicht – aber man muss hier wirklich sehr genau kalkulieren und die Vor- und Nachteil abwägen. Immerhin ist man bei einer Mietwohnung auch jederzeit flexibel und kann bei Geldengpässen auch mal eine kleinere, billigere Wohnung nehmen. Bei einem Kredit kann man aber maximal ein paar Monate mit der Rückzahlung aussetzen und muss dann wieder voll reinhauen. Jo, wie auch immer, das waren so seine Argumente, denen man durchaus was abgewinnen könnte. Apropos gewinnen: Habe Leisi vernichtend geschlagen, nachdem er öfters die Schwarze falsch versenkt hatte *lach* Naja, also bis auf 1 Mal hatte ich eigentlich keine Chance gegen ihn, aber was soll’s. Mir ging’s auch weniger um’s Spiel, hat sonst echt Spaß gemacht. Cool war auch das abschließende Darten, wobei wir dank Masters Out eh nicht so goldig unterwegs waren