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Bei Simon und Leisi in Wien

19. Dezember 2008, 56 Mal gelesen.
 

Heute Morgen gönnten wir uns ein recht ausgedehntes Frühstück mit feinen Brötchen, Käse und selbst eingelegten Zuchinis sowie einem ordentlichen Rührei. Die Baked Beans überließ ich dann nach ein paar Löffeln doch lieber Mäx – so britisch muss ich ja nicht werden ;) Gegen elf spazierten wir dann zum Schloss Mirabell, wo sich dann unsere Wege trennten. Ich lief zum Bahnhof und erwischte gerade fein einen früheren Zug. So war ich bereits um halb zwölf auf dem Weg zu meiner nächsten Station: Wien. Auf der Fahrt war ich noch recht produktiv. Ich habe die ganzen Fotos, die ich gestern gemacht habe sortiert, bearbeitet und kommentiert. Außerdem noch den einen oder anderen Blogeintrag vervollständigt und gleich online gestellt. Ja, ich habe gnadenlos mein HSDPA-Modem angeschlossen und mal die Internet-Connection im Zug abgecheckt. Leider wurde ich ziemlich enttäuscht, da die Verbindung ständig abgebrochen ist. Erst als ich auf Edge/UMTS umgestellt habe, blieb die Verbindung halbwegs stabil, aber halt langsam. Besonders nervig warn dann diverse Tunnels und Konsorten, die mir immer wieder die Leitung kappten. In einem kleinen Wahn klopfte ich dann sogar noch ne Partie Poker, die aber leider jäh und böse endete. Im Omaha Hi raiste ich mit einem Set und Flushdraw bereits am Flop in Potsize, was ein Bursche callte. Am Turn hatte ich dann mein Fullhouse und stellte all meine Kohle hinein. Okay, ich hatte nur Bottom-Set, aber immerhin. Der Hammer war dann, dass dieser Idiot meinen Bet mit Midpair und Bube-Kicker callte. Okay, er hatte auch Bottompair getroffen und somit am Flop schon Twopair, was aber durch das gepairte Board nichts mehr wert war. Jedenfalls trifft dieser Vollhoiler am River seinen Two-Outer, suckt sich ein besseres Fullhouse und schiebt mich damit vom Tisch. Danke, ich hab genug.

Um halb drei kam ich dann in Wien an und wurde mal von den massiven Umbauarbeiten am Bahnhof überrascht. Irgendwie fand ich dann letztlich aus dem Gebäude raus und stach Richtung Mariahilferstraße. Das Wetter war leider ziemlich übel und der Wiener Wind kotzte mich schon von der ersten Sekunde an. Mann, wie kacke ist denn das hier? Auf der Einkaufsstraße nervten massenhaft Leute und eine Menge Aktivisten und Bettler. Ich verzog mich dann mal kurz in den Müller, der aber auch völlig überfüllt war. Natürlich hätte es wieder einige gute DVD-Angebote gegeben, die ich aber nicht mal wirklich durchgesehen habe. Das blu-ray Regal war relevanter, aber eigentlich auch lächerlich klein. Die Preise trotz Promo-Prozente-Aktion mit stolzen 30 Euro pro DVD ziemlich uncool. Da lob ich mir doch Amazon und hoffe, dass die Disks auch nach Weihnachten so billig angeboten werden. Ich lief dann jedenfalls mal weiter bis zum Volkstheater, wo Simon sein Weatherpark-Büro hat. Dort warf ich mal meine Sachen ab, verzog mich dann aber noch ins Cafe gegenüber, weil er noch ein paar Dinge zu erledigen hatte.

Im “Flair” gönnte ich mir dann mal ne heiße Schokolade und las die beiden Heftchen die ich im Müller eingepackt hatte durch. Danach blätterte ich noch im Pokerbuch von Gus Hansen weiter. In Every Hand revealed dokumentiert er jede Hand während seines Triumphzuges bei den WSOP 2007. Vom Ansatz her ein recht revolutionäres Buch, denn immerhin hat er angeblich nach jeder gespielten Hand seine Gedanken notiert oder auf Band gesprochen und diese Aufzeichnungen dann für sein Buch genutzt. Es werden also keine üblichen Theorien besprochen, sondern hier gibt es die volle Ladung Hand Analysen. Während Phil Gordon in einem seiner Bücher oder auch Harrington in seinem letzten Buch über Hold ‘em-Turniere einzelne oft aus dem Zusammenhang gerissene Handbeispiele aufgeführt hat, gibt es hier wirklich ein komplettes Turnier nachzulesen. Und das hat was, va. bei Gus Hansen – denn hier kann man sich sicher sein, dass sehr viele Hände gespielt wurden ;) Nun ehrlich gestanden halte ich von seinem Spiel nicht wirklich viel. Ich denke, er zockt deutlich zu oft und redet sich auf die Odds raus. Klar – wenn du mit Müllblatt raist und der andere mit seinem All-In Move dir Odds von 2:1 gibt, kann man theoretisch mit jeder belieben Hand callen. Man geht schließlich davon aus, dass der Gegner mit irgendeiner As oder kleinem Paar pusht, weil er ja nicht mehr länger auf was Besseres warten kann. Und solange man zwei Live-Cards hat, ist man im Durchschnitt wohl 1:2 hinten. Wie beim “Bad Boys od Poker”-Special der WPT callt er dann also einen Re-Raise-Push durchaus mal mit 10-7 offsuit, was ich für absolute Bullenscheiße halte, aber der Erfolg gibt ihm letztlich wohl recht. Und so ist es durchaus mal interessant, in seinen Kopf zu gucken und zu erfahren, dass der Spieler nicht nur “mad” ist, sondern sich durchaus einiges überlegt und sowohl seine Reads als auch viel Mathematik in die Entscheidungen einfließen lässt. Sein Schreibstil (ich hab das Buch natürlich im Original) rockt auch ziemlich, wodurch das Lesen durchaus Spaß macht.

WienGegen halb sechs traf ich mich dann mit Simon und Gerti am Spittelberger Weihnachtsmarkt. Der Wind nervte, das feuchte Wetter hielt doch etliche Leute von einem Besuch ab. So memmten leider auch ein paar von uns ab, weshalb wir vorerst nur zu dritt unterwegs waren. Nach dem ersten Glühwein sahen wir uns mal die zwei Gassen ein bisschen genauer an. Ich hatte den Markt eigentlich größer in Erinnerung, aber was soll’s. Beim Runterlaufen ließ ich mir dann einen tollen Fünf Elemente-Punsch aufschwatzen, der angeblich besonders glücklich macht. Super Sache, Mädels, aber was soll’s – mal was Neues ;) Das Zeugs schmeckte dann auch wirklich sehr angenehm, hatte aber auch seinen Preis. Als wir uns dann im Eispalast am Museumsquartier mit Leisi und Sandra trafen, sah ich dann aber erst, zu was die Wiener wirklich fähig sind. Während am Spittelberg die meisten Getränke noch 2,90 kosteten, wurden hier die Preise mal kurzerhand auf 3,40 hoch geschraubt. Was geht eigentlich? Interessanterweise war die Bude voll gestopft mit jungen Leuten, echt schräg. Als ich das letzte Mal im MQ einen Punsch getrunken hatte, war alles noch ganz anders aufgebaut und die Qualität war damals schon noch deutlich besser. Ich erinnere mich an einen Mandarinen-Ingwer-Punsch, in den sogar frischer Ingwer hinein geschnitten war. Sowas findet man heutzutage leider nur noch selten, stattdessen wird man teilweise ja sogar mit Hofer-Glühwein verarscht (siehe Innsbruck). Wir suchten dann nach einer Futterlocation und landeten schließlich im Bio-Beisl Goldmund, das mit einigen feinen Leckereien auffahren konnte.

Nach dem feinen, ausgiebigen Essen kehrten wir dann doch nochmals zum Spittelberg zurück. Sandras Bruder verschanzte sich mit einer Horde Kollegen in einem Innenhof, der wenigstens ein bisschen windgeschützt war und deutlich länger Glühwein und Punsch ausschenkte als die Stände draußen. So hatten wir also noch ausgiebig Zeit für ein paar weitere Runden Punsch. Mit Leisi und Simon wurde es dann noch recht nett und witzig, als wir doch noch die eine oder andere Anekdote aus alten Zeiten ausgegraben haben oder zB unsere geplante Interrail-Jubiläumstour wieder zur Sprache brachten. Da einer der Typen, zu denen wir uns hier gesellt hatten, den 30. Geburtstag feierte, durften wir noch lauthals in entsprechende Jubelgesänge einstimmen. War also noch ein ganz witziger Ausklang. Kurz vor elf drängte Simon dann aber heim und nachdem die anderen ohnehin nur in die Bierstube zogen und mir das alleinige Zurückstapfen zu Simons Wohnung doch zu doof war, lief ich also auch mit ihm mit. Waren dann eh ziemlich lange unterwegs, sodass es Mitternacht wurde, ehe wir ins Bett kamen. Habe noch kurz ein paar Mails gecheckt und beantwortet, da gerade an der FH derzeit doch noch einiges zu erledigen ist. Ich beschloss dann aber auch das Licht und den Laptop auszumachen, um genug Schlaf ab zu bekommen.

Von heute gibt es natürlich auch ein paar Bilder in meiner Weihnachtstour-Fotogalerie.

Vor Jahr und Tag..

 
 

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