Beratungsgespräch und Glühwein
So langsam wird die Hausbau-Sache konkreter – heute hatten wir einen Termin im Wolf Musterhaus in Koblach. Ich hatte den ganzen Tag Unterricht und fuhr kurz nach der letzten Einheit mit dem Zug nach Klaus, wo es dann mit Riki noch eine Busstation weiter ging. Wir setzten uns mal an den Esstisch und ich breitete recht bald meine letzten Grundrissentwürfe aus. Diese haben wir dann auch recht konkret besprochen. Da der Berater schon jahrzehntelange Erfahrung hat, konnte er auch gleich was über die Statik sagen und die Machbarkeit überprüfen. Soweit scheint es also auch für große offene Räume eine gute Lösung zu geben. Relevant ist die Richtung der Verstrebungen in der Decke, dann braucht es auch nicht unbedingt eine Säule. Wobei mir diese gar nicht so ungelegen käme. Immerhin müsste dann der Lautsprecher nicht alleine mitten im Raum stehen, sondern er könnte sich ein wenig verstecken. Der geplante Unterzug zwischen Wohnbereich und Küche wäre aber genauso praktisch, da man so den Balken gleich in die geplante Theke mit einbinden könnte. Insofern lief also alles recht optimal. Wir haben so on the fly die weniger geschickten Grundrisse eliminiert und uns auf je zwei EG und OG Ideen beschränkt.
Derzeit schweben also zwei Ideen herum, die rein theoretisch auch bezahlbar sein sollten. Variante A ist eine kleine Abwandlung vom Combino Nova. Dieses Haus war eigentlich Hauptgrund, warum wir an Wolf Haus hängen geblieben sind: ein schöner Glaserker mit Luftraum. Jup. Letzteren wollten wir eigentlich nach unserem Gespräch mit Hannes und Moni eliminieren, aber irgendwie gefällt uns die Idee doch zu gut. Der Blick ins Musterhaus gab uns auch Recht, denn dort war ein Teil des Essbereichs auch doppelstöckig. Das gibt echt was her. Unsere Idee, dem Akustikproblem entgegen zu wirken: die Galerie oben ist nicht einfach ein offener Gang, sondern mein Büro mit einer eigenen Türe. Klar schirmt eine Geschoßdecke besser ab, aber zumindest ist die Sache so nicht ganz offen und im Notfall könnte man immer noch eine Art Fensterfassade an der Galerie montieren lassen. Beim Stiegenhaus sähe es derzeit so aus, dass sich der Aufgang in den oberen Stock im Gang befindet und der Kellerabgang im Wohnzimmer Natürlich gäbe es hier eine solide Türe und das Treppenhaus ist geschlossen, damit keine Kälte aus dem Keller rauf kommen kann. Diese etwas komisch anmutende Idee empfinde ich eigentlich als gar nicht so ungeschickt. Immerhin geht man tendenziell in den Keller, um die Wäsche zu holen und draußen aufzuhängen oder auch um Lebensmittel zu holen, die man ja nicht im Flur, sondern in der Küche benötigt. Im Übrigen bietet Wolf auch eine recht clevere Speise im Erdgeschoss an. Hier wird kein separater Raum in Anspruch genommen, sondern ein großer Schrank in die Ecke gestellt, der dann auch mit einer zur Küche passenden Türe versehen werden kann.
Variante B wäre ohne jeglichen Firlefanz. Kein Glaserker, 10m2 kleinere Wohnfläche. Wir haben diese Variante auf Grund der geringeren Basiskosten gleich als Passivhaus berechnen lassen. Denn eigentlich würde mich diese Sache schon weiterhin reizen, auch wenn es hier schon einige fiese Fehlerquellen gibt. Die kontrollierte Wohnraumlüftung würde ich zwar ohnehin gerne einbauen lassen, beim Passivhaus kommt man aber definitiv nicht drum rum und da liest man doch immer wieder von einigen Problemen. Der Erdwärmetausche muss hier ebenso optimiert sein wie die Lösung zur Feuchterückgewinnung, da angeblich die Luft ziemlich trocken werden kann. Irgendwie hängt die endgültige Entscheidung sicher hauptsächlich von den Kosten ab, wobei sich unsere beiden Varianten hier nicht grundlegend unterscheiden werden. Insofern spielt wohl auch die geplante Heizung eine große Rolle. Wir wollen auf jeden Fall einen schönen Gaskamin im Wohnzimmer haben. Also eine Glasfront mit sichtbarem Feuer im Stile des Camina Lusso Eck. Die Energieeffizienz von diesen Einsätzen soll ja einem Holzofen nahe kommen, mit dem Vorteil, dass man die Wärmeleistung sehr gut regeln kann. Und dass die Sache natürlich wunderbar bequem ist. Per Fernbedienung kann man hier ein- und ausschalten. Klar ist das Feuer nicht ganz so toll wie bei der Holzvariante, dafür muss man auch keinen Finger rühren und hat jederzeit Wärme nach Bedarf. Die Frage ist vielmehr, ob man nun den Kamin auch für die Beheizung via Fußboden nutzen oder die Energie irgendwo puffern kann. Solarenergie ist hier übrigens auch so ein Thema. Diversen Info-Siten zufolge scheint es hier ja regelrechte Verschwörungstheorien zu geben (Solarresearch, echt ein Blick wert!). Doch auch selbst Wolf Haus gibt das Einsparungspotenzial innerhalb von 20 Jahren mit gerade mal 3000€ an. Mit Amortisieren der Beschaffungskosten ist hier also nichts. In Frage käme die Sache nur, wenn sie zB verhindern würde, dass der Kaminofen jedes Mal zündet, wenn jemand heißes Wasser benötigt. Es sind hier also leider noch viele Fragen offen, die wohl erst durch ein paar Beratungen geklärt werden können.
Nach 2 ½ Stunden war die Sache dann vorbei. Wir haben unsere Ideen diskutiert, Positionen und Varianten von Fenstern diskutiert und letztlich noch das Musterhaus angesehen, das uns eigentlich recht groß vorkam für die 130m2. Anschließend mussten wir auf den Zug warten. Da wir ohnehin noch Hunger hatten schlichen wir geradewegs in die Imbissbude an der Klauser Bahnhaltestelle. Wir waren erst Mal ziemlich baff, wie viele Leute da drin waren. Und das bei völlig absurder total verrauchter Luft. Der Cheeseburger bzw. mein Gemüselaibchenburger waren dann aber richtig lecker und irgendwie war das schon ne schräge Sache. Der angeschriebene Glühmost blieb mir leider verwehrt, dafür haben wir uns dann daheim noch einen Topf Glühwein gemacht. Mit genügend Zucker war das dann auch grad ziemlich lecker. So endete also unser Beratungsevent mit einer feinen Glühweinaktion auf der Terrasse. Zum Wohle.
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