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Wellness in Brixen

19. Oktober 2009, 47 Mal gelesen.
 

BrixenVergangenen Samstag fuhr ich morgens mit Riki nach Brixen in Südtirol. Traurigerweie sammelte unser Zug bereits bis Innsbruck 20 Minuten Verspätung, weshalb wir unseren Anschluss verpassten. Ich düste dann gleich zum Schalter und ließ meine Karte umschreiben. Die Italiener tun nämlich immer sehr kompliziert und verlangen eine Platzreservierung. Wir nahmen dann den Regionalzug, der nicht viel länger als der geplante EC brauchte und waren dann halt mit einer Stunde Verspätung am Zielort. Vom Bahnhof liefen wir zum Hotel Goldene Krone, wo wir gleich eincheckten. Schlauerweise hatte ich vergessen, die Reservierung auszudrucken und mitzubringen. Ich musste dann in meinen Mailaccount und die entsprechende E-Mail weiterleiten. Huch, wäre ganz blöd ausgegangen, wenn das mit dem Internet nicht so geklappt hätte! Riki schlüpfte dann gleich in den Bademantel und nutzte ihren Massagegutschein, den ich ich zum Geburtstag geschenkt hatte. Eigentlich hätte der Saunabereich erst eine Stunde später geöffnet gehabt, doch sie heizten extra früher auf, damit ich während der Massage auch wellnessen kann. So hatte ich den kleinen aber feinen Saunabereich komplett für mich alleine und konnte auch meine eigenen Aufgüsse machen. Wir chillten anschließend noch im echt schönen Ruhebereich über den Dächern der Altstadt mit Blick auf den Dom, ehe wir uns in die Lobby begaben. Dort konnten wir nämlich ein paar Kuchenstücke gratis abgreifen. Die Auswahl war etwas mau, aber der ärgste Hunger wurde mal gestillt. Richtig satt wurden wir dann aber erst beim Abendessen. Die fünfgängige Halbpension erwies sich als ganz fein, wenn auch nicht besonders exklusiv. Nach dem ausgedehnten Mahl kurvten wir noch durch die Gassen der Altstadt, bewunderten die schön beleuchteten Gebäude (Foto: Dom) und fanden nach langem Suchen schließlich eine recht sympathische Bar. Im Platzl gönnten wir uns noch ein feines Getränk, ehe wir dann gegen elf ins Reich der Träume verschwanden.

Der Sonntag startete mit einem feinen ausgedehnten Frühstück.. Im Prinzip wurde alles angeboten, was man so braucht, um sich den Bauch vollzuschlagen. Rührei, Käse, Wurst und Co, Müslis, frische Joghurts, Obstsalat, ein paar Süßigketen und ein paar andere Dinge. Nach etwa einer Stunde zogen wir dann zum Acquarena. Vom Hotel erhielten wir einen Gutschein für den Schwimmbereich, wir mussten dann nur noch 7 Euro drauf zahlen, um auch den Wellnessbereich zu nutzen. Und das hat sich auf jeden Fall rentiert! Ich finde das ziemlich schräg, dass praktisch mitten im Herzen der Stadt solch eine riesige Bade- und Wellnessoase hingepflanzt wurde. Der Schwimmbereich hat uns nicht sonderlich interessiert, dort waren bereits um halb elf schon sehr viele nervige Kinder unterwegs. Und mehr als ein Sportbecken und Außenbecken mit ein paar Whirlliegen gab es ohnehin nicht. Also wechselten wir bald den Bereich und wurden vom echt genialen Saunaareal überrascht. Edle Architektur paarte sich mit einem vielfältigen Schwitzangebot. Sehr genial war die Kräutersauna, die mit 60 Grad vor sich hindampfte, einen herrlichen Duft verbreitete und ein sehr angenehmes Schwitzen ermöglichte. Ansonsten machte ich hauptsächlich von den finnischen Saunen und den dort stündlich abgehaltenen Aufgüssen Gebrauch. Diese waren absolut solide, nicht übertrieben, aber angenehm und mit guten Düften. Wir bekamen auch mal Gemüsespießchen und solch Zeugs. Besonders witzig waren auch die diversen Filzhüte, die manche Besucher an hatten. Ob das nun ein Südtiroler Modegag ist oder einen besonderen Zweck hat, war mir ehrlich gesagt nicht klar. Solche Hüte hatte ich noch nie gesehen, obwohl wir jetzt wirklich schon oft und an vielen verschiedenen Orten saunieren waren. Eine kurze Google-Recherche gab jedenfalls Aufschluss über die Saunahüte: sie ermöglichen ein noch angenehmeres Saunieren. Leider wurde die Sauna im Laufe des Nachmittags immer voller und voller und so zogen wir um vier wieder ab. Wir waren eh schon fünf Stunden drinnen und so hat das eh ganz gut gepasst. Vor dem Gehen musste ich mich noch auf die Suche nach meinem Handtuch machen, das plötzlich verschwunden war. Die Suche war leider erfolglos und hiermit wünsche ich dem Entführer meines Tuchs viel Spaß mit meinen Körperflüssigkeiten *g* Im Hotel gönnte ich mir dann noch einen Bonussaunagang, dann stand eh schon bald das Abendessen auf dem Programm. Dies Mal waren schon deutlich Speisen im Angebot, die auch qualitativ voll überzeugen konnten. Yammi. Die Suche nach einer offenen Bar erwies sich dann als ziemlich schwierig und so nahmen wir letztlich noch in der Hotelbar einen Gute Nacht-Drink.

Heute sahen wir uns nach dem Frühstück noch die Altstadt an. Im Prinzip hatten wir an den vorigen Abenden schon alles gesehen, aber halt tendenziell im Dunkeln. Am heutigen Montag war auch deutlich mehr los in den Straßen und der strahlend blaue Himmel ließ die Stadt in ihrem mittelalterlichen Glanz erstrahlen. In einigen Gassen hat man glatt das Gefühl, durch Feldkirch zu laufen. Letztlich ist dann Brixen aber doch ne Spur größer und hat auch noch mehr Tore und andere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Einzig mit der Gastronomie tut man sich ein bisschen schwerer. Uns hat der Halbpensionszwang im Hotel jedenfalls nicht groß gestört. Zum Shopping haben wir schon ein paar kleine nette Läden gefunden. Hier gibt es doch ein paar Kunsthandwerkangebote und auch im Teeladen haben wir zugelangt. Besonderes Highlight der Stadt ist sicher der Dom, der insbesondere im Inneren seine Reize hat (Foto: Dom von innen). Aber auch der weitläufige Domplatz hat was. Ringsum nur schöne alte Gebäude, ab und an ein Café, ein Brunnen, ein paar Pflanzen. Wir hätten uns dann noch gern eine Ausstellung in der Hofburg angesehen, doch leider war diese geschlossen (Foto: Hofburg-Hof). Weiters führte die Tatsache, dass gnadenlos sämtliche Geschäfte zwei Stunden Mittagspause machen, dazu, dass wir unsere Rückreise doch früher als ursprünglich geplant antraten. So schön die Stadt auch ist, so klein ist sie doch auch. Eine Stadtführung wäre sicher noch nett gewesen, wurde aber erst am Abend angeboten. Klar hätte man auch noch auf den direkt angrenzenden Hügeln und Bergen eine solide Wanderrunde drehen können, aber wir waren ja zur Erholung da ;) So waren wir dann, natürlich wieder mal mit einer ordentlichen Verzögerung, um 17:30 in Feldkirch. Pietje empfing uns in der Wohnung schon sehnsüchtig. Wir machten uns dann noch feine Pestonudeln und eine Tasse von dem leckeren frisch gekauften Tee. Je später es wurde, desto massiver wollte ich dann auch gleich unsere neuen Architekturideen zu Papier bringen. D.h. eigentlich „zu Monitor“ oder „zu Datei“, wie auch immer man hier sagen möchte. Jedenfalls bastelte ich noch bis in die Nacht recht intensiv an ein paar Grundrissen und Modellen.

Kurzes Brixen-Fazit: die Mittelalterstadt hat extrem viele schöne Gebäude und Sehenswürdigkeiten zu bieten und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Am Wochenende wirkt die Stadt aber tendenziell ausgestorben, hier sollte man entweder eine der vielen Wandermöglichkeiten nutzen oder das geniale Bade- und Wellneszentrum Acquarena besuchen. Hotels gibt es genug und eigentlich sind alle irgendwie „mitten im Herzen der Altstadt“. Wir hätten uns noch gerne eine Törggele-Runde gegönnt, aber ohne organisierte Tour scheint das doch her schwierig zu sein.

Vor Jahr und Tag..

 
 

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