Podcatcher
Ich habe mich in den letzten Tagen nochmals ganz massiv nach vernünftigen Podcatchern umgesehen. Die Medienbibliothek von iTunes hat mich einfach zu sehr genervt. Dass der zu beobachtende Ordner nicht frei wählbar ist, ist einfach nur erbärmlich, zudem ist auch der Speicherort der Podcasts nicht abzuändern. Alles passiert immer in fix festgelegten Unterordnern. Lösung bietet mir jetzt das Tool namens Doppler. Leider gibt es das nur für Windows und iphone, aber nicht für Mac OS X. Da muss ich mir dann also noch irgendwas einfallen lassen, wenn ich die Podcasts auch auf dem Notebook einbinden möchte. Aber kurz zu den Features der neu entdeckten Software: cool ist schon mal, dass man für jeden Feed einen eigenen Downloadordner festlegen kann. So ist die Sammlung auf der Festplatte auch gleich schon in bester Ordnung, zumal man auch den Namen der einzelnen Videos festlegen kann. Während iTunes die Filenamen nach einer gewissen Anzahl Buchstaben kappt, liefert Doppler auch wirklich sinnvolle Benennungen ohne Beschränkungen. Als Zusatzzuckerl kann man sich die Files sogar gleich mit individuell automatisierten Tags versehen lassen – sowohl Video als auch Audio. Der Übersicht im Tool selbst kommt die Einteilung in Kategorien zugute. Ein Feature, das ich in iTunes und Winamp schwer vermisst habe. Außerdem ist es deutlich angenehmer, mehrere Episoden manuell gleichzeitig herunter zu laden. Scheduling und Import von OPML-Files funktioniert übrigens auf Anhieb, was bei vielen anderen Podcatchern leider nicht der Fall war. Beim Einsatz von mehreren PCs kommt zum einen das automatische Überspringen von bereits vorhandenen Downloads, zum anderen die Möglichkeit des „Catch Up“ zum Tragen. Wurden Dateien schon von einem anderen Client herunter geladen, ist also ein umständliches Importieren in eine Medienbibliothek oder Ähnliches gar nicht nötig. Soweit, so gut. Was mir noch fehlt ist die Anbindung an ein Web 2.0 Service. Ich möchte meine Feeds online verwalten können und zwar komplett. Dabei ist es weniger wichtig, neue Abos von überall aus hinzufügen zu können. Interessanter fände ich das Synchronisieren von Playcounts. So wäre jederzeit von jedem Rechner aus einsehbar, welche Videos man schon wie oft gesehen hat und welche eben noch gar nicht. Jetzt hat das Tool aber einen ganz großen Haken: es wurde seit langem nicht mehr weiter entwickelt und ist nur als Betaversion verfügbar. Und die ist leider instabil ohne Ende. Unter Windows 7 ist das Tool jedenfalls überhaupt nicht zu gebrauchen, bereits nach wenigen Momenten kommt die Fehlermeldung und tschüss.
Schade, ich hatte kurzzeitig geglaubt, das richtige Tool für mich gefunden zu haben. So musste ich dann doch wieder weiter gucken, die podcastmatrix (die leider alles andere als komplett und aktuell ist) checken, in diversen Wikis nach Tipps suchen und so weiter. Von Winpodder über gpodder habe ich so ziemlich alles ausprobiert, auch den für normale RSS Feeds ausgelegten RSS Bandit habe ich nochmals ausgegraben. Leider sind solche Reader wirklich völlig unbrauchbar, wenn es um Podcasts geht. Zwar ist das Downloaden generell möglich, aber der Komfort ist deutlich zu niedrig. Schließlich und endlich bin ich nach gescheiterten Versuchen, Miro zu installieren, bei ZiePod gelandet. Miro läuft zwar zumindest auf Mac OS X, ist aber eigtl. auch nichts anderes als ein iTunes-Klon mit nicht allzu vielen Optionen. Immerhin könnte man den Watchfolder manuell definieren, aber da unter Windows 7 64bit keine Installation möglich ist, kommt das Tool für mich ohnehin nicht in Frage. ziePod hingegen bietet im Prinzip die gleichen Features wie das oben angepriesene Doppler, läuft aber komplett stabil. Außerdem ist das Tool noch deutlich mächtiger als viele andere und das User Interface ist durchaus ansprechend. Besonders clever finde ich die Integration der Downloads. So kann ich nämlich direkt den Ordner von meinem Server einbinden, ohne dem Tool manuell sagen zu müssen, dass die Dateien schon mal gezogen wurden. Manko ist aber auch hier, dass keine Synchronisierung über ein Webservice möglich ist. Die kostenpflichtige Version hat übrigens auch einen Abspieler integriert, was das Ganze natürlich deutlich komfortabler macht. Leider wird das Tool auch nicht mehr weiterentwickelt und so empfinde ich den Aufpreis auf die Gratisversion von 20$ nicht ganz gerechtfertigt.
Zum Verwalten und Downloaden der Podcasts eignet sich Ziepod wirklich hervorragend, zum Abspielen hätte ich eigentlich gerne ein eigens optimiertes, über Web zu steuerndes Tool. Schöne wäre hier, einfach die Datei, in der die Abspielstatistik gespeichert wird, auf allen relevanten Rechnern zu synchronisieren. Dann wüsste ich immer genau, was ich schon gesehen habe und was nicht. Ich habe hier schon mal die Dropbox-Variante getestet, aber das funktioniert leider nicht. Auf dem Server läuft das Podcast-Tool ja permanent und wenn man hier die Config von einem anderen Rechner aus ändert, wird nur ein neues Conflicted Copy-File erstellt
Ich finde es ehrlich gesagt schon tragisch, dass unter den 20 getesteten Tools nicht ein einziges dabei war, das meine Anforderungen erfüllt. Nur die wenigstens bieten eine Synchronisation der Feeds mit Online Services an, aber auch ohne dieses Feature glänzt kaum ein Tool so richtig… Lösungsansätze habe ich derzeit zwei: a) Google Reader: unpraktisch, wenn man alte Videos hat, die man noch nicht gesehen hat. Außerdem muss man hier die Podcasts live streamen, was unter Umständen langsam oder gar nicht möglich sein kein. b) Orb: Jawoll, hier hab ich Dank Winamp wieder mal ein geniales Tool entdeckt, das so ziemlich genau das bietet, was ich suche. Dieses Service ist ein Hammer. Zum einen bietet es einige Möglichkeiten zum Sharen und Co, macht also richtig einen auf Web 2.0. Zum anderen funktioniert das Einbinden eigener Medien in diese Webplattform 1A. Im Prinzip ist es so ähnlich wie beim Squeezebox-Server von Logitech, der aber leider nur auf Audio-Wiedergabe limitiert ist. Dank Plugins kann man hier zwar auch Podcasts abonnieren und so, aber eben nicht wirklich komfortabel Video-Podcasts verwalten. Bei der Orb-Plattform hingegen können Fotos, Videos, Musikstücke und noch mehr online zur Verfügung gestellt werden. Das bedeutet: Zugriff auf alle Mediendaten von überall aus, ohne auf irgendein Tool angewiesen zu sein – Browser genügt. Wiedergabelisten, Suchfunktionen, Browsen, Detailansicht, Thumbnails – hier gibt es alles, was das Herz begehrt. Abspielen kann man die gestreamten Inhalte dann mit dem Medienplayer seiner Wahl oder ganz bequem auch über das Orb Flash-Plugin und somit direkt im Browser. Wenn man nicht die Top-Qualität braucht, sondern ein ruckelfreies Abspielen und problemloses Hin- und Herspringen innerhalb eines Videos ist letztere Variante empfehlenswert. Man kann nun auf dieser Webplattform die Videos umbenennen, beschreiben, taggen, bewerten, freigeben, etc. Negativ zu melden ist eigentlich nur der Geschwindigkeitsnachteil gegenüber normaler Software. Absolute Empfehlung also für alle, die ihre Medien gerne von überall aus griffbereit haben möchten und daheim einen entsprechenden Server laufen lassen. Was Security und so anlangt muss ich die Sache natürlich noch ausgiebig testen.
Vor Jahr und Tag..
- Bond ohne mich - 2008
- Präsentation, Pokerabend - 2007
- Datum: 19. Januar 2010
- Kategorie: Medien, Onlinemedien
- Wortanzahl: 1094 Wörter