Hase’s Hochzeitsfest
Huch, was für ein Stress. Natürlich musste ich noch für meinen Programmpunkt ein bisschen was fertig stellen und packen sowieso. Zudem konnten wir nun doch nicht wie ursprünglich erhofft mit Märre mitfahren und meine letzte Hoffnung Filipe hat heute seine ganze Familie im Schlepptau, weshalb dort also auch kein Platz ist. Nun gut, müssen wir also doch mit dem Zug fahren, also checken wir nochmals schnell den Fahrplan. Den nächsten schaffen wir unmöglich und zwei Stunden später ist auch deutlich zu knapp, zumal wir keinen Plan haben, wie wir dann überhaupt zum eigentlichen Ort kommen. Verdammt, also schnell Riki’s Eltern anrufen und hoffen. Gott sei Dank hat das noch so kurzfristig geklappt und so konnten wir gegen eins loslegen. Dooferweise verzögerte sich das Ganze dann aber doch noch, wodurch wir ein bisschen mehr in Stress gerieten. Ich fuhr dann auch recht zielstrebig dahin, Gott sei Dank gab es keine gröbere Hindernisse, sodass wir recht pünktlich um zwei in Igls waren, was ja doch leichter zu finden war als gedacht. Die Abkürzung durch den Arlbergtunnel hat uns halt einiges gekostet, aber es nützte ja nix. Als wir bei unserem Hotel die Sachen abladeten, überraschte uns die Wientrupp Leis und Simon samt Fraukes., die doch glatt schon dort war und gemütlich Mittag aß. Diesen Luxus konnten wir uns nicht leisten und so huschten wir gleich nach dem Beziehen des recht großen Zimmers wieder los.
Nach Mattrei am Brenner fuhren wir auf Empfehlung der Hotelrezeption über die Autobahn, die uns angeblich 2 Euro Maut kosten sollte. Und prompt durften wir auch gleich zu Beginn löhnen. Okay, kann man ja noch verkraften, sofern wir dann auch fein pünktlich ankommen. Ich war dennoch sehr angespannt und gestresst, hatte keine Luste irgendwie zu spät zu kommen. Und prompt wäre es fast zum Unfall gekommen. Irgendwie den Schulterblick nicht sauber gemacht und mein Fahren mit Innenspiegel war auch nicht so der Renner, da ich einfach zu unkonzentriert war. Jedenfalls schwenkte ich schon nach links zum Überholen aus und entdeckte in letzter Sekunde noch das Auto neben mir. Wäre kein Spaß gewesen, huch! Dabei ging sich ja eh alles wunderbar aus, mal abgesehen vom Finanziellen. Denn es wartete gleich die große Überraschung auf uns: 8 Euro Maut. Wie bitte? Ich hab ganz verdutzt gefragt, ob wir hier nun schon richtig sind nach Mattrei und ob das deren Ernst ist, für diese Strecke so viel zu verlangen. Tja, beinhart – aber immerhin wurde durch mein Motzen bald klar, dass ich ja schon 2€ gezahlt hatte, die ich mir nun wenigstens anrechnen lassen konnte. Ts, dennoch eine bodenlose Frechheit. Ich mein, für den Arlbergtunnel seh ich das ja ein, aber nicht für 10km Autobahn, für die man ja schon eine Vignette hat. Unglaublich, und so hat der Typ dort auch kein Keks bekommen, das wir beim Arlbergtunnel dem Kassierer angeboten ham. Der hat sich auch noch super gefreut
Nunja, weiter wär’s gegangen mit der fröhlichen Zahlerei, wenn nicht das Brautpaar die Maut zum Kloster Maria Waldrast übernommen hätte. Schon frustig, die Tiroler.
Shitteten dann also noch ein ganzes Stück den Berg hoch und kamen mehr als pünktlich beim vorerstigen Zielort, dem Kloster, an. Wunderbar. Ich plauderte mal mit dem ein oder anderen vom Polterabend, bis dann auch mal Hase aufkreuzte. Er gab mir noch Anweisungen, was ich dann zu tun hab und hechelte recht nervös in der Gegend rum. Um 4 wurden alle Besucher in die Kirche geschickt und nun hätte der große Auftritt der Braut kommen sollen. Diese ließ sich aber grad ein bisschen mehr Zeit. Ursprünglich hätte Hase sie per Telefon informieren sollen, dass sie kommen kann, doch er hatte kein Netz. Muahaha und sie wollte anscheinend echt ganz sicher gehen, dass sie die Letzte ist. Denn es kamen noch einige Unpünktliche, darunter alle, auf die ich mich verlassen müssen hätte *g* Also Märre, Filipe und auch Tom, der mich ursprünglich vom Bahnhof mitgenommen hätte, wenn ich mit dem Zug gekommen wäre. Weise Entscheidung also, doch selbst zu fahren
Andererseits muss man sagen, wär’s eh egal gewesen, denn die Braut kreuzte eh erst 5 Minuten nach den letzten Gästen und somit über 20 Minuten zu spät auf. Hase war echt schon höllisch nervös und auch die Brautmama fand die Verzögerungstaktik nicht ganz so lustig. Ich zog Hase natürlich mit ner Erinnerung an den Film “Die Braut die sich nicht traut” auf, aber letztlich kam Doris ja doch noch
Also ran an die Ringe und zusammen mit dem Brautpaar einlaufen. Hab das Tablett dann dem Pfarrer rübergeschoben und mich in die zweite Reihe gepflanzt. Die Messe war echt total schön. Ein edler Chor, der klassische Kirchenlieder stilvoll interpretierte und ein echt verdammt cooler Pfarrer. War total süß, wie er so vorne stand und meinte “Was soll ich schon über die Ehe erzählen, was kann ich groß von Liebe erzählen. Gar nichts, aber ich kann zumindest erzählen, was ich dem Brautpaar wünsche”. Das fand ich genial und auch die Story mit dem Blumenstrauß als Symbol für eine Ehe fand ich ganz nett. Hat er va. gut rübergebracht von wegen, so einen Strauß sollte ja jeder kennen und hoffentlich auch die Doris. Wobei, bei Vorarlbergern weiß man ja nie, denen ist das sicher zu “tüür”. Echt köstlich. Lustig war dann auch die Stille bei den Fürbitten. Da musste ich grad mal zu Riki nach hinten gucken, denn ich hab grad gestern noch so panikhalber gefragt, ob man eigtl. von mir erwartet, dass ich was für die Messe vorbereite. Gott sei Dank war es dann aber doch Hase’s Mum, die das machen sollen hätte, aber scheinbar nix davon wusste *mui* Sehr lustig, doch sie ging beinhart nach vor und trug noch spontan was vor. Mein Gott, war das rührend, wie sie solb mit Tränen in den Augen spontan Worte für die beiden fand. Besser hätt’s nicht sein können eigentlich. Nach etwa einer Stunde war die Sache dann vorbei. Ich musste noch nach vor gehen, um die Urkunde zu unterschreiben, dann hatte ich mein Pflichtprogramm aber erfüllt
Draußen gab’s dann die üblichen Beglückwünschungen. Sehr lustig hab ich dann eigentlich die alten Schulfreunde gefunden, also Filipe, Märre und Leisi. Alle drei kannten halt nur den Hase, aber nicht die Doris und bei den Begleitungen war es dann teils grad noch krasser
Nachher gab’s jedenfalls noch eine sehr nette Agape mit Sekt und herrlichen Aufstrichbroten, dazu noch so eigenartige Funkenküchle mit Marmelade und Käse. Superlecker muss ich sagen! Extrem schade war nur, dass die Sonne schon weg war. Also, die Location wäre echt herrlich gewesen und das Wetter ja eigentlich auch. Aber ohne Sonne und mit ein bisschen Wind war es wirklich ekelhaft kalt. Wir froren uns also richtig einen ab und ergriffen eh bald mal die Flucht. Ein bisschen elend war halt, dass Filipe wieder nach Hause stresste und auch nicht mehr mit nach Igls fuhr. Tja. Ich wollte dann jedenfalls möglichst früh im Congresspark sein, um dann meine Showeinlage zu testen. Daher düste ich gleich los und zwar direkt in die falsche Richtung. Was für eine Katastrophe. Wollte ja eigentlich eh direkt nach Ellbögen fahren, doch Riki war das zu suspekt und so landeten wir letztlich halt mal direkt in Innsbruck. Von dort fand ich dann eh schnell nach Igls zurück, aber wir waren jedenfalls so ziemlich die Letzten dort
Machte aber nichts, denn mein Equipment war gar nicht da! Super Sache, jetzt hatte ich’s im Vorfeld so genau abgemacht und nun wurde ich doch im Regen stehen gelassen. Gott sei Dank hat der Zeremoniemeister dann doch noch was organisiert – vorerst konnte ich mich aber mal beruhigt raus zu den anderen stellen. Es war wirklich herrlich, noch die letzten Sonnenstrahlen mit Bowle und Sekt im Park zu genießen, wow.

Ich war aber noch immer nicht wirklich entspannt, da ja mein Beitrag noch ausstand und nun das Technische noch unklarer war also zuvor. Naja, im Prinzip waren meine ganzen Sorgen eh völlig umsonst, aber ich fühlte mich einfach nicht ganz wohl, war mir auch nicht ganz sicher, ob’s überhaupt lustig ist und überhaupt und außerdem. Mein Beitrag wurde jedenfalls nach hinten geschoben und fand nun weder vor noch nach der Vorspeise statt, sondern ursprünglich vor dem Dessert. Das Essen war genial, aber leider irgendwie zu stressig. Keine Ahnung, woran’s gelegen hat, aber ich hab von Beginn an mitbekommen, dass die Cateringfuzzis ziemlich stressen. Und so kamen die drei Gänge doch ziemlich zackig hintereinander. So eine Showeinlage hätte das Ganze gut untermahlt, aber das wollten die anscheinend nicht. Dann kam noch dazu, dass sich Hase’s Schwester vordrängen wollte, weil sie dann mit den Kindern heimgehen wird. Hm, naja, okay, mir egal, wenn ich nicht gleich der Erste bin. Dann wollten sich aber auch noch die Tanten vorschummeln, weil die angeblich noch nach Vorarlberg fahren wollten. Ja, wahrscheinlich, nix jetzt. Außerdem passte mein Beitrag dann grad gut zum ersten. Dort gab’s nämlich ein paar peinliche Geschichten aus seiner Kindheit. Ich finde solche Anekdoten immer ein bisschen schwierig, wenn sie ganz ohne Bilder auskommen. Mutig und nett zwar, einfach so locker aus der Nähkiste zu erzählen, aber für die Zuhörer oft schwer zu fassen. Dauerte eh nur fünf Minuten und hätte so meiner Meinung nach echt gut nach der Hauptspeise reingepasst. Da gab’s nämlich Buffet und grad Märre wurde dann ziemlich vom Dessert überrannt. Ja, das Buffet hatte wirklich zu viele feine Genüsse zu bieten. Neben Salaten und Beilagen gab’s so drei Hauptspeisen, darunter geniale Pilztaschen. Einzig schad war ein bisschen, dass man oft nur zu zweit oder so am Tisch saß. Wir ham’s irgendwie nicht ganz hinbekommen, immer gleichzeitig zum Buffet zu gehen. Primär auch deshalb, weil manche mit ner Suppe starteten und manche nicht und allein dadurch ein anderer Rhythmus drin war. Naja, jedenfalls war’s aber sehr lecker und fein, auch die Nachspeise wusste zu überzeugen.
Zum Hochzeitswalzer standen wir dann alle drumherum und hielten eine Kerze in der Hand. Womöglich hätte man sonst das Licht noch massiv runter drehen sollen, damit’s wirklich gut wirkt, aber die Idee war schon ganz nett, muss ich sagen. Es wurde dann auch gleich fleißig getanzt, obwohl der Sound eigentlich noch nicht wirklich umgestellt wurde. Während dem Essen gaben nämlich der DJ und der Keyboard-Sänger sehr viele Swing-Lieder zum Besten. Das war ja die fantastische Untermahlung, meiner Meinung nach aber nicht übermäßig tanzbar. Es kam dann aber sowieso bald mal Mariella’s Beitrag und danach blieb die Tanzfläche doch ein bisschen leer. Insofern konnte ich das Einlagenverbot vom Brautpaar schon ein bisschen nachvollziehen. Es zerriss die Tanzerei schon ein klein wenig – andererseits ham die Beiträge den Abend schon sehr aufgewertet. Ich finde, das gehört einfach dazu, vielleicht müsste man nur vom Timing her ein wenig was optimieren oder die Musik dazwischen müsste ein wenig fetziger sein. Keine Ahnung, wie auch immer, es dauerte nicht mehr lange und ich war mit meiner Einlage an der Reihe. Zuerst mal Sound und Bild getestet, schien alles wunderbar zu laufen und los ging’s. Ich hab meinen Beginn noch komplett umgedacht, da mein ursprünglicher Anfang nicht mehr so gepasst hat und ich Bezug auf aktuelle Geschehnisse nehmen wollte. Sprich, klarstellen, dass mein Beitrag gut zum vorigen passt und es den Anschein hat, wir hätten da ne Intrige gegen Hase am Laufen, weil wir jetzt noch schnell die negativen Seiten von ihm rauskehren. Und dann startete ich eben mit meinen kleinen Filmchen und so. Interessanterweise kam das alles wunderbar gut an, sogar bei dem eigentlich völlig bescheuerten Ausschnitt vom Zeugnis wurde gelacht. Für einen ordentlichen Brüller sorgte dann schon das Foto von Innsbruck, wo Hase sein Bier versteckt. Und Höhepunkt war gewiss der Meisterkochen-Film vom Maturaball. Waren doch einige dabei, die den Streifen noch nicht kannten, so hatte ich die Lacher problemlos auf meiner bzw. seiner Seite
Den Übergang zu Tirol schaffte ich dann auch ganz gut, indem ich auf ne Meldung von Hase vorher Bezug nahm, als er sagte “Wien ist für UNS Tiroler ja auch schon fast Ausland” oder so ähnlich. Jedenfalls kam alles ganz gut an und ich war richtig froh, dass es passte.
Den Rest des Abends genoss ich dann in vollen Zügen
Genialerweise gab’s auch ne Bar mit sämtlichen Mixgetränken vom Caipi bis zum Gin Tonic. Für mich ein kleiner Traum, denn sonst muss man sich doch meist nur mit Wein und Bier abgeben *g* Zwei Showeinlagen kamen übrigens noch. Zuerst sangen die Kantanten und Kantonkel ein paar Ständchen und gegen Mitternacht waren noch Hase’s Arbeitskollegen an der Reihe. Beide waren noch richtig gut und witzig, auch wenn man die Texte nicht immer ganz verstanden hat
Wirklich schade war, dass schon sehr viele Leute vor Mitternacht weg waren. Zum einen etliche mit Kindern, zum anderen fuhren doch glatt einige Vorarlberger noch in der Nacht nach Hause. Sowas kann ich nicht im Ansatz verstehen, aber bitte. Ich meine, okay, wenn man bis zum Schluss bleibt und sich dann noch fit genug fühlt zum Fahren, bitteschön. Aber extra schon früh abhauen, damit man sich ja kein Hotel nehmen muss, ist schon recht lausig. Was soll’s, ich warf mich halt zunehmend an die Bar und war schon bald so bekannt wie damals bei Marxers daheim
Wechselte brav zwischen Caipi und Gin Tonic ab, wobei mein Fokus auf Letzterem lag. Sollte mir auch zu Gute kommen, denn mir ging es weiterhin immer blendend. Irgendwann kam dann noch das Tortenbuffet. Nach dem tollen Essen natürlich rein Sättigungs-technisch überflüssig, aber doch sehr willkommen
Ich muss hier jetzt noch offiziell niederschreiben, dass ich die Hochzeitstorte ein bisschen unpassend gefunden hab. Gitti hat mir das aufgetragen, damit ihre Flädlesuppe nicht als einziger Hochzeitsverriss in meinem Blog steht. Jedenfalls war die Hochzeitstorte echt gut (wie die Suppe damals natürlich auch..), war nur drüber verwundert, dass es quasi ne “normale” Obsttorte war und nix Dreistock-Cremiges oder so. Wer übrigens keinen Bock auf Süßes hatte, fand noch Speck und Käse am Buffet vor. Wow, wie edel, da langte ich doch glatt auch noch zu, wobei ich da wohl einer der einzigen dort war
Spät aber doch brachte dann Hase den DJ noch dazu, etwas fetzigeren Sound zu spielen und so wurde doch wieder, hauptsächlich von den jüngeren Leuten, ordentlich getanzt. U2 und Co luden zum klassischen Shaken und Mitgröhlen ein. Knapp gegen halb zwei leerte sich die Tanzfläche und der Raum aber immer mehr und schließlich gab’s den großen Restaufbruch, wo wir dann halt auch dabei waren.
Ein bisschen kurz und schade, dass nicht mehr getanzt wurde. Ich hatte mir eigentlich auch erhofft, mit den ganzen Poltertypen an der Bar abzuhängen und so, doch das war irgendwie nix, da halt alle mit Kind oder zumindest Freundin/Frau unterwegs waren und sich so doch ziemlich gesittet aufführten
Das fand ich schon schade, andererseits muss man sagen, dass wir mit Leisi und Simon ja auch nicht jeden Tag zusammen kommen und so die Gespräche am Esstisch auch was Nettes hatten. An der Bar plauderte ich dann mit irgendwelchen Unbekannten, was eh auch noch ganz lustig war, zumal mich ja eh jeder als Trauzeuge erkannte und mich entsprechend anplauderte. Wie lautet also mein Fazit: ein bisschen länger und ausgelassener hätt’s sein können, aber ansonsten war alles perfekt und total harmonierend. Hat alles zusammengepasst und war echt super aufgezogen. Der Sektempfang, das Essen, die geniale Location mit toller Lichtstimmung, super Musiker (der halt vielleicht ein bisschen früher mehr auf Pop umstellen hätte müssen..) und nette Beiträge. Also letztlich eine äußerst gelungene Hochzeit, die lustigerweise aber ganz anders ablief als die von Gitti. Beide waren aber auf ihre Weise absolut top.
Vor Jahr und Tag..
- Workshop und intensives Abendprogramm - 2008
- Mike-o-Zombie - 2006
- Datum: 18. August 2007
- Kategorie: Allgemein
- Wortanzahl: 2571 Wörter