Wordpress Onkel Andys Tagebuch|Filme |Spiele|Fotos
 

e-learning und Campmeeting

15. Juli 2008, 43 Mal gelesen.
 

Ich habe mich heute Vormittag mit Frank getroffen, um ein bisschen über e-learning zu plaudern. Ich bin ja eines dieser Meckermäuler, die mit dem vorhandenen LMS alles andere als zufrieden sind. Nun wurde intern eh schon auf den Bedarf nach “mehr” reagiert und ein Wiki aufgesetzt. So richtig angenehm ist das aber auch nur für die gemeinsame Erarbeitung von Themen. Mehr ist damit einfach nicht möglich, war ja auch nie viel anders gedacht. In meinen TLVs hatte ich immer Moodle im Einsatz, zu “Character Animation” sogar ziemlich intensiv. Okay, der Einsatz basierte auch auf persönlichem Interesse an der Methodik und Technik und wäre nicht unbedingt notwendig. Aber den Studenten hat das damals eigentlich ganz gut gepasst, während insbesondere die Diplomstudenten ein Jahr davor einiges auszusetzen hatten. Tatsächlich ist es so, dass das User Interface einer Lernplattform nicht zwingend auf Usability optimiert ist. Hier gilt es als Dozent sehr massiv die Navigationselemente und Infoblöcke zu reduzieren, um eine sinnvolle Orientierung zu ermöglichen. Im Laufe der Zeit hatte ich ja dazu gelernt und so das System doch immer brauchbarer eingesetzt. Die Bereiche, die ich aktiv eingesetzt hatte, diskutierte ich dann eben auch mit Frank, insbesondere ging’s um Relevanz für eine normale Lehrveranstaltung. Im Folgenden möchte ich kurz auf die Features eingehen, auf die ich bei einigen Fächern keinesfalls verzichten möchte:

  • Scheduling: Mittels Schedule-Plugin bietet Moodle eine hervorragende Möglichkeit, Coachingtermine zu managen. Im letzten Semester mussten wir auf eine meiner Meinung nach recht unpraktische Lösung via Confluence zurückgreifen, um eine homogene Lösung mit anderen Fächern anzubieten. Das Plugin ermöglicht aber ein exzellentes Termin-Management. Man kann sich mit mehr oder weniger einem Klick sämtliche Termine für das Semester anlegen, diese in einzelne Timeslot zerlegen lassen und dann zum Ausfüllen anbieten. Die Studenten sehen dann Woche für Woche die noch freien Termine – sobald einer gewählt ist, ist er für die anderen nicht mehr anwählbar. Weiters kann man sich auch noch jederzeit umentscheiden. Besonders praktisch ist die nahtlose Integration des Gruppenmanagements. Man kann die Termine also auch Team-spezifisch vergeben.
  • Evaluation: In den letzten Jahren nutzte ich hauptsächlich das Evaluation-Plugin in Moodle, um die Lehrveranstaltung zu evaluieren. Ich meine, bei 10 Studierenden ist es kein Problem, am Ende der Veranstaltung schnell ein Blatt ausfüllen zu lassen. Der große Vorteil dabei ist die sehr hohe Rücklaufrate, das Problem natürlich die Auswertung und Archivierung. Dieses Problem wächst mit der Zahl der Studierenden. Andererseits wäre diese Methode wirklich mal zu überlegen – zumindest im 3D-Unterricht letztes Jahr wäre die Evaluierung direkt am Ende der letzten Einheit gewiss deutlich besser ausgefallen als dann Monate später, nachdem schon die Noten vergeben und einige im Ausland waren ;) Schließlich ist aber ein Online-Formular sicher die praktischere Variante, insbesondere, wenn man auch vorgegebene Antworten hat. Ich hatte hier öfters ein recht ausführliches Formulat im Einsatz, das mir dann durch die Auswertung einen sehr guten Überblick über die einzelnen Aspekte verschafft hat. In letzter Zeit minimierten wir die Fragebögen auf drei frei zu beantwortende Fragen. Das passt mir so eigentlich auch nicht ganz, ich werde hier mal massiv ansetzen müssen und die Fragen entsprechend neu definieren.
  • Forum: Ein Supportforum gehört eigentlich zu einer Lehrveranstaltung, die ernsthaft von e-learning begleitet werden soll, zwingend dazu. Die Studierenden sollen die Möglichkeit haben, jederzeit Fragen zu stellen und diese auch zeitnah beantwortet bekommen. Gewisse Dinge kann man natürlich in den Seminaren abfangen, aber ich öfters ist es ja so, dass die Betreuungszeit eigentlich vorbei ist und die Studierenden noch intensiv an der Abgabe arbeiten. Sofern man als Dozent bereit ist, auch in dieser Phase noch Zeit zu investieren, ist ein Forum perfekt. Jeder kann seine Screenshots, Renderings, etc. posten, Videos einfügen, Dateien anhängen und so weiter. Die Studierenden haben dadurch auch gleich eine kleine Wissensdatenbank und können auch miteinander kommunizieren. Um ehrlich zu sein, hätte ich solch einen Support letztes Jahr während meines Thailandurlaubs unbedingt anbieten müssen.
  • Blog: Ich habe in meinen Veranstaltungen auch schon Tools völlig falsch eingesetzt, einfach weil ich es nicht besser wusste. So setzte ich eigentlich immer wieder Foren ein, auch um die Studierenden ihre Arbeit dokumentieren zu oder auch eigene Themen bearbeiten zu lassen. In den verschiedenen Semestern gab es immer wieder StudentInnen, die auf eigene Initiative ihren Fortschritt in Blogs dokumentiert hatten. Dies ist natürlich genau das richtige Tool im Sinne der Adäquanz, um eben die Arbeit während des Semesters zu dokumentieren. Im Blog sind für sich stehende Beiträge möglich, die aber trotzdem einen Gesamtüberblick ermöglichen. Meist ist die handhabung auch sehr einfach. Als besonders wichtig empfinde ich auch die Möglichkeit, Kommentare zu den einzelnen Arbeitsschritten geben zu können.
  • Wiki: Im 3D-Atelier nutzten wir das Wiki zum Dokumentieren der Arbeiten während des Semesters. Auf Grund der Markup Language und Struktur des Wikis ist aber eher ungeeignet für solch eine Aufgabe. Es war schließlich unmöglich, Arbeitsschritte zu kommentieren, auf Fragen einzugehen, etc. Ein Wiki wäre ein super Tool, um meine Anfangs-Vorlesung zu begleiten, die ich bisher immer gemacht hatte. Dabei stellte ich das Thema kurz vor und ließ die Studenten zu den diversen Gebieten recherchieren, Bild- und Videomaterial sammeln, etc. Diese Informationen hatten sie dann bisher in ein Forum zu stellen, wobei hier ein Wiki natürlich viel sinnvoller wäre, zumal man dann hinterher auch die Studs um Änderungen und Ergänzungen bitten kann. Im Endeffekt muss ich aber doch sagen, dass dieses Abarbeiten und Vortragen kleiner Themenblöcke durch die Studierenden selten Früchte getragen hat. Theoretisch empfinde ich das Vorgehen schon als didaktisch wertvoll, aber die Aufmerksamkeit ließ immer massiv zu wünschen übrig. In dem Stil würde ich es maximal mit entsprechendem Notendruck nochmals durchziehen wollen ;)

Schließlich wies ich noch auf die mangelhaften Datei-Management-Möglichkeiten des LMS hin, das allerdings mit Anlegen eines Direktzugriffs im Windows Explorer problemlos verhindert werden könnte. Leider kennen die meisten Studierenden diese Möglichkeit gar nicht. Wenn ich allerdings daran denke, wie mühsam das Herunterladen, Entzippen, etc. zu Beginn der Seminare im letzten Jahr war, macht es vermutlich Sinn, in der allerersten Einheit diese Laufwerksverbindung gemeinsam zu erstellen, damit man auch in zukünftigen LVs schneller zur Sache kommen kann. Jawoll, das werde ich mir also defintiv mal vornehmen. Okay, mir ist gerade in den Sinn gekommen, dass ich eine ähnliche Aufstellung der e-learning-Tools schon mal zum e-Moderations-Kurs vor einigen Monaten gemacht hatte – aber doppelt hält bekanntlich besser *g* So viel mal zu meinen Tätigkeiten am Vormittag. Der Nachmittag stand dann wieder mal im Zeichen der aktuellen Tennisstudie. Zuerst hatte sich kurzfristig noch eine Versuchsperson gefunden, dann gingen wir das Szenario nochmals selbst durch. Bis zum Abend erledigte ich im Labor noch einige administrative Dinge.

Um halb sieben düste ich dann zum net culture lab, wo das erste Treffen der Workshop-Leiter des Reflect & Act-Camps stattfand. Eine Reihe bekannter Gesichter erwartete mich auf der sonnenüberfluteten Terrasse: FH-Alarm in Reinkultur, was natürlich eine geniale Sache ist. Unterbrochen von der ewig läutenden Kirchenglocke (und das gleich zwei Mal innerhalb kurzer Zeit) besprachen wir dann das geplante Programm. Jeder hatte ein paar Worte zu seinem Workshop zu verlieren und dabei Überschneidungen zu anderen Leitern hervorzuheben. Bei meinem 3D-Workshop werde ich definitiv massiv auf das Audio-Coaching zurück greifen müssen, zusätzlich wünschte ich mir Hilfe in Bezug auf Storyboarding und theoretischem Kamera- und Montageinput. So macht es wohl durchaus Sinn, für drei Workshops den gleichen Start-Input zu Kameraeinstellungen und Schnitt zu geben. Genauso werden Inputs zum Geschichtenerzählen mit Mylchen’s Story Telling-Workshop kombiniert. Diskutiert wurde anschließend die thematische Ausrichtung der Arbeiten, die insbesondere bei mir soweit noch völlig offen war. Mal sehen, wie sich dann das angestrebte Überthema integrieren und umsetzen lässt. So gegen acht war dann mehr oder weniger alles unter Dach und Fach. Einige mussten sich schon verabschieden, zu fünft gingen wir dann noch in die Pizzeria am Marktplatz. Leider war draußen bereits alles besetzt, weshalb wir uns reinpflanzten. Dort wurden wir sowohl beim Bestellen auch beim Zahlen ein bisschen vernachlässigt, aber zumindest setzte sich die Küche in gewohnt hoher Qualität für uns ein ;) Nach einem Amaretto fuhr ich um zehn mit Mylchen heim, wo ich noch meine Mails und üblichen Updates am Rechner erledigte.

Vor Jahr und Tag..

 
 

Kommentiere