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Nova Rock Anfahrt

14. Juni 2006, 173 Mal gelesen.
 

Ich sitze seit nicht ganz 7 Stunden im Zug nach Wien. Bin schon um 6:00 aufgestanden, um noch die Animationen für den Coaster zu finalisieren. After Effects war recht langsam unterwegs, sodass ich noch meinen Dad bitten musste, das zweite Video nach Fertigstellung abzuschicken – alles in letzter Minute halt ;-) Ging aber auf Grund des Umzugs nicht wirklich anders. Naja, 10 Stunden Arbeitszeit sind auch wieder ein bisserl Kohle. Das ist schon okay so. Dad führte mich dann um 7:10 zum Zug, den ich grad auf die Minute erwischte, Huch. Seit ich nun im Zug sitze, hab ich den Laptop an. Dauermusik von Katie Melua über Apocalyptica bis aktuell Megadeth. Hab jetzt in etwa 6 Stunden lang 30 Tagebuch-Seiten vollgeschrieben. Hand fiel mir fast ab, insbesondere weil die Tinte leer wurde und der scheiß Kuli nur noch rum spinnte. Kaum mehr auszuhalten, wenn man jedes dritte Wort neu ansetzten muss. Daher hab ich jetzt auch das Medium gewechselt und blogge noch kurz. Natürlich habe ich kein Internet, wobei ich schon hoffe, dass in ein paar Jahren so was auch in den ÖBB Standard ist. Aber ich schreib halt einfach mal ins Word und tu so, als würde ich direkt bloggen. Lang wird’€™s jetzt eh nicht mehr, da eben außer Tagebuchschreiben nicht viel passiert ist. Hätte extra noch einige Lernvideos dabei, aber das ging sich beim besten Willen nicht aus. Da ich hier ja mehr oder weniger täglich blogge, hab ich das Tagebuch ziemlich vernachlässigt und satte 6 Wochen nix mehr eingetragen. Schlimmer Finger ich. Natürlich haben meine Blogeintragungen super geholfen, um alles zu rekonstruieren. Sonst hätt ich natürlich keine Chance gehabt ;-)

Jetzt bin ich noch eine Viertel Stunde im Zug, der übrigens von Innsbruck weg gesteckt voll war. Echt ekelhaft, wenn man keinen Platz hat, um die Füße auszustrecken. Bin dann schon froh, bald aussteigen zu dürfen. Muss dann mit der U-Bahn zum Schottentor und meine Sachen bei Tobster abladen. Natürlich nicht alle. Meinen Tramper-Rucksack samt Zelt, Isomatte und Schlafsack nehm ich dann ja aufs Festival mit. Aber ich hab noch eben den Laptop und eine Reisetasche mit Gewand dabei. Schließlich bin ich nachher ja noch eine ganze Woche in Prag und Wien. Also fett was im Gepäck ;-)

Nova Rock 06 AnfahrtNach der Ankunft in Wien steuerte ich zielgerichtet zu Tobster, der mich um 15:00 im Heim empfing. Wir gingen dann wie geplant mal in den Billa, um Proviant für das Festival zu organisieren. 3 Pack Chips, ein bisschen Gummikacke, Zückerle, Madeleines und Croissants und zum Trinken den Lime Wodka und einen Ginko Grüntee sowie einen grausligen Most und einen leckeren Sixpack Tea+Water. Den Wodka und den Tee mischten wir dann im Heim in eine Plastikflasche. Wow – was für eine Kreation! Schmeckte echt wunderbar, muss man sich merken. Wir gingen dann noch was essen, und zwar im Palatschinken Platzl in einem geheimen Gässlein hinter dem Zanoni. Gönnte mir drei verschiedene Sorten, darunter auch einen mit Brösel überbackenen – besonders lecker! Dann mussten wir eh recht bald mit der Straßenbahn zum Südbahnhof. Der 19.47-Zug war natürlich höllisch mit Festivalfreaks vollgestopft. Scheinbar hat es die ÖBB nicht gebacken bekommen, Sonderzüge einzurichten. Wir haben uns noch in einen Waggon reingezwängt, bald schon aber wurden die Türen verschlossen und eine ganze Horde durfte auf dem Bahnsteig auf den nächsten Zug warten. Die Fahrt war natürlich nicht besonders gemütlich. Mussten recht eng stehen, waren einem Dauer-Durchzug ausgesetzt und mussten bei jeder Haltestelle ewig warten, da immer wieder mehr Leute zusteigen wollten. Getoppt wurde das Ganz dann aber in Nickelsdorf von den Shuttle-Bussen: Ganze 3 Busse für geschätzt mehr als 500 Personen. Glücklicherweise konnten wir uns zu Beginn recht weit nach vorne mogeln und mussten so nur 1 Stunde warten. Andere hatten inzwischen schon ihre Schnauze voll und traten den Weg zu Fuß an, was aber die absolute Hölle gewesen wäre.

Zugegebenermaßen war weder die Warterei inmitten einer Horde von Gen manipulierten ungarischen Killermücken, noch die Fahrt im mit besoffenen Freaks überfüllten Bus besonders attraktiv, aber auf jeden Fall besser als Laufen. Denn Letzteres war so oder so noch notwendig und da wurde klar, dass ich’€™s keinen Meter mehr geschafft hätte, so verdammt schwer war mein Rucksack (Getränke, Zelt, etc.). Wir waren also erst gegen 22:30 im Campinggelände. Klassische Festival-Odyssee, Jesus. Wobei es per Auto noch deutlich schlimmer gewesen wäre, da es megalange Staus gab. Immerhin war der Zutritt zum Gelände super. Die Bänder hatten wir innerhalb von 5 Minuten an den Armen und auch die Security-Kontrolle dauerte nicht mal ne halbe Minute. Klar hatten die auch keinen Bock mehr, jeden Rucksack einzeln zu filzen. Und brav wie wir sind, haben wir natürlich nix Verbotenes dabei gehabt. Wie sich dann auf dem Gelände heraus stellte, hielten sich einige überhaupt nicht an die Regeln, was mich schon immer ein bisschen anätzt. Sehe z.B. echt keinen Grund, Glasflaschen mit ins Gelände zu nehmen, die ja doch sowohl sicherheits- als auch umwelttechnisch bedenklich sind. Whatever, wir erkämpften uns letztlich einen recht guten Zeltplatz. Nicht zu weit von den Bühnen entfernt, nicht direkt am Wegrand und dennoch leicht zu finden. Perfekt also, wobei uns die zukünftigen Nachbarn von der ersten Minute an nervten. Gleich zu Beginn kam ein Fuzzi her und meldete, dass der Platz hier besetzt wäre. Jaja, wir lassen den zwei noch kommenden Zelten durchaus noch Platz. Das sah er aber doch ein bisschen anders und so versetzten wir das Zelt halt noch ein wenig. Kaum war alles fixiert, kam von der anderen Richtung eine her und meinte, auch bei ihnen käme noch ein weiteres Zelt. Haha, ihr Pfeifen, geht’€™s noch? Haben wir das Zelt halt in extrem verdichteter Bauweise direkt an ein anderes gepflanzt und alle waren zufrieden. Naja, so halb zumindest. Denn der Liegetest fiel nicht besonders cremig aus. Waren doch glatt die üblen Traktorfurchen durch’€™s ganze Gelände, von sonstigen Unebenheiten mal ganz zu schweigen. Irgendwie konnten wir uns doch noch mit halbwegs akzeptablen Liegepositionen anfreunden und so gingen wir noch eine Runde durch’€™s Gelände, um alles ein bisschen zu erkundschaften. Die als größte in Europa erhältliche Bühne schien uns auf den ersten Blick doch ein bisschen klein zu sein, aber was soll’€™s. Sahen uns sonst noch ein paar Stände an, die gerade erst auf machten. Schließlich gönnten wir uns die noch recht sauberen Klowagen und Wasserstellen, ehe wir pennen gingen.

Natürlich gibt es von diesem großen Ereignis auch wieder eine feine Fotogalerie.

Vor Jahr und Tag..

 
 

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