Human Experience und viel Sport
Am Montag ging ich ganz spontan ins Alte Hallenbad auf einen Filmabend. Bernd, Jonny und Sabrina waren ebenfalls spontan genug, dem Ereignis beizuwohnen und wir alle waren absolut begeistert vom gezeigten Film. Vielleicht nicht unbedingt von der FH Bachelorarbeit, die zu Beginn gezeigt wurde, aber vom Hauptfilm Human Experience. Zwei Jungs sind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und sich selbst. Dabei machen sie ein paar unterschiedlich, grenzwertige Erfahrung. Los geht es mit einer Woche Obdachlosigkeit in New York. Da natürlich immer das Kamerateam mit dabei ist, könnte man die Authentizität der Bilder in Frage stellen, aber das Argument träfe wohl auf sämtliche Dokus zu. Der Trick am gesamten Film war eigentlich, das Elend mit der Hoffnung und positiver Einstellung zu verknüpfen. So wurden die Interviews mit den Obdachlosen so ausgewählt, dass nur Leute gezeigt wurden, die sich und das Leben noch nicht aufgegeben haben. Ich bin mir sicher, dass die definitiv in der Unterzahl waren, aber andere, negative Stimmen wurden eben nicht gezeigt. Das Ziel des Films war ja schließlich, die positiven Aspekte des Lebens zu pushen. Und das hat auch wunderbar funktioniert. Denn auch bei der zweiten Erfahrung stand die Lebensfreude trotz Leid und Elend im Vordergrund. Eine Surftruppe fuhr nach Peru um zum einen Spaß mit den Wellen zu haben und zum anderen verkrüppelte Kinder in einem speziellen Pflegeheim zu unterstützen. Und letztlich flogen die Jungs nach Afrika zu einer Lepra-Kolonie. Im Prinzip wirklich das blanke Elend: von der Familie verstoßen, total entstellt und fern von aller Zivilisation. Die gezeigten Bilder waren definitiv nicht ohne und die Worte der Afrikaner auch nicht. „We are the same. You are my brother“ meinte ein völlig entstellter alter Mann zu den Filmemachern. Einer der großen Momente des Films. Das Ende ließ dann leider ein bisschen nach. Hier wurde noch ein Treffen der Protagonisten mit ihrem lange nicht mehr gesehenen Vater inszeniert und danach gab es noch eine richtige Ladung an Schmalz. Irgendwie schade, aber den Film konnte das Gott sei Dank auch nicht kaputt machen. Der Hit war dann, dass drei von den vier beteiligten Filmemachern vor Ort in Feldkirch waren und für Fragen zur Verfügung standen. So gab es noch einige Einblicke hinter die Kulissen. Alles in allem also ein überraschen genialer Abend. Etwas negativ aus meiner Sicht ist noch die doch eher religiöse Tendenz der Sache. So kommen im Film zwar schon auch Moslems zur Sprache, der katholische Glaube sickert aber doch klar öfters durch. Und wenn man mal die Locations durch sieht, wo der Film überall gezeigt wurde, findet man zu 90% katholische Einrichtungen. Nichts desto trotz vermittelt der Film sehr positive Gefühle und Werte, die absolut jeden berühren.
Der Rest der Woche stand dann eigentlich ganz im Zeichen des Sports. Am Dienstag hatten wir wieder normales Training, wobei wir recht viel gespielt haben. Wir mussten uns ja auf das Match am nächsten Tag vorbereiten. Gegen den SSK starteten wir dennoch ganz furchtbar. Irgendwie lief überhaupt nichts zusammen, insbesondere der Angriff ließ wirklich zu wünschen übrig. So steuerten wir eigentlich schon der sicheren 0:3 Niederlage zu, als doch noch die unerwartete Rettung kam: Aufstellungsfehler beim SSK. Und nicht irgendeiner, sondern ein gravierender. So hat die Aufschlagsreihenfolge offensichtlich von Beginn an nicht gestimmt, entdeckt wurde das Problem aber erst beim Spielstand von 14:8. Die Regeln besagen, dass sämtliche Punkte bis zu dem Zeitpunkt, wo das Problem das erste Mal aufgetaucht ist, abgezogen werden. Neuer Spielstand: 9:0 für uns! Die Jungs vom SSK waren völlig perplex und von der Rolle, was wir gut ausnutzen und in einen 16:2 Vorsprung ummünzen konnten. Im Laufe des Satzes ließen wir die Gegner zwar nochmals heran kommen, machten aber den Sack doch noch rechtzeitig zu. Uff. Der vierte Satz war dann ebenfalls ziemlich dramatisch, wir konnten diesen aber ohne fremde Hilfe doch noch für uns entscheiden, obwohl die Gegner bereits zwei oder drei Matchbälle hatten. Nun hatten wir im fünften Satz den Sieg eigentlich schon fast auf der Flosse. Beim Seitenwechsel waren wir immerhin 8:4 vorne und die Sache lief wieder halbwegs rund. Leider konnten wir den Druck aber nicht bis zum Ende aufrecht halten und so mussten wir dann doch den Satz und Punkt knapp an die Heimmannschaft abgeben. Naja, letztlich wäre unser Sieg auch wirklich nicht gerechtfertig gewesen, das muss man schon klar sagen. Immerhin haben wir so noch einen Punkt bekommen, mit dem wir zufrieden sein können.
Am Donnerstag stand das liebe Geld ganz groß im Mittelpunkt. Ich ging abends zuerst noch zu Märre in die Raiba, um die Finanzierungsangebote zu besprechen. Die Berechnungen sind ja an sich ganz putzig, aber eigentlich nicht wirklich aussagekräftig. Ich ließ mir auch ein Angebot mit den gleichen Zahlen, die als Grundlage für die Kalkulation bei der Sparkasse gedient hatten, machen, um eben vergleichen zu können. Fakt ist aber, dass das nur auf Basis der Standardangebote nicht funktioniert. Letztlich ist ja der Zinssatz selbst ziemlich irrelevant, da sich dieser ohnehin ständig anpasst. Inzwischen habe ich aber so langsam den Durchblick und womöglich poste ich hier noch einen eigenen Beitrag zum Thema Finanzierung, auch einfach nochmals für mich als Zusammenfassung. Jonny holte mich dann direkt nach dem Bankgespräch in Götzis ab und wir fuhren nach Bürs zur Kassaprüfung für die Alpinale. Der Meister der Finanzen stellte uns sämtliche Übersichten und Belege zur Verfügung und wir haben ziemlich detailliert fast jeden Beleg überprüft. Schon interessant, was so eine viertägige Veranstaltung für einen Aufwand bedeutet, sowohl personell als auch finanziell. Nach getaner Arbeit organisierten wir uns noch schnell einen Döner in Feldkirch, danach ging ich bald mal ins Bett.
Am heutigen Freitag stand dann noch eine Partie Squash auf dem Programm. Eigentlich find ich das ein bisschen übertrieben, drei Mal Sport in der Woche, zumal ich an den anderen beiden Tagen ja auch unterwegs war, aber was will man machen. Wir spielen ja eh nur immer alle 3 Wochen und diesmal gab es sogar ein Novum: wir waren zu viert! Jawoll, bisher war es doch immer so, dass einer von uns nicht konnte, aber heute waren Hannes, Andi, Martin und ich mit von der Partie. Leider hab ich den Sport immer noch nicht wirklich im Griff. An der Technik würde es nicht mal so dermaßen scheitern, auch wenn ich teilweise jämmerlich am Ball vorbei gezogen habe und natürlich mit meiner doofen Tennistechnik nicht wirklich Druck auf den Ball bekomme. Richtig mangelhaft ist aber mein Spielverständnis. Ich habe keinen Plan, wo ich stehen und laufen soll und weiß auch nicht, wann ich die Murmel wohin knallen soll, um einen Punkt zu machen. Ich mache es en Gegnern einfach immer viel zu einfach, indem ich den Ball völlig unplatziert in die Platzmitte schiebe. Selbst wenn ich das eigentlich gar nicht will, aber ich schätze die Abpraller von der Wand einfach immer falsch ein. So gesehen scheitert es dann wohl doch auch an der Technik
Naja, immerhin konnte ich das letzte Spiel des Abends gegen Martin knapp für mich entscheiden und somit sensationellerweise meinen ersten Saisonsieg überhaupt einfahren. Yeah
Anschließend gönnten wir uns wie immer ein, zwei feine Saunagänge und ein feines Essen beim Italiener. Wir plauderten dort noch gemütlich bis Mitternacht, ehe ich dann von Hannes heimgeführt wurde.
Vor Jahr und Tag..
- Datum: 13. November 2009
- Kategorie: Medien, Offlinemedien, Sportliches, Sportliches, Volleyball
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