The Ukuleles are in town
Heute Abend fuhr ich mit meinen Eltern nach Nüziders, wo im Sonnenbergsaal das Ukulele Orchestra of Great Britain zu Gast war. Riki wollte ursprünglich auch mitkommen, bekam dann aber doch noch einen Dienst aufgedrückt. Dafür waren Hase und Doris mit von der Partie. Wir waren pünktlich zum Saaleinlass vor Ort und waren doch ziemlich überrascht von den Menschenmengen. Wir konnten uns dennoch recht gute Plätze im Saal sichern. Das Konzert war komplett ausverkauft, ich denke zwischen 600 und 700 Leute waren hier, um die fünf Briten und zwei Britinnen mitzuerleben. Nach einer recht netten Ankündigung durch das Kult.Pur-Team ging es dann los. Bis zur Pause gab es etwa eine Stunde lang volle Ukulele-Dröhnung. Generell spielt die Truppe verschiedenste Coversongs, wobei ich hier auch nicht alle Lieder kannte. Ziemlich genial empfand ich ein französisches Klassikstück, aber auch „Born to be Wild“ zählte zu einem der Highlights. In der Pause gönnten wir uns dann eine kleine Stärkung und eine DVD, ehe es dann nochmals eine ganze Stunde lang zur Sache ging. Hier wurde einem für das Geld also wirklich was geboten. Die musikalische Vielfalt war jedenfalls sagenhaft. Alle sieben haben ihren eigenen Gesangsstil, die Ukulele-Palette reichte auch von groß bis klein, die Songs von schnell bis langsam. Sehr genial war der Titelsong von Pulp Fiction. Ach, wie ich dieses Stück liebe. Schräg war die Interpretation von Anarchy in the UK, wo auch das Publikum zum Mitsingen aufgefordert wurde. Das hat dann auch prima geklappt. Die Version von Megadeth finde ich dann trotzdem besser
Hervorragend war die kleine Showeinlage, bei der fünf Leute gleichzeitig an einem einzigen Instrument zupften. Muss man echt gesehen haben, nur köstlich. Der große Burner war dann auf jeden Fall Smells like Teen Spirit, wo der Saal nochmals so richtig zum Kochen kam. Hammer.
Die Jungs und Mädels wollten dann schon die Bühne verlassen, wurden aber vom frenetischen Applaus wieder zurück geholt. „Da war kein Ausgang“ rechtfertigten sie die Rückkehr auf die Bühne. Yeah, Humor haben die Typen auf jeden Fall, das haben sie die ganzen 2 Stunden lang bewiesen. Als Zugabe gab es ein sensationelles Medley mit Auszügen aus verschiedensten Musikrichtungen. Das Ganze fand seinen Höhepunkt im ultimativen Mash-Up. Alle sieben sangen gleichzeitig ihre eigenen Songs gleichzeitig, wodurch sich ein sensationelles musikalisches Gemisch ergab. In der ersten Hälfte gab es schon ein großartiges Mashup mit Life on Mars und My Way, aber das hier toppte das Ganze noch. Ganz großes Kino, das schließlich Standing Ovations erntete. Und so war es dann auch nicht verwunderlich, dass das Orchester uns mit einer weiteren Zugabe vergnügte. Je t’aime ist irgendwie ein kranker Song, aber sicher genau der richtig, um ein Konzert endgültig zu beenden. Man stelle sich vor, sie hätten nochmals eine Rocknummer gebracht, dann hätte das Publikum nochmals eine Zugabe gefordert *g* Die Stimmung war jedenfalls echt von Anfang bis Ende genial, was für die Qualität der Show spricht. Alles in allem war das Konzert wirklich Unterhaltung auf höchstem Niveau: Top-Musiker mit viel Humor und einem sehr großen, breit gestreuten Repertoire. Wer die Möglichkeit hat, die Truppe live zu sehen, sollte sie definitiv nutzen. Am besten schon rechtzeitig Karten organisieren, denn in Nüziders gab es bereits einen Monat vor dem Event schon Probleme, an Karten zu kommen. Wer hätte sich gedacht, dass es in Nüziders so abgeht…
Unbedingt auf Youtube ein paar Videos ansehen, unter anderem gibt es auch Ausschnitte aus der offiziellen DVD Anarchy in the Ukulele.
(Foto: Nigel Barklie, Download von Lichtfieldfestival)
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