Filmbrunch
Riki musste heute wieder früh raus zum arbeiten, wobei mich mein Wecker auch schon um 9:00 weckte, was für einen Sonntag ja durchaus als früh zu bezeichnen ist. Ich fuhr dann nach dem Frischmachen mit dem Rad in die Stadt runter, wo mich dann Tobster aufsammelte. Wir trafen uns um 10:00 Uhr mit Jonny bei der Alpinale zum Filmbrunch. Aus irgendeinem Grund hatte ich noch gehofft, dass die Filme draußen gezeigt werden, weil das Wetter so herrlich ist. Da aber die Sonne der natürliche Feind eines Filmprojektors ist, mussten wir halt doch in den übertrieben kalten Saal hinein. Davor tranken wir draußen noch was, weil die Filme doch erst ne halbe Stunde später als im Internet angegeben anfingen. Drinnen gab’s dann an die 80 Minuten Kurzfilme aus Spanien. Mal abgesehen von der offensichtlichen Fixierung auf das Thema Sex war der Großteil der Beiträge richtig gut. Besonders gut haben mir die ersten beiden Filme gefallen. Diese waren zwar richtig düster und ernst, konnten aber durch eine verdammt satte Atmosphäre voll überzeugen. Dazwischen gab’s dann mal eine durchaus willkommene Abwechslung in Form eines lustigen 5-Minüters. Ein Mann steigt in ein Taxi, sagt dem Fahrer wohin er will und dieser fragt den Passagier “Mit oder ohne Konversation?”. Wie passend – die Fragen gingen dann ewig weiter, bis sich der Passagier mal festgelegt hat, nach dem Motto “mit oder ohne Beschimpfung? Sport, Wirtschaft oder Politik?” usw. War echt ganz witzig. Die letzten beiden Streifen waren dann nicht mehr so der Reißer. Einer der beiden glänzte vor allem durch seine Untertitel. Ich weiß nicht ganz, was sich manche Leute denken, mal ehrlich. Weiße Schrift auf weißem Hintergrund ist einfach mal nicht sonderlich lesbar. Schon gar nicht, wenn der Film eigentlich über die gesamte Laufzeit diesen völlig überstrahlten Ariel-reinen Hintergrund bietet. Oh Mann, wie wärs mit einem schwarzen Rand um die Buchstaben? Tja, schade um die eigentlich witzige Idee, die man auch als Nicht-Spanier mitbekommen hat. Das Problem beim Abschlussfilm war die Länge. Über 20 Minuten sollten eigentlich nur solche Filme gehen, bei denen auch wirklich was passiert, was hier wirklich nicht der Fall war.
Die eigentliche Enttäuschung kam aber danach. Wir erwarteten uns irgendwie ein feines spanisches Buffet mit ein paar Tapas und so, doch Nulle. Das mit dem Brunch war wohl rein aufs Filmschauen bezogen. Tja. Nun war es eh schon Mittag und wir fanden draußen beim Dorfcafe keinerlei Platz, weil sich schon viele Nicht-Aplinaler breit gemacht hatten. Hm, das war irgendwie anders geplant. Okay, wir setzten uns dann zu anderen dazu, die wir eh recht bald vertrieben hatten und bekamen dann auch die Speisekarte. De facto war hier also ganz normaler Betrieb mit dem einzigen Unterschied, dass es eine kleine spanische Karte zusätzlich gab. Für mich als Veggi beschränkte sich die Auswahl auf einen Zwiebeltortilla. Hmpfl. Auch Tobster und Jonny waren vom kulinarischen Angebot ziemlich enttäuscht, wir hatten es aber trotzdem noch ganz lustig. Ua. etablierte sich meine halbe Tortilla als kleiner Running Gag. Ja, das war schon ein bisserl ätzend. Die anderen beiden Jungs bekommen zwei Burritos und ich nur eine halbe Portion. Ich mein, 10 Euro für eine halbe Flade empfand ich dann doch als deutlich zu krass, zumal ich so nicht wirklich satt wurde. Nach einer längeren Pause orderte ich dann halt doch ein bisschen wider Willen noch die Churros. Ich hatte diese klassische Nachspeise ja mal für meine Eltern zu Weihnachten gekocht und muss sagen, dass ich damals ziemlich Talent bewies. Hier waren sie nämlich nicht wirklich besser, eher noch ein bisschen unspektakulärer. Naja. Ich hatte ja irgendwie gedacht, dass so ein Filmbrunch eher auch weniger Freaks und mehr Familien oder Gruppen anlocken würde. Warum das nicht so war, ist mir nun ja eh auch klar: den schönen sonnigen Vormittag verbringt man drinnen und das Essen hinterher interessiert eh kaum mehr wen. Wenn man weiß, was auf einen zukommt, darf man aber eh nicht schimpfen. Die Filme waren im Endeffekt ja durchaus gut und das Essen war auch in Ordnung. Aber wir hatten halt was anderes erwartet. Um 14:30 war ich dann wieder in Feldkirch.
Daheim machte ich es mir ordentlich gemütlich. Bastelte mir gleich mal einen feinen Mojito und setzte mich raus auf die Terrasse. Den Großteil der Zeit verbrachte ich natürlich im Internet. Teilweise Bloggen, teilweise ein bisschen was für die Arbeit recherchieren, neue RSS-Feeds checken und Tools testen, Wordpress-Plugins ausprobieren und so weiter. Ich habe nun doch mal auf das gzip-Plugin von Filosofo zurück gegriffen, das sämtliche php- und htm-Files fein säuberlich packt, bevor sie den Weg durch die Welt antreten. WP-Supercache hätte theoretisch eine ähnliche Funktion, packte aber nur die Hauptseite. Ich bin mir eh nicht mehr sicher, ob ich das Caching aktiviert lassen soll. Auf einigen Seiten wird davon abgeraten, sofern man keinen übermäßigen Traffic hat. Und das hab ich mit meinen durchschnittlich 50-60 Zugriffen pro Tag definitiv nicht. Werde mal testen, was sich so an der Performance ändert. Das Caching kann natürlich bei langsamen Rechnern schon einen Vorteil bringen, da dann die ganzen php-Anfragen entfallen. Andererseits habe ich doch einiges an ständig geändertem Content, weshalb die Seiten so oder so immer wieder mal erfrischt werden müssen. Die Sache mit dem AskApache CrazyCache hat leider auch nicht so funktioniert – dieses Plugin würde dafür sorgen, dass ständig der Cache für alle Seiten erstellt und erneuert wird. Wie gesagt, mal checken, ob sich große Unterschiede in der Geschwindigkeit ergeben, ich glaube aber kaum.
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- Ein Besuch bei der Alpinale - 2007
- First Day in Jyväskylä - 2006
- Datum: 10. August 2008
- Kategorie: Ausgang, Event, Medien, Offlinemedien, Medien, Onlinemedien
- Wortanzahl: 897 Wörter