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Google Earth ist schon eine nette Sache. Dort kann man nämlich neben all den bekannten leckeren Dingen wie 3D-Gebäude, Wolken, Fotos, etc. auch den Sonnenstand anzeigen lassen. Da ja die Berge und Hügel ziemlich genau in 3D implementiert sind, ist somit eine recht realistische Analyse des Sonnenstands zu sämtlichen Jahres- und Tageszeiten möglich. Prinzipiell wäre es ja auch möglich, eigene Gebäude in das Tool zu stecken. Allerdings ist für solch kleine Objekte und Bäume die Schattenberechnung dann doch zu grob. Der sinnvollere Ansatz scheint hier dann doch ein professionelles 3D-Tool zu sein. Maya hat mich soweit ja noch nie enttäuscht und erweist sich auch hier wieder als geeignetes Mittel, zumindest mit Hilfe eines MEL-Skripts. Während Cinema4D und 3ds Max scheinbar schon per se einen korrekten Sonnenstand implementiert haben, ist eine Simulation in Maya nur Dank eines Users möglich. Das Skript GeoSun, das auf creativecrash, ehemals Highend3D zu finden ist, scheint hier aber jedenfalls einen sehr professionellen Ansatz zu verfolgen. Der Algorithmus ist sogar derart genau, dass er auch Veränderungen des Sonnenstands über die Jahre mit einbezieht. Die Handhabung ist auch wunderbar einfach. In den Mental Ray Settings ist zuerst eine Physical Sun zu erstellen, anschließend muss man nur das Skript ausführen und schon hat man in den Attributen der virtuellen Sonne sämtliche Einstellungsmöglichkeiten: Längen- und Breitengrade (die man über Google Earth erhält und dann in einem Excelfile entsprechend konvertiert), Uhrzeit, Tag und Jahr. Auch an die Animation wurde gedacht. So kann man über die entsprechenden Attribute den Sonnenverlauf über das komplette Kalenderjahr animieren. Wie geil ist das denn? Ich habe also gleich mal unser Grundstück in Maya erstellt, das böse hässliche Nachbarhaus rein gesteckt und auch noch einen mehr oder weniger schönen Tannenbaum hin gepflanzt. Zusätzlich kann ich noch eine Environment Sphere für das Image Based Lighting einfügen und schon habe ich meine perfekte Simulation, wobei man hier das Bewegungsfoto an und für sich in der Helligkeit noch mit der Sonne koppeln müsste.
Die Umgebungskugel habe ich folgendermaßen erstellt. Ich hatte vor Ort 12 einzelne Bilder in alle Richtungen geschossen und diese dann in Photoshop CS 4 zu einem Panorama vereinigt. Das Adobe-Tool hat eigentlich ganze Arbeit geleistet. Kanten sind überhaupt keine zu erkennen und die Entzerrung scheint recht gut funktioniert zu haben. Problem ist nur, dass einige Bilder ziemlich windschief drin hängen. So habe ich einfach noch manuell die einzelnen Ebenen nachjustiert und die Problemstellen mit dem Stamptool bearbeitet. Ergebnis ist ein hoch aufgelöstes Panoramabild. Um das Ganze für das Image Based Lighting zu nutzen, muss man nur noch den Boden und Himmel hinzu fügen.. Hier habe ich einfach einen blauen Verlauf erstellt und den unteren Teil des Panoramas öfters kopiert. Auf HDR-Bilder habe ich übrigens verzichtet, dazu fehlt mir das Equipment. Das so entstandene Umgebungsbild habe ich so skaliert, dass es im Verhältnis 2:1 vorliegt und dann in Mental Ray auf die Environment Kugel gelegt. Prinzipiell wäre es natürlich schön, diese Umgebung dann auch in den Renderings zu sehen, allerdings beißt sich das dann mit der realistischen Himmelsimulation. Mal sehen, ob ich hier noch eine sinnvolle Lösung finde, für das Checken von Sonne und Schatten passt das aber momentan eh gut so. Besonders hübsch sind die Renderings ja eh noch nicht, aber sie erfüllen mal den Zweck. Spaßeshalber habe ich noch den Boden an die Jahreszeit angepasst. Im Winter ist er weiß und im Sommer schön grün – großes Kino
Unser Haus habe ich übrigens von SweetHome3D als OBJ exportiert und in Maya importiert. Ich habe inzwischen ein paar andere Tools getestet, das Freeware-Tool ist aber meiner Meinung nach klar das komfortabelste. Das Dach habe ich mir noch schnell über ein anderes Tool generiert und über das 3ds-Format ebenfalls in Maya rein geladen. Der Datenaustausch hat hier eigentlich ganz gut funktioniert. Zwar zickt SweetHome3D, wenn man einen kompletten Grundriss samt Inneneinrichtung exportieren will, vorerst spielt aber das Innenleben eh noch keine Rolle. Natürlich werde ich in Maya auch noch das Haus einrichten, dazu muss ich mir halt ein paar passende Gegenstände zusammen suchen. Vorerst bin ich aber mit meiner Simulation schon ganz zufrieden. Ich hoffe, das Filmchen ist eine gute Ausgangsbasis für die anstehenden Termine bei einer Architektin und dem Energieinstitut. Bei letzterem wollte ich übrigens spontan noch einen Termin ausmachen, allerdings scheinen die Leute dort völlig ausgebucht zu sein. Wir sind wohl nicht die einzigen Vorarlberger, die grad bei der Hausbauplanung sind und dabei ein Passivhaus im Kopf haben. Der früheste Termin ist in genau einem Monat, holy moly. Im Übrigen bieten die Typen heuer im Rahmen ihres großen Jubiläums sämtliche Informationsveranstaltungen kostenlos an. Das muss man als richtiger Vorarlberger natürlich nutzen und so hab ich uns gleich mal für drei Abende eingetragen.
Vor Jahr und Tag..
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- Datum: 10. Februar 2010
- Kategorie: Hausbau
- Wortanzahl: 775 Wörter