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Die Geheimakte sind geschlossen

8. September 2008, 37 Mal gelesen.
 

Geheimes ZertifikatAn der FH standen heute mal einige Meetings und Besprechungen auf dem Programm. Zuerst trafen wir uns endlich wieder mal als fast komplettes UCT-Team, dann hatten Megi und ich drei Prüfungen zu MMS auf dem Programm. Ja, hier haben wir drei Spezialkandidaten, die während des Semesters einfach nichts machten und nun halt im zweiten Anlauf ihr theoretisches Wissen unter Beweis stellen mussten. Im Endeffekt tauchte dann eh nur einer von drei auf. Megi und ich waren eh der gleichen Meinung, was die Note anlangte und so ham wir die Geschichte vorerst positiv ad acta gelegt. Danach gab es mit Megi einiges zu besprechen, wobei wir natürlich immer wieder mal ein wenig vom Thema abgewichen sind, da wir uns ja auch schon länger nicht mehr gesehen haben. Jedenfalls haben wir nun einen ziemlich vernünftigen Plan für das kommende 3D-Semester ausgeheckt, den ich dann nachher noch weiter ausarbeitete. Schließlich gab es Software-mäßig auch noch einiges zu erledigen, ehe ich mit Megi das VR-Labor durchcheckte. Morgen steht nämlich eine Präsentation des Labors an, wo ich aber nicht dabei sein kann. Also galt es mal, alles unter Megis Account sauber laufen zu lassen. Im Zuge dessen testeten wir noch das Falcon Haptikgerät, das derzeit aber alle fünf Minuten die Verbindung zum PC verliert. Ich bin diesbezüglich eh schon mit dem Support in Kontakt, echt ärgerlich. Nun, wir hatten also einiges zu tun. Gegen halb sechs fuhr ich dann mit dem Auto nach Hause. Jawoll, für den morgigen Innsbruck-Ausflug hab ich mir ne Karre organisiert, die ich bereits heute übernommen habe. Daheim genoss ich mit Riki noch die letzten Sonnenstrahlen und einen feinen Drink dazu. Ich wollte eigentlich zum zweiten Mal einen ganz speziellen Drink machen, doch auch diesmal musste ich die Hauptingredienz durch was anderes ersetzen. Ich hatte zwar mal Ginger Ale gekauft, doch das war bereits alle und so nutzte ich spontan einen Red Bull-Verschnitt als Ersatz – letztes Mal war’s Tonic Water, was aber nicht sonderlich lecker schmeckte. Tja, schon blöd, wenn man erst mitten drin drauf kommt, dass ne Zutat fehlt ;)

Danach stand noch eine intensive Session Geheimakte 2 auf dem Programm. So intensiv, dass ich sogar schon fertig wurde, wie mir das Zertifikat hier attestiert. Man sieht dort auch, dass ich nicht mal zehn Stunden dran saß, was ich dann eigentlich schon ein bisschen schwach finde. Aber mal von vorne: ich hatte ja vor einigen Tagen über die mauen Charakteranimationen zu Beginn gelästert. Nicht ganz passende Animationen tauchen zwar auch im Rest des Spiels immer wieder mal auf, allerdings stören die nicht mehr so wirklich. Entweder gewöhnte ich mich einfach dran oder die Startsequenz war einfach zu schwierig zu animieren. Ich hab sie mir auch nochmals angesehen und finde sie inzwischen gar nicht mehr so schlecht. Man muss schon sagen, dass es extrem schwierig ist, den langsam Schritt eines alten Mannes zu animieren, der dann auch noch das Gleichgewicht verliert und langsam zu Boden sackt. Die Animatics sind sonst eigentlich eh allesamt sehr beeindruckend. Die Lichtstimmung ist sehr durchdacht und schafft immer die nötige Atmosphäre. Die In-Game Grafik weiß eigentlich durchaus auch zu überzeugen. Die Hintergründe sind teilweise sogar richtig bombastisch und ziemlich abwechslungsreich. So durchspielt man nach der kurzen Intro-Geschichte ein Schiff, den indonesischen Urwald, Paris, eine Ruine und weitere kleinere Locations wie die Schaltzentrale der Bösen. So ist das Spiel auch in etwa sieben Kapitel unterteilt, die auch immer wieder mal neue Charaktere einführen, die man kurzzeitig auch steuern darf. Die Hauptfiguren sind aber natürlich Nina, die insbesondere zu Beginn eine große Rolle spielt und der später im Dschungel eingeführte Max. Anfangs spielen sich diese Geschichten völlig unabhängig und scheinbar losgelöst voneinander ab, schließlich entwirren sich die Verbindungen aber, bis die beiden natürlich wirklich aufeinander treffen und auch ihre damalige Trennung so nebenher nochmals überdenken ;) Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind durchaus gut heraus gearbeitet worden – die Dialoge zwar manchmal etwas simpel gestrickt, aber immer humorvoll und auf den Punkt gebracht. Es ist immer schön, wenn trotz der halbwegs spannenden Geschichte auch der Humor nicht zu kurz kommt, hier haben die Entwickler wirklich besonderen Wert auf solide Unterhaltung gelegt und sie nehmen sich selbst auch ab und zu auf die Schippe. Ich glaube, Sierra hatte das zu Urzeiten schon im Programm oder war es doch LucasArts, die immer wieder mal lustige Bemerkungen zum Adventure-Genre, PC-Spielen, etc. gemacht hatten. Soweit, sogut. Wir haben also genug Abwechslung und genau das ist auch ein riesiger Pluspunkt des Spiels. Langweilig wird einem nie, obgleich die Story mich nicht mehr so sehr fesseln konnte wie die vom ersten Teil. Beibehalten wurde Gott sei Dank die sehr angenehme Steuerung und die Möglichkeit, sich auf Knopfdruck die Hotspots in einer Szene anzeigen zu lassen. Diese habe ich öfters genutzt, um Zeit und Frust zu sparen ;)

Als wirklichen Negativpunkt kann man eigentlich nur die kurze Spieldauer und damit verbunden der doch geringe Schwierigkeitsgrad der Rätsel anbringen. Es wäre schön gewesen, wenn man das Ganze noch alternativ in einem höheren Level spielen hätte können. Klar waren einige Rätsel gar nicht so ohne – besonders schräg waren die Rätsel, bei denen man zwei Personen spielt, die auch die Gegenstäne miteinander austauschen können. Dies ist dermaßen genial gelöst, dass man echt den Hut ziehen muss. Das Steuern mehrerer Charaktere kennen wir ja von Day of the Tentacle, das zweifelsohne ein geniales Spiel war, aber letztlich doch ein großes Problem hatte: jeder Charakter konnte mit den anderen jedes Objekt tauschen, aber nur gewisse Typen konnten damit auch wirklich was anfangen. Die Möglichkeiten, die sich dadurch ergaben, waren einfach unüberschaubar und endeten meist in einem frustigen Hin- und Herschieben von Gegenständen und unaufhörlichem Herumprobieren. Das ist bei den Geheimakten wie im ersten Teil aber wieder spitze gelöst: die beiden Personen sind räumlich voneinander getrennt und können sich nur ein paar bestimmte Objekte zuschieben. So steht eine Person beispielsweise in einem Käfig oder Kellerraum und die andere kann ein paar wenige Gegenstände durch die Gitterstäbe durchreichen und umgekehrt. Das hält die Sache absolut überschaubar und gibt dem ganzen doch einen besonderen Kick. Bravo! Durch die ziemlich klare Struktur läuft man auch sehr selten wild in der Gegend rum um dies und das zu suchen. Meistens ist man auf 3, 4 Screens pro Location beschränkt, was sich natürlich auch auf den Schwierigkeitsgrad auswirkt. Hängen blieb ich eigentlich nur in sehr wenigen Situationen und selbst da mangelte es mir einfach nur an Geduld. So habe ich teils nicht gecheckt, dass man am Bildschirmrand nach weiter laufen könnte – meist ist nämlich dort ein Durchgang, auf den man klicken muss, nur in sehr seltenen Fällen scrollt die Umgebung rüber. Dann können natürlich auch typische Adventure-Probleme entstehen: man pladuert mit einer Person, die nichts zu sagen hat. Man sieht sich einen Gegenstand an und weiß eigentlich genau, was man tun muss, um da ran zu kommen. Probiert man diese Aktion aus, weigert sich der Spielecharakter aber hartnäckig. Als Zwischenschritt ist es nämlich notwendig, die vorige Person eben auf diese neue Entdeckung anzusprechen, damit dem Charakter die Situation auch klar wird. Man denkt also schon voraus, muss aber der Spielfigur natürlich diese Info auch noch zuteil werden lassen. Nachdem man sich also durch die verschiedenen Locations meist problemlos gearbeitet hat, kommt man in die Höhle des Löwen – in die Schaltzentrale der Bösewichte, wo es unweigerlich zum Showdown kommt. Eben dieser ist dann aber doch ein bisschen zu flüchtig muss man sagen – das ist ja aber ohnehin das Hauptproblem des ganzen Spiels. Was man hier dennoch sehr positiv hervorheben muss, ist der gute Spannungsaufbau am Ende. Und zwar wird man vom Bösewicht verfolgt und muss sich von Stockwerk zu Stockwerk hangeln. Jeweils hat man dann nur wenige Sekunden Zeit, diverse Dinge zu erledigen und zu untersuchen, denn der Typ kommt gleich wieder daher. So wird in gewisser Weise das Gefühl des Zeitdrucks generiert, wobei einem natürlich nie was passieren kann, da die Spielfigur immer rechtzeitig automatisch verschwindet. Das wurde aber wirklich hervorragend gelöst – auch die eine Situation, in der man quasi stirbt. Sehr cool. Ganz nett ist dann noch der Epilog, in dem die Zukunft sämtlicher Charaktere, die während des Spiels aufgetaucht sind, erzählt wird. Das kennt man ja von diversen Filmen her, ist aber bei einem Computerspiel für mich ähnlich innovativ wie das Zertifikat, in dem noch ein paar statistische Werte aufscheinen.

So ist mein Fazit im Endeffekt also schon sehr positiv – ich kann das Spiel absolut jedem Adventure-Fan massiv ans Herz legen. Der erste Teil fegte mich zwar noch ein bisschen mehr weg, aber eigentlich erfüllte der zweite Teil sämtliche Erwartungen und kann bis auf kleine Kritikpunkte auf ganzer Linie überzeugen. Als besonders positiv sind die detaillierten Grafiken, die Soundatmosphäre, der meist gut getroffene Humor, die geniale Struktur der Rätsel und sehr angenehme Steuerung zu werten. Auf der negativen Seite fällt mir eigentlich nur die kurze Spielzeit und das eine oder andere kleine Rätsel ein, das ich nur durch Rumprobieren löste, ohne jemals zu checken, was ich eigentlich genau mache. Es ist schön zu sehen, dass nach Monkey Island und Indiana Jones nach all den Jahren noch richtig gutes Material geboten wird. Als nächstes muss ich mir wohl mal Sam & Max genauer unter die Lupe nehmen, denn dort gibt es nach dem damaligen Klassiker inzwischen schon zwei neue Spiele, die aus verschiedenen kleinen Episoden bestehen. Eine witzige Idee wie ich finde und die Serie wurde bisher in sämtlichen Magazinen ganz hoch gelobt. Kuck ich mir mal an…

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