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Kultur und Forschung

7. November 2009, 13 Mal gelesen.
 

Vorgestern fuhr ich mit Riki nach Eschen, wo gerade Sofls Mum ihre jüngsten Kunstwerke ausstellt. Das Pfrundhaus ist ein ordentlich altes Gebäude mit schönem Gebälk und somit ein wunderbarer Ort für eine kleine Ausstellung. Nachdem wir uns die Bilder und Installationen sowie den Kurzfilm angesehen hatten, gab es noch eine kurze, aber durchaus beeindruckende Tanzshow. Zum Abschluss gönnten wir uns noch ein Gläschen Wein in der offensichtlich recht neu eingerichteten Buschenschenke. Es ist echt ganz nett eingerichtet dort und wir staunten über die vielen Liechtensteiner Weinhänge, die auf einer Landkarte abgebildet waren. Nicht weniger Verblüffung rief auch die Preisliste der lagernden Weine auf – selbst Weißweine sind nicht unter 14 Euro zu haben, oha.

Gestern ging es dann gleich Kultur beflissen weiter, sogar wieder in Liechtenstein ;) Durch Zufall haben wir vor einigen Monaten eine recht interessant klingende Veranstaltung im TAK in Schaan entdeckt. Damals waren wir leider zu spät, aber jetzt war es dann wieder so weit: Abba jetzt 2! Drei Typen interpretieren ABBA-Klassiker und später auch Songs anderer Interpreten auf völlig neue Art und Weise. Die Show bot eine solide Mischung aus Kabarett und Musik, wobei für meinen Geschmack das Gelaber gerade in der ersten Hälfte etwas zu sehr im Vordergrund stand. Die erzählten Geschichten von der gemeinsamen Indien- und Schwedenfahrt waren irgendwie so trivial, dass sie fast wahr sein mussten. Aber auch das machte sie für mich nicht viel unterhaltsamer. Von den zwei kleinen Hängern abgesehen, fand ich den Auftritt aber wirklich super und gerade die zweite Hälfte strotzte nur so vor Power und Genialität. Der Pianist zeigte so richtig, was in ihm steckt und auch die anderen beiden, die hauptberuflich Schauspieler sind, bewiesen ordentliches musikalisches Talent. Selbst als bekennender Nicht-ABBA-Fan empfand ich die neu arrangierten Songs wie Mamma Mia, Man after Midnight und was auch immer noch als ziemlich genial. Die nach der Pause präsentierten Welthits waren dann noch ne Spur eingängiger. Musikalisch vielleicht nicht ganz so kreativ, dafür mit einer tollen Tanz.- und Schauspielperformance aufgewertet. Alles in allem erhielten wir ein begeisterndes Rundum-Paket, das man sich auf jeden Fall ansehen sollte, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Was ich mitbekommen habe, sind die Aufführungen ja eher spärlich, da die drei das Ganze doch nur zum Spaß machen.

Heute musste ich schon früh aus den Federn, um beim Aufbau für das Nofler Vereinsturnier zu helfen. Es war eh bereits das dritte Mal, dass ich bei diesem Event geholfen habe und wir werden Jahr für Jahr noch schneller. So waren wir heute eigentlich bereits nach einer Stunde mit dem Aufstellen der Netze, Biergarnituren und der Verpflegung fertig. Ich strampelte anschließend noch ein paar Straßen weiter, wo man im Rahmen des Passivhaustages ein noch im Bau befindliches Passivhaus ansehen konnte. Vor Ort konnte man sich mit dem Bauleiter unterhalten und das Haus selbst genauer unter die Lupe nehmen. Der Holzbau, der von einem lokalen Bauunternehmen durchgeführt wurde, ist dann doch deutlich teurer als ein vergleichbares Fertigteilhaus, zumindest auf den ersten Blick. Auf denselben sah ich übrigens auch gleich, dass wir solch eine Raumaufteilung wirklich nicht wollen. Auch wenn die komplett gläserne Front wirklich einiges hergibt, war das doch wieder einer dieser typischen Schlauchräume, die oft angeboten werden. Genau aus diesem Grund hängen wir derzeit ja immer noch bei Wolfhaus. Dort sind die Grundrisse von Beginn an deutlich offener gestaltet, was uns sehr gut gefällt. Das Gespräch brachte jedenfalls wieder ein paar neue Einblicke in die Materie. Zum einen soll wohl ein derzeit noch von uns angedachter Glaserker auch bei einem Passivhaus möglich sein, allerdings muss dann halt entsprechend mehr gedämmt werden. Jede kleine Änderung erfordert gerade beim Passivhaus wieder neue Berechnungen und teurere Baustoffe. Insofern sind solche Scherze also definitiv zu überdenken. Zum anderen wurde mir jetzt erst bewusst, wie viel Platz und Planerei eigentlich die ganzen Verrohrungen in Anspruch nehmen. Nicht nur für sanitäre Anlagen, sondern besonders für die Wohnraumlüftung. Diese hat der Typ vor Ort und auch noch ein Bekannter, den ich dort zufällig getroffen habe, übrigens sehr empfohlen. Der Kostenpunkt von min. 12.000 Euro ist natürlich nicht zu vernachlässigen ;) Bezüglich Gaskamin kennt sich übrigens wohl niemand richtig aus, hier muss ich also recht rasch mal ein Beratungsgespräch führen. Alles in allem hat sich der Besuch aber schon gelohnt und ich bin schon wieder intensiv am Umplanen.

VR LabNachmittags musste ich dann in die FH fahren, wo heute für die lange Nacht der Forschung die Türen offen standen. Diese österreichweite Aktion wurde meiner Meinung nach nicht übermäßig beworben, weshalb ich tendenziell mit einem gemütlichen Abend rechnete. Oh, wie sehr sollte ich mich da täuschen. Ich schaltete pünktlich um 16:55 Uhr die Geräte im VR Labor ein, da standen auch schon die ersten Besucher im Raum. Ups. Ein klein wenig improvisiert habe ich dann aber die wichtigsten Sachen gezeigt und erklärt und so langsam liefen alle meine Stationen. Was auch gut war, denn die nächsten Interessierten ließen nicht lange auf sich warten. Im Endeffekt stand ich sechs Stunden lang unter Dauerstrom. Keine Sekunde war der Raum der leer, zwischen 5 und 25 Personen tummelten sich beim Haptikgerät, der 3D-Brille, dem HMD und dem Motion Capturing. Besonders die Kinder hatten mit manchen Stationen natürlich eine große Freude, aber auch für Erwachsene gab es das eine oder andere Aha-Erlebnis. Dass Megi aus Krankheitsgründen nicht da war, war doppelt schade: zum einen hätte ich ihre Unterstützung wirklich sehr gut gebrauchen können, zum anderen hätte sie sicher gerne miterlebt, wie ein Typ beinahe orgastische Anfälle beim Betrachten der 3D-Bilder bekommen hat *grins* Die Getränke, die ich so am Rande bereit gestellt hatte, waren übrigens innerhalb der ersten Stunde weg, tja, mit solch einem Ansturm hatten wir wirklich nicht gerechnet. Stressig war auch die gleichzeitige Bereitstellung der verschiedenen Applikationen. Mehr als drei Demos gleichzeitig laufen zu lassen war ohnehin nicht möglich, und selbst hier musste man dann halt noch ein paar Abstriche machen. Ich hatte übrigens trotz aller negativer Erwartung das Labor im Vorfeld noch ziemlich aufgepeppt. So riss ich sämtliche inzwischen vergilbte 3D-Plakate von den Wänden und ersetzte sie durch wunderbar bunt strahlende neue Exemplare. Jetzt hoffe ich, dass es eine Möglichkeit gibt, die Plots mit einem Fixierspray oder so langlebiger zu machen. Die schön knallige Plakatwand hat jedenfalls einiges hergegeben und auch die extra zusammen gestellte DVD mit unseren Visualisierungen war sehr nützlich. Nun, aber 23:00 Uhr war dann Gott sei Dank nicht mehr viel los und ich konnte in der letzten Stunde noch zusammen mit Sabrina und Jonny sowie ein, zwei Becherchen Weißwein die anstrengende Nacht gemütlich ausklingen lassen.

Vor Jahr und Tag..

 
 

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