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Neue VR-Devices

7. November 2008, 39 Mal gelesen.
 

Heute Vormittag waren wieder die Masterstudenten bei uns im Labor. Christian hat heute einen Crashkurs zum Thema Character Design gegeben, was durchaus interessant war. Er hat letztens eine echt coole Animation erstellt, zu der die Entstehungsgeschichte ein wenig erläutert wurde. Am Ende haben wir uns den Clip im Web angesehen. Danach steuerten wir zur Aula, wo ein für uns interessanter Vortrag in der Illustren Runde starten sollen hätte. Leider war das Programm schon eine satte halbe Stunde im Verzug, aber so konnte man in der “Pause” wenigstens auf ein paar bekannte Gesichter treffen. Neben einigen ehemaligen Studenten traf ich so auch Mylchen und Marlene, die mit mir studiert hatte und die ich ja ewig nicht mehr gesehen habe. War irgendwie ganz nette Sache und auch der anschließende Vortrag hatte durchaus was. Es war zwar mehr ein kurz kommentiertes Showreel als ein Vortrag, die gezeigten Beispiele aus dem Bereich der animierten Illustration haben aber durchaus gesessen. Besonders beeindruckend fand ich die Messe-Installationen mit gigantischen Displays und verdammt genialen visuellen Effekten. Sehr satt!

HMD
Zu Mittag kam dann ein Mitarbeiter von EST – dem VR-Vertrieb, von dem wir auch schon die bisherige Ausrüstung im Labor bezogen haben. Seit dem Tag der offenen Türe streikt ja leider unser HMD und jetzt wurde es höchste Zeit, sich um einen Ersatz zu kümmern. Eine Reparatur des alten Geräts ist leider nicht mehr möglich, weil es den Hersteller nicht mehr gibt. Eine Sache, die in dem Bereich leider viel zu häufig vorkommt :( Wir wollten heute jedenfalls die zwei einzigen zur Debatte stehenden Geräte vergleichen, konnten dann aber nur das nVis ST selbst ausprobieren. Das Ding ist ein indirekter Nachfolger unseres Gerätes und daher vom Design und Preis her ziemlich ähnlich. Allerdings steckt nun doch eine komplett andere Technik dahinter. Im Großen und Ganzen bin ich aber echt total enttäuscht. In diesem Sektor scheint echt jeder Fortschritt mit einem Rückschritt gekoppelt zu sein. Zwar bieten die neu eingesetzten Displays eine wirklich hervorragende Wiedergabe, allerdings ist der Tragekomfort noch viel beschissener als beim alten Gerät. Das HMD ist dermaßen schwer und bescheuert gewichtet, dass es echt weh tut. Damit nicht genug – die richtige Abschottung, die beim alten Gerät noch problemlos möglich war, fehlt hier auch völlig. Man sieht also ständig die Umgebung auf der Seite und unten, was mich irgendwie massiv stört. Der Knüller ist, dass inzwischen auch die Kabel viel kürzer geworden sind, was die Bewegungsfreiheit natürlich massiv einschränkt. Nun ja, also das Optimale ist es wirklich nicht. Sehr positiv muss man allerdings die echt saubere Qualität der Displays hervorheben, die doch deutlich heller sind als die, die wir kennen. Das führt im See Through-Modus auch dazu, dass die hellen Stellen des generierten Bilds die Realität beinahe komplett abdeckt. Wow! Bei unserem bisherigen Gerät war die Seethrough-Option ja unbrauchbar, weil das projizierte Bild einfach viel zu schwach und nicht wirklich erkennbar war. Nun ist es blöderweise umgekehrt ;) Die 3D-Szene ist ganz gut sichtbar, allerdings sind auch die schwarzen Flächen des angezeigten Bildes so hell, dass die Realität nur zu einem geringen Teil durchscheint. Dieser massive pixelige Schleier nervt echt ordentlich. Schon ätzend, dass niemand in der Lage ist, mal ein echt brauchbares Gerät für Augmented Reality zu entwickeln.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Präsentation war auch das Motion Capture-System. Zum einen wurde ein Vier-Kamera optisches System von Worldviz eingesetzt, um unsere Position im Raum zu tracken. Dabei dienen simple Infrarot Emitter als Sensoren, die von den Kameras erfasst werden, um eben die Position im Raum zu erkennen. Um zusätzlich die Neigung des Kopfs zu erfassen, wird ein Intertialsensor eingesetzt. Meiner Meinung nach könnte man vermutlich auch die Wii Motion Plus drauf setzen und via Bluetooth die gleiche Information völlig wireless und zu einem Bruchteil des Preises an den Rechner übertragen. Vielleicht traue ich der angekündigten Neuentwicklung von Nintendo aber auch ein bisschen zu viel zu, keine Ahnung. Jedenfalls ist das optische Tracking schon ganz beeindruckend, aber einfach viel zu teuer. 11.000 Euro nur dafür, um die Position von drei Punkten (Kopf und Hände) im Raum zu tracken – das ist lächerlich. Der Inertialsensor hingegen kostet echt nicht viel und sollte eigentlich auf keinem HMD fehlen. Schade, dass es immer noch kein brauchbares System gibt, das so richtig wireless arbeitet und auch Full Body Capturing beherrscht. Das heißt, im anschließenden Gespräch wies der Verkäufer auf einen Hersteller in Amerika hin, der doch glatt ein Acht Kamera-System für nicht mal 5.000€ anbietet. Ob das Ding dann auch was kann, weiß natürlich wieder mal niemand. Naja, was soll’s. Fazit: die VR Hardware bleibt weiterhin deutlich zu teuer und zu wenig innovativ. In Bezug auf Qualität und Schnittstellen-Einbindung hat sich zwar einiges getan, aber diese Fortschritte gehen wieder mal auf Kosten der Usability und Flexibilität. Echt schade. Wir müssen jetzt genauer diskutieren, wie wir weiter verfahren. Fakt ist, dass ein HMD ein absolut geniales Gerät ist, um wirklich in virtuelle Welten einzutauchen und das alte kaputte Gerät ersetzt werden muss. Womit nun genau, sei vorerst dahin gestellt.

Nachdem wir die Sachen im Auto verstaut hatten, fuhr ich mit dem Bus nach Höchst, wo wir wieder ein Volleyball-Match hatten. Der Bus war echt ätzend vollgestopft, richtig grauslig. Ich war dann auch glatt der erste in der Halle und half bei einem gemütlichen Plausch den Gastgebern beim Aufstellen. Um acht ging’s dann mal los. Die Höchster hatten definitiv unseren Respekt, nachdem sie Dornbirn schon zwei Mal geschlagen hatten. Diesen verloren sie aber nach dem ersten Satz diretissimo. Durch souveräne Service-Serien von mir und Richi fegten wir die sieben Jungs regelrecht vom Feld. Ihre Annahme war dermaßen übel, dass überhaupt kein Spiel aufgebaut werden konnte. Und kam der Ball doch mal zu uns rüber, hatten wir eigentlich in der Verteidigung und im Angriff alles unter Kontrolle. Man hätte nun meinen können, diese hohe Satzgewinn bürgt für ein kurzes Match. Doch so einfach war das nun doch nicht. Die Höchster bekamen die Annahme zusehends in Griff und unsere Aufschläge waren plötzlich nur noch Scheiße. Statt direkte Punkte zu erzielen, knallten wir bis auf ein paar Ausnahmen die Murmel gemütlich ins Netz und gaben den Punkt direkt an den Gegner. So war es kein Wunder, dass der Satz extrem knapp endete. Leider mussten wir ihn zu 23 sogar abgeben. Doch Gott sei Dank konnten wir uns wieder fangen und die weiteren beiden Sätze doch wieder ziemlich klar für uns entscheiden. So richtig gut lief es uns aber leider nicht. Irgendwie fehlten die sicheren Bälle von hinten, sodass Hannes fast nur nach Außen spielen konnte. Ganze drei Male hab ich in der Mitte den Ball bekommen, wobei gerade der Hinten-Kurz völlig blockfrei ein echter Burner war. Peinlich waren auch diverse Bälle, die zwischen zwei Spiele fielen, weil man sich nicht richtig absprechen konnte. Und so weiter halt. Immerhin ließen uns Hannes und Patrick nicht im Stich und machten die wichtigen Punkte auf der Außenposition trotz teils ziemlich guter Blockspieler. Der Block war dann auch unsere Stärke vor allem am Ende der letzten Sätze. Sowohl Reini als auch ich konnten doch noch ein paar direkte Blockpunkte mit Hilfe unserer jeweiligen Mitblocker erzielen. Alles in allem also kein berauschender, aber wichtiger Sieg (Endergebnis auf der VVV-Webseite). Wir gingen danach noch in die “Alte Schule” einen Happen essen und ein bisschen was trinken. Um Mitternacht trat ich dann den Weg vom Feldkircher Bahnhof nach Tisis per Fahrrad an.

Vor Jahr und Tag..

 
 

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