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Siedler, Nikolomarkt und Wasserpfeife

6. Dezember 2009, 17 Mal gelesen.
 

Am heutigen Sonntag schlief ich zumindest ein bisschen länger, fuhr dann aber bereits um zwölf mit Riki nach Lustenau. Jonny und Sabrina luden zu einem kleinen Spielenachmittag. Es war wieder einmal Zeit für eine solide Partie Siedler. Zu viert wird es auf einem einzelnen Spielfeld zwar immer recht eng, aber zu den oft typischen Einkesselungen zum Nachteil eines einzelnen Spielers blieben Gott sei Dank aus. Dennoch wäre der Einsatz der Erweiterung für sechs Spieler definitiv sinnvoll. Am besten ist für mich immer noch das Spiel zu sechst mit zwei kompletten Spielfeldern. Aber egal. Heute sollte der große Auftritt für die Erweiterung Händler und Barbaren sein. Ich hatte diese vor fast zwei Jahren günstig bei Amazon bestellt, aber noch nie im Einsatz. Diversen Kritiken zufolge soll dieses Set deutlich komplexer sein als Städte und Ritter oder Seefahrer. Die beiden Sets sind zwar auch nicht schlecht, aber auch keine richtigen Knüller. Die dritte Erweiterung hingegen scheint es wirklich in sich zu haben. Denn eigentlich besteht sie aus fünf einzelnen kleinen Erweiterungen, die im Stile einer Kampagne gespielt werden können. Jede Kampagne hat ihre zusätzlichen Felder und Spielsteine, es gibt sogar neue Figuren wie Kamele, Reiter, Wagen, etc. sowie Goldstücke und eine Vielzahl an Spielsteinen. Zu diesen Kampagnen gesellen sich noch zwei weitere Gimmicks: Die Karte Hafenmeister, die man erhält, sobald man drei Hafensiedlungen erbaut hat und eine Spielvariante für zwei Spieler.

Wir entschieden uns für die einfachste und kürzeste Kampagne, nämlich für die Flüsse von Catan. Die Sache ist an und für sich ziemlich simpel, aber letztlich richtig genial. Es werden zwei neue Spielfeldelemente aufgelegt, auf denen sich je ein Fluss durch verschiedene Rohstoffgebiete schlängelt und im Sumpfgebiet mündet. Letztere sind im Prinzip Ersatz für die Wüste, die anderen Felder verhalten sich ähnlich wie die normalen Rohstofffelder, allerdings kommt hier noch ein weiteres taktisches Element hinzu: Gold. Wer eine Straße oder Siedlung am Flussgebiet baut, erhält ein Goldstück. Für eine Brücke über den Fluss erhält man gleich drei Stücke. Ja, mit Brücken haben wir eh auch schon mal gespielt. Und zwar setzten wir einfach die Wasserflächen mitten auf das Spielfeld und ermöglichten das Überqueren durch den gleichzeitigen Bau von zwei Straßen als Brücke. Dies war aber nur mit den alten Auflagen möglich, da die neuen Varianten das Wasser nicht in achteckiger Form enthalten. Prinzipiell wäre es aber recht problemlos möglich, die Kampagne ohne Erweiterungsset nachzuspielen. Anstatt der Goldstücke könnte man beispielsweise Pokerchips nehmen und dann hat man eh mehr oder weniger alles beisammen. Die zwei gehässigsten Kärtchen müsste man sich halt basteln: armer Siedler und reichster Siedler. Der Trick mit dem Gold ist folgender: alle Spieler, die gemeinsam am wenigsten Goldstücke haben, kassieren zwei Minuspunkte. Der alleinige Goldstückkönig hingegen erhält einen Pluspunkt. Sobald sich die Verhältnisse ändern, werden die Karten halt entsprechend herumvgeschoben oder abgegeben.

Der Goldvorrat hängt aber nicht nur vom Bau an den Flussfeldern ab, sondern auch vom Handlungsgeschick und Konsumverhalten. Man kann nämlich die Goldstücke mit den Mitspielern auch gegen Rohstoffkarten tauschen, weiters ist es möglich, bei der Bank mit zwei Goldstücken einen Rohstoff nach Wahl zu kaufen. Und genau das gibt dem Spiel einen riesigen Boost. Oft ist es ja so, dass ein massiver Lehm- und Holzmangel herrscht. Ohne diesen beiden Rohstoffen ist aber ein Expandieren überhaupt nicht möglich und das Spiel steht oft über mehrere Runden still. So wäre es wohl auch bei uns gewesen. Auf einem Holzfeld war die 3, die ohnehin nie kam, auf einem anderen mehr oder weniger durchgehend der Räuber *pfui* Durch den Einsatz von Goldstücken kam man dann aber doch an den begehrten Rohstoff und das Spiel lief solide weiter. Im Großen und Ganzen war es dann auch schon. Die Einführung von Gold und Fluss geben dem Spiel aber meiner Meinung nach den sonst möglicherweise fehlenden Pepp, ohne groß kompliziert zu sein. Und das Ende war dann auch richtig spannend: Jonny war reichster Siedler, setzte aber zwei Goldstücke zum Kauf der letzten nötigen Ressourcen ein. Damit wäre er zwar auf seine 11 Siegpunkte gekommen, allerdings musste er im selben Spielzug den Bonuspunkt für den reichsten Siedler abgeben, da er nun gleich viele Goldstücke hatte wie Riki. Diese wiederum hätte durch den Zukauf von zwei Ressourcen das Spiel ebenfalls beenden können, hätte aber zeitgleich Jonny den Sieg verschafft und selbst zwei Minuspunkte kassiert, da ihr Goldvorrat entsprechend geschrumpft wäre. Ich war als Nächster an der Reihe und hatte Gott sei Dank sowohl genug Gold als auch genug Ressourcen. So konnte ich noch problemlos eine Siedlung am Hafen bauen, den Hafenmeister kassieren und meine zwei versteckten Siegpunkte aufdecken. Tada, fünf Siegpunkte in einem einzigen Durchgang ;) Brettspiele-Report.de bietet übrigens einen sehr schönen Überblick über die Komplexität der Erweiterung.

NikolomarktUm 17:00 Uhr fuhren wir dann mit dem Bus nach Dornbirn, wo wir den Nikolausmarkt besuchten. Am Dornbirner Marktplatz war die absolute Hölle los, unglaublich. Wir trafen uns noch mit Smi und Tsuki und ließen uns von Gü, der an einem eigenen Stand arbeiten mussten, bedienen. Okay, die Wurst habe ich mir erspart, aber beim Glühwein sagte ich natürlich nicht nein. Mein alternatives Raclettebrot war ja auch nicht so schlecht, allerdings deutlich zu klein. Naja. Bald trafen auch Bernd und Hanna ein, die sich davor noch die volle Krippenausstelungsdröhnung gegeben haben. Wir zogen dann gemeinsam auf den Marktplatz, um noch den einen oder anderen Glühwein und Most zu vernichten. Ich gönnte mir schließlich auch noch einen feinen Eierlikörpunsch – für Abwechslung war also definitiv gesorgt. Irgendwann wurde uns das Rumstehen aber doch zu mühsam und wir verkrümelten uns noch in die Sambala Lounge. Ja, beim Araber waren wir eh schon eine Zeit lang nicht mehr und mit etwas Glück konnten wir noch einen schönen Platz ergattern. Es war zwar recht eng, aber was soll’s. Das Timing beim Servieren hätte auch optimiert werden können. Nächstes Mal bestellen wir die Wasserpfeife jedenfalls erst NACH dem Essen ;) Ich orderte einen soliden Fingerfood Basket und auch sonst standen einige Leckereien auf dem zu kleinen Tisch. Ein bisschen erinnerte uns die Sache an den Libanesen in London. Dort war der Platzmangel allerdings so hoch, dass wir die Teller auf dem Schoß platzieren mussten – was für ein Spaß. Kurz vor zehn düsten Riki und ich dann zum Zug nach Feldkirch, wo wir frustriert erkennen mussten, dass der Bus gerade zwei Minuten davor abgefahren ist. Bei der Wahl zwischen Taxi und Fußmarsch entschieden wir uns für Letzteres, weil die zehn Euro für die 4-Minuten-Fahrt einfach zu sehr schmerzen *bäh*

Siedler Erweiterung Händler und Barbaren

PositivesNegatives
umfangreich und flexibel
verschiedene Kampagnen und Zusatz-Regeln
vorerst keine negativen Punkte
Gesamturteil: Definitiv das umfangreichste und interessanteste Erweiterungsset für das geniale Brettspiel
Wertung
95%

Vor Jahr und Tag..

 
 

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