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Altpapier und Poker

6. September 2008, 54 Mal gelesen.
 

Heute hieß es leider früh aufstehen, weil ich bereits um 8:00 bei der Feuerwehr in Nofels sein musste. Wir trafen uns dort zur klassischen Altpapiersammlung. Ein Konzept, das ich nach all den Jahren immer noch nicht verstanden habe: die Einwohner sammeln ihr Papier daheim anstatt es zum Container zu bringen und shippen es dann vor die Haustüre. Dort sammeln drei Trupps unseres Volleyballvereins die Stapel mit Traktor oder LKW ein und werfen es in einen riesigen Container. Dafür bekommt dann der Verein ca. 600€, soweit ich weiß von der Stadt. Wer hier irgendeinen Vorteil hat außer den Vereinen ist mir noch ein wenig schleierhaft, aber man sollte ja allgemein nicht zu viel fragen, grad wenn’s ums Geld geht *g* Jedenfalls ist dieses Event immer eine gute Einnahmequelle für den VBC Nofels und zudem eine, wo man eigentlich immer gerne mithilft. Hinten auf’m Traktor stehen wie die Müllmänner auf der Müllabfuhr hat was, immerhin war Letzteres ja immer ein kleiner Traumberuf von mir ;) Mit der Zeit wird’s dann halt schon ein bisschen anstrengend, aber zum Krafttanken gibt’s ja immer bereits nach 1 1/2 Stunden eine feine Jause-Pause. Danach waren wir etwa nochmals so lange dran, insbesondere wegen einer Sonderladung Karton, die man uns mit dem Gabelstapler aufgeladen hatte. Das extrem verstaubte, schwere und unhandliche Zeugs dann in den Container zu werfen war ein echter Hoiler – so dreckig war ich doch schon lange nicht mehr. Nach getaner Arbeit fuhr ich dann heim zu meinen Eltern zum Mittagessen. Ham noch ein bisschen geplaudert und versucht, Opa ein wenig ins Gespräch einzubinden. Aber das kann man leider vergessen – er scheint einfach nicht mehr zuzuhören und per se nichts mehr zu hören. Nur wenn man mit ihm alleine redet funktioniert die Kommunikation noch so halbwegs. Alles andere ist echt super mühsam und irgendwie schon tragisch. Er ist sonst ja echt fit, aber wenn man so schlecht hört ist man sozial doch ziemlich ausgegrenzt irgendwie…

Der Nachmittag verging dann unheimlich schnell. Ich musste noch einkaufen, Wäsche aufhängen, ein bisschen aufräumen und für morgen was Essbares vorbereiten. Tobster hat uns zum Grillen eingeladen und ich bastelte dafür eine Portion eingelegte Zucchini, die ich von daheim mitbekommen habe. Es ist ja prinzipiell ne simple Sache, letztlich aber doch immer recht zeitaufwändig. Also ne Stunde ist man auf jeden Fall dran mit einer ordentliche Zucchini: Schneiden, Anbraten, mit Knoblauch bestreichen, mit Minze und Essig verfeinern. Duschen war auch schon längst überfällig und um 19:00 kamen dann schon die erste Gäste für den Pokerabend. Jonny, Sabrina und Tsuki kamen aber bereits eine Stunde früher zum Wii-Spielen. Wir genehmigten uns erst Mal einen feinen Lychee-Sekt und dann ging’s los mit den Rabbidz. Bizarrerweise habe ich es nicht herbekommen, den ersten Teil für mehrere Spieler frei zu schalten, so griffen wir halt wieder zum 2er zurück. Da sind ja auch ein paar kultige Mini-Games drauf wie beispielsweise das Telefonieren im Kino und so. Wir haben mal eine komplette Reise durchgemacht, um Tsuki mal ein paar Sachen zu zeigen. Als wir dann gerade Rodeo ritten, kam Nietsche rein und bestaunte nur diesen doch recht abartigen Anblick von vier wild herumfuchtelnden Freaks vor dem TV *lach* Tobster und Markus ließen auch nicht länger auf sich warten und so räumten wir mal den Tisch ins Wohnzimmer, stellten die Stühle dazu und begannen die Chips zu sortieren. Bernd und Hanna kamen dann eh grad recht zum Start…

Pokerabend bei mirDer letzte größere Pokerabend ist ja echt schon eine ganze Weile her, ziemlich dramatisch. Die ersten paar Runden bestimmten gleich mal das Motto des Abends: Extreme Calling. Und ich mitten drin, was mich dann eh super geärgert hatte – was für ein Müll. Nun, Markus erhöht vor dem Flop ein klein wenig und wir sind wieder mal ein paar Mitstreiter, die unbedingt den Flop sehen möchte. Da hänge ich mich mit meinen Q♠-10♣ glatt dran. Nur bin ich dann durchgehend zu feige, um einen großen Move mit meinem leckeren Straightdraw am Flop J♠-9♣-3♥ zu machen. Markus macht seinen Contibet und Tsuki callt auch noch. Die Odds sind klar für einen Call, weil der Einsatz von Markus deutlich zu gering ausfiel. Bis zum River kommt leider keine Straße, aber ein Flush. Ich überlege blöderweise viel zu lange, anstatt einen satten Bluff anzusetzen – zumal ich mir ganz sicher war, dass Markus eh nur A♠-K♦ hatte. Und tatsächlich deckte er diese Karten auf und wurde von Tsukis lausigen J♣-4♣ übel aufgeblättert. Ich war am River eben zu feige, um den 50$-Bet mit einem satten Raise zu beantworten und foldete meinen missglückten Draw. Pfeifenkopf. Aber gut, viel ging ja nicht verloren, ich glaube es waren gerade mal 50$ und ich hatte bei sehr niedrigen Blinds immerhin noch einen beachtlichen 250$-Stack. Also keine Panik. Allerdings wurde ich zunehmends tighter und spielte fast keine Hand mehr. Das Fatale bei uns ist ja, dass die 10 Minuten Blindlevels netto vielleicht grad mal 3 Minuten dauern – so lange sind die Diskussionen, Gespräche und Nachdenkerei zwischendrin. Und so kommt man halt doch früher unter Zugzwang als einem eigentlich Recht ist. Ich glaube, die Blinds waren bei 30/60, als ich mit meinem 200$-Stack in mittlerer Position All-In pushe. Okay, es war ein ziemlich riskanter Move, da doch noch fünf Leute inkl. Blinds hinter mir dran waren. Da aber Bernd schon vor mir nur gecallt hatte, war der Pot einfach zu lecker, um A♣-J♦ zu folden. Die Blinds kamen einfach unaufhaltsam auf mich zu und dann hätte ich danach gerade mal noch zwei Big Blinds gehabt, was es ja nicht sein kann. Feinerweise folden auch glatt alle hinter mir. Denn gecallt wird normalerweise ja nur, wenn nicht oder nur gering geraist wurde. Nur Bernd geht in den Think Tank und ich ahne Schlimmstes. In diesem Moment sehe ich ihn schon A♠-Q♣ umdrehen und tu meine Vermutung auch lautstark kund. Dummerweise versäume ich es, Bernd davon zu überzeugen, dass ich den besseren Kicker habe und er seine Hand folden sollte. Naja, jedenfalls war mein Read richtig und ich lag ganz übel hinten. Es wollte keine Hilfe für mich kommen und so durfte ich gnadenlos als Erster abdanken. Super Sache…

Nietsche sollte der Nächste sein und so hatte ich zumindest gleich einen Heads-Up Gegner. Wir zockten zwei Turniere um jeweils 5 Euro, die ich beide gewinnen konnte. Somit war der Abend zumindest finanziell schon fast gerettet ;) Ich spielte gerade im ersten Anlauf eigentlich ganz gut und konsequenz, im zweiten hatte ich es dann nicht sonderlich schwer, als meine Damen auf ne gute As trafen und die As auf dem Board ausblieb. Coole Sache. Wir gönnten uns dann noch eine kleine Rauchpause, während einige wenige noch verdammt lange die ersten drei Plätze ausspielten. Wir setzten uns erst wieder rein, als wir mit der neuen Runde begannen. Und diesmal ging ich es doch ein bisschen ruhiger an, zumindest bis zum Ende des vierten Blind-Levels. Wir stellten heute nämlich eine neue Regel auf, die ich ziemlich vernünftig finde: der erste Ausgeschiedene MUSS sich nochmals rebuyen und alle andere DÜRFEN bis zum Ende des vierten Levels. Wir spielten zwar schon immer wieder mal mit optionalem Rebuy, hatten aber nie so klare Regeln und die Sache mit dem obligatorischen Zweitkauf ist eigentlich für alle Beteiligten absolut sinnvoll. Nun, jedenfalls reden wir halt so über die letzte Chance, einen Rebuy zu tätigen, als Nietsche direkt vor mir All-In pusht. Ich sehe eine ganz nette Hand: A♥-Q♠. Nichts, womit ich normalerweise einen völligen Overbet callen würde, aber in diesem Fall war ich mich ganz sicher, dass ich die bessere Hand als Kamikaze-Nigsch halte. Nur Jonny hinter mir machte mir noch ein bisschen Sorgen, da er eine halbe Ewigkeit überlegte. Ui, da war ich schon froh, als er dann seine Hand foldete, denn ich war mir sicher, dass es zu einem Coinflip gekommen wäre. Tatsächlich setzte ich ihn genau auf die richtige Hand, nämlich ein Paar Neuner, das er eigentlich schon recht klug nieder gelegt hatte. Immerhin wären seine Chancen gegen potenzielle vier Overcards nicht mehr so der Brüller gewesen. Wie auch immer – es kommt ja sowieso immer anders als die Chancen es besagen und so luckt sich Meister Nigsch mit K♣-5♠ eine gruselige Straße zusammen *Speib*. Faszinierenderweise hatte ich aber noch genügend Chips übrig, um halbwegs über die Runden zu kommen. Ich wartete auf gute Hände und spielte diese bereits vor dem Flop aggressiv. Lustig war dann das Duell gegen Tobster. Beide hielten Anna Kournikova, wobei er sein Blatt suited hatte und am Turn glatt sein Flush-Draw daher kam. Gott sei Dank wurde nichts draus und wir konnten uns den Pot teilen *lach* Schließlich und endlich hatte Nietsche noch ein paar Male das nötige Glück, um zuerst mich und dann Tobster kaputt zu machen, selbst mit den lausigsten Händen. Naja, aber immerhin wurde ich Dritter und konnte so den Abend mit einem kleinen Plus abschließen ;)

Wii FreaksDie frühzeitig Ausgeschiedenen hatten es sich bereits auf der Couch gemütlich gemacht und so bot es sich nachher irgendwie noch an, eine Runde Wii zu zocken. Wir hatten zwar nur vier Controller, reichten diese aber einfach immer wieder mal herum, was ganz gut funktionierte. Da eh grad die Rabbits im Laufwerk lagen, beließen wir es auch dabei und dahen uns das eine oder andere Spielchen an. Den Vortritt hatten natürlich die Neulinge, die sich teilweise auch echt köstlich anstellten ;) Bernd stellte so zB unter Beweis, dass er’s mit dem Telefonieren nicht so hat, weil er die Wiimote so komisch hielt, dass er nicht einen einzigen Punkt beim Kino-Spiel sammeln konnte. Ein richtiger Brüller war dann natürlich Jonnys Lieblingsspiel: Autoscooter. Das war also wirklich auch zum Zuschauen absolut komisch, weil natürlich alle paar Sekunden jemand im Suicide-Style vom Häuserdach fuhr. Teilweise so richtig zielsicher und gleich ein anderer wie ein Lemming hinterher. Absolut köstlich. Wir haben so nocht ziemlich lang gezockt, wobei ich zwischendurch mal ein bisschen aufgeräumt und abgewaschen habe. Um 2:00 war dann die Session und ein echt cooler Abend vorbei. Ich richtete nur noch das gröbste weg und ging dann bald schlafen. Riki kommt morgen in der Früh ja wieder heim und sollte jetzt nicht gerade über den großen Saustall stolpern *gg*

Vor Jahr und Tag..

 
 

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