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Untersuchungen und Wii für PC

4. Juli 2008, 59 Mal gelesen.
 

Ich durfte heute ziemlich früh zum Zug, da die erste Versuchsperson bereits um 8:00 im Labor auftauchen sollte. Die vergangene Woche war ja zugfahrtechnisch ein echter Heuler: egal wann man sich in das Gefährt gesetzt hat, es war immer voller Schüler. Offensichtlich machte jede Schule noch irgendeinen Ausflug in der letzten Schulwoche – fürchterlich. Die Untersuchung verlief dann ein klein wenig chaotisch. Auf Grund der Wimperntusche hat es der Eyetracking selbst nach über 10 Minuten Probieren nicht herbekommen, die Pupille zu finden. Blöd gelaufen und ziemlich mühsam für die arme Testperson, die aber sonst eh ganz lässig drauf war. Dann traten auch noch kurzfristige Probleme mit der Physiologie auf, die Walter aber Gott sei Dank beheben konnte. Er war im ersten Versuch doch noch mit dabei und musste erst danach zum Unterricht. Ich weiß nicht, ob ich in dieser Problemsituation eine Lösung gefunden hätte. Bei den anderen zwei Tennisfreaks, die im Laufe des Vormittags kamen, gab es dann Gott sei Dank keine Systemausfälle mehr. Auch das Kommentieren der Schläger gab ziemlich viel Aufschluss über die Einstellung der Leute. Jedenfalls lief soweit alles gut und um halb zwei konnten wir die Systeme zufrieden herunter fahren.

Mit Megi diskutierte ich dann wieder mal über die MMS-Noten weiter. Eine Gruppe, die sich aufgeregt hatte, hat nun offensichtlich den Kampf um eine bessere Bewertung aufgegeben. Gott sei Dank muss man sagen, denn die Arbeit dieser Gruppe war wirklich sehr mau und nur durch Heranziehen einer praxisorientierten Bewertung überhaupt als positiv zu bewerten. Bei einer anderen Gruppe kam es zu wilden Mail-Battles, die nun in einem persönlichen Gespräch geklärt werden sollen. Ich bringe Megi eh immer wieder mal auf die Palme, da ich versuche, den Standpunkt der Studenten zu verstehen und mich teils auf ihre Seite stelle. Da ich aber bei der Festlegung der Noten ebenso beteiligt war, käme auch für mich eine Verbesserung von Noten ohnehin nicht in Frage. Es geht also lediglich um den Diskurs und gewisse Argumente, die eben nachzuvollziehen sind oder auch nicht. Ich stellte mir auch die Frage, ob man nicht die komplette Kriterienliste schon zu Beginn publizieren sollte. Megi hat ihr aber ganz sicher recht, dass dies zu noch mehr Chaos und schlechteren Arbeiten führen könnte, weil nun alle versuchen, sich nur auf diese Kriterien zu stürzen und diese nacheinander abzuhaken. Nene, das kann’s nicht sein und selbst in der Grundschule sind in gewissen Fächern die Kriterien nicht nur vorher sondern auch nachher nicht durchsichtig. Ich hab echt keine Ahnung, wie die große Enttäuschung zum Semesterende erspart werden kann. Klar, durch wirklich überzeugende Leistung, aber daran sind die Studierenden bei uns nicht wirklich gewohnt. Gerade durch die vielen Gruppenarbeiten kann man sich ja immer durchschummeln. Bei uns natürlich genauso, weil die Bewertungen für die einzelnen Studenten nur wenig Einfluss auf die Schlussnote haben. Als Hauptproblem bei den Abgaben sehe ich ohnehin, dass für uns eigentlich nicht zu unterscheiden war, ob eine Arbeit von einer Einzelperson oder einer Gruppe bearbeitet wurde. Die Einzelarbeiten fielen daher natürlich meist deutlich besser aus, weil Gruppen von vier Personen weder mehr noch besseren Inhalt zu Papier brachten. Dann wird herum geheult, dass innerhalb von 25 Stunden nicht mehr zu machen war, dabei hatten sie gesamt ja 100 Stunden zur Verfügung, die sehr wohl für deutlich bessere Arbeiten gereicht hätten.

Nach dieser längeren Diskussion und auch der Besprechung zu den Lehrveranstaltungen des kommenden Semesters musste ich dann nochmals ins Usability-Labor. Wir versuchten, den Eyetracker neu auszurichten und die verschiedensten Parameter zu ändern, um ein konstanteres Ergebnis zu erhalten. So richtig erfolgreich waren wir leider nicht, denn die Resultate variierten einfach von Person zu Person. Zum einen hängt das Ganze von der Höhe des Trackers ab, zum anderen von den verschiedenen Parametern in der Kalibrierungssoftware. Wir haben noch lange herum probiert, bis wir dann nur zur Hälfte erfolgreich abbrachen. Ich huschte nachher noch ins Labor rüber, wo ich mich ein bisschen mit den Möglichkeiten der Wii auseinander setzte. Prinzipiell hätte ich mich besser auf die “Joy of Use”-Recherche gestürzt, aber eigentlich wollte ich eh gleich mal heimfahren. Es kam dann doch anders, weil ich viele coole Dinge zur Wii Remote gefunden habe, die momentan im Labor auf den Einsatz am PC wartet. Zum einen gibt es hier das WiinRemote-Programm, wodurch sowohl der Neigungssensor als auch theoretisch die Infrarotsignale abgefangen und auf den Mauscursor übertragen werden können. Dadurch ist es also möglich, Windows mit der Wii Remote zu steuern, zudem kann man die verschiedenen Tasten und Steuerkreuze sogar des Nunchuks auf Tastaturkombination legen. Die Möglichkeiten sind bei diesem Programm dann aber doch eingeschränkt als bei GlovePIE. Auf dieses Tool hätte ich sowieso schon längst kommen müssen, da es angeblich auch eine Verbindung zu unserem 5DT Datenhandschuh herstellen kann. Wie dann genau dessen Sensoren auf die Windows-Umgebung gelegt werden können, gilt es noch heraus zu finden. Aber gerade auf Grund des Entwicklungsstops seitens des Herstellers wäre das gewiss ein cooler Ansatz, den Handschuh auch in Maya einbinden zu können. Immerhin ist er ja auch Wireless und dadurch schön mobil einsetzbar. Kultig ist dann aber auch die Möglichkeit, sowohl Signale der Wii Remote, als auch des Balance Boards per Bluetooth abzufangen und entsprechend auf Windows-Funktionen zu legen. Hierzu schreibt man ziemlich simple Scripts, die einfach den jeweiligen Befehl auf eine Tasten- oder Mauskombination legen. Geniale Sache, der wir unbedingt nachgehen müssen. Hier ist also deutlich mehr als nur Headtracking möglich, wofür wie die Fernbedienung in erster Linie organisierten.

Vor Jahr und Tag..

 
 

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