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Wanderung ins Maggia-Tal

3. Oktober 2008, 53 Mal gelesen.
 

Wandern LagoUm halb acht fanden wir uns bereits zum Frühstück ein und langten mal ordentlich zu, um für den Tag gestärkt zu sein. Etwa eine Stunde hatten wir dazu Zeit, ehe wir dann mit drei Autos ins Maggia-Tal fuhren bzw. fahren wollten. Denn Paul sorgte gleich schon mal für ordentlich Action: sein Auto streikte und wollte nicht mehr wirklich Gas geben. Zuerst hofften wir mal, dass sich die Sache von selbst erledigt, wenn man die Karre mal ne Weile rollen lässt, doch das war wohl zu optimistisch. Das Auto musste diretissimo in eine Werkstätte und da war sie auch schon.. allerdings die falsche. Tja, bei den heutigen Karren kann man sich das Zeugs nur vom Fachhändler ansehen lassen, da nur der den entsprechenden Computer hat, um die Karre zu checken. Der Bursche schickte uns also zur nächsten VW-Stätte etwa 6 Kilometer weiter. Also packte Christoph sein Abschleppseil aus und zog den VW hinter sich her. Das war ne recht mühsame Sache, da die Insassen des hinteren Fahrzeugs recht nervös unterwegs waren und wohl zu viert auf dem Bremspedal standen. Also schneckten wir ne Weile so dahin, bis kurz Hoffnung aufkam, dass nun alles wieder funktioniert. Aber war wohl nichts, also blieb nur noch eine Lösung: VW-Notruf und warten, bis man die Karre abholt und richtet. Da dies aber doch deutlich zu lange dauern würde, ließen wir Paul mit seinem Auto zurück, luden den Rest der Meute in die anderen beiden Autos um und fuhren dann halt zu zehnt weiter. Kurzfristig bangten wir noch um unseren Bus, der kurz nach 10:00 Uhr losfahren sollte – letztlich erreichten wir ihn aber völlig problemlos. Ja, Zeitpuffer hatten wir also genug, wenn man bedenkt, wie viel Zeit mit dem Auto schon drauf gegangen ist ;) Der nächste Bus wäre dann erst drei Stunden später gekommen und hätte die Pläne doch ziemlich durcheinander gebracht. Nun schitteten wir mit dem Postbus wild in der Gegend rum, bis wir dann endlich mal am Ziel waren.

Kaum waren wir 5 Minuten unterwegs, musste auch schon die erste Kirche besichtigt werden. Tja, kein Wunder eigentlich, dass wir Jungs die letzten Jahre nicht mehr mit in den Urlaub gegangen sind ;) Gott sei Dank blieb es aber bei diesem einen Ausrutscher, für den Rest des Tages wollten einfach keine Kirchen mehr auftauchen (mit einer Ausnahme, die aber die meisten boykottierten..). Nun liefen wir also den Weg durch das Tal zurück, wobei es meistens leicht abwärts ging. Es war also eine wirklich gemütlich, aber total schöne Wanderung. Das einzige Problem war das maue Wetter. So hat es doch glatt begonnen zu regnen. Gott sei Dank verlief der Großteil des Weges im Wald, sodass wir nicht wirklich nass wurden. Als es dann aber so richtig runter krachte, fanden wir in einer Osteria Unterschlupf. Die Omi dort hat uns fein den offenen Kamin angeheizt und uns mit Wein und einer ausgiebigen Jausenplatte verwöhnt. Wir blieben dort in dem gemütlichen Räumchen bis der Regen nachgelassen hat. De facto kam sogar mal die Sonne kurz raus, allerdings wurde es doch nie wirklich schön. Der Weg würde sich jedenfalls durchaus auch im Sommer für eine schöne Wanderung eignen, da man doch meist im Schatten unterwegs ist. Aber auch für uns hatten die Bäume einen feinen Effekt. Über Stock und Stein ging es dann an verschiedenen alten Häuschen mitten im Nichts vorbei, bis wir dann bei unserer zweiten Jausenstation angelangt sind. Der Reiseführer hatte von der Osteria dort geschwärmt, dummerweise hatte sie aber wegen Renovierung geschlossen. Naja, Gott sei Dank bekamen wir zuvor ja genug ab ;) Am Fluss entlang ging’s dann das letzte Drittel retour zum Auto, wo wir um halb fünf ankamen.

Auf der Heimfahrt machten wir noch kurz bei einem Coop Halt, um für die morgige Wanderung einiges an Getränken und Obst zu organisieren. Nach der Dusche im Hotel kam dann glatt noch unser Special Guest, an den wir irgendwie schon gar nicht mehr geglaubt hatten: Andi Wehinger. Ursprünglich wollte er ja gleich heute Morgen nachkommen, um bei der Wanderung dabei zu sein – diesen Plan hat ihm sein Nachtdienst allerdings vereitelt. Nun kam er aber nach einer Mütze Schlaf doch noch zu uns an den Lago, was uns natürlich sehr gefreut hat – immerhin musste ein klassischer Viererjass einfach zwingend sein ;) Wir gingen dann bald mal in den Speisesaal, wo auch bald schon das Halbpensionsmenü serviert wurde. Besonders amüsant war die Wahl der zweiten Vorspeise: Gemüsecremesuppe oder Ananassaft. Hallo? Wer bitte kommt auf die Idee, einen Saft nach dem Salat zu servieren? Und wer kommt auf die Idee, das auch noch zu bestellen? Christoph und ich amüsierten uns köstlich, bis dann tatsächlich 3 Säfte an den Tisch der Eltern serviert wurden – ab dem Zeitpunkt waren wir nachdenklich gestimmt… Nun, das Essen war absolut in Ordnung, mein überbackenes Crepe hatte richtig Stil. Bei der Wahl der Nachspeise tat ich mir dann sogar richtig schwer, letztlich orderte ich dann aber doch das Eis mit Schokoladesauce und Bananen.

Wir warteten dann nicht mehr allzu lange und packten schließlich die Jasskarten aus. Das Assenlegen bestimmte, dass ich mit Thomas spielen durfte. Wir legten zuerst mal einen Kreuzjass “zur Probe” hin. So genau weiß eigentlich keiner, warum wir den nur als Aufwärmrunde deklarierten, aber naja. Wir zwei haben das gute Stück jedenfalls souverän für uns entschieden, da gab es kein Rütteln. Anschließend gaben wir uns eine Partie Chicago-Jass um einen “Prosecco Bellavista”. Dieses Getränk hatten wir gestern an der Bar erspäht, zu einem feinen Preis von 11 Franken. Nun, der Chicago-Jass ist eine ganz witzige Sache, die eigentlich einiges Taktieren, aber natürlich auch das nötige Glück erfordert. Wie läuft das? Man spielt in zwei Teams, der Spieler links vom Geber darf als Erster ansagen, kann aber auch seinem Gegner schieben, dieser darf erneut schieben, bis es dann beim Geber landet, der schließlich eine Ansage machen muss. Der Trick dabei liegt darin, dass verschiedene Ansagen verschieden große Multiplikatoren mit sich bringen. So zählen beispielsweise die normalen Farben 1-4fach so viele Punkte, während man für Geiß, Bock und Slalom die Punkte mal 5, 6 oder 9 nimmt. Dann gibt es noch zwei freie Wahlmöglichkeiten, bei denen die Punkte Mal 7 und 8 genommen werden. Hat man also beispielsweise ein Laub-Matsch auf der Hand und darf Trumpf ansagen, wählt man diese Farbe unter dem 8fach-Multiplikator, da man so natürlich bombastisch viele Punkte machen kann. Nun ist es halt immer ein Abwägen, ob man eher früh diverse Ansagen angehen soll, um später nicht unter Zugzwang zu geraten, oder doch zu Beginn erst Mal alles zum Gegner schiebt, damit der aus der Not heraus eine eventuell schlechte Ansage machen muss. Thomas und ich entschieden uns eher für erste Taktik und versuchten von Beginn an, viele Spiele anzusagen, was aber leider nur mäßig erfolgreich war. Letztlich hatten wir nicht in einer einzigen Ansage mehr Punkte als unsere Gegner und so ging der Sekt ganz klar an Andi und Christoph. Wir düsten also zur Bar hinaus und wurden gleich mehrfach enttäuscht. Erstens war es höllisch kalt, zweitens war unser “Lieblingskellner” dort und drittens war der Prosecco einfach nur ein mieser, überteuerter Scherz. Das Bellavista dahinter hatte rein gar nichts zu bedeuten, da kam kein Likör, kein Sirup, einfach nichts mehr dazu – es blieb beim lausigen Prosecco. Tja. Die beiden genossen ihn trotzdem ;) Wir konnten das so natürlich auch nicht belassen und forderten eine Revanche. Die hab ich dann mit Thomas in letzter Sekunde durch ein Matsch gewonnen und so konnten wir uns auf einen Sekt zum morgigen Frühstück freuen ;)

Vor Jahr und Tag..

 
 

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