Home Theater PC
Nach längerem Hin und Her und einigen Recherchen zum Thema NAS, Mediaserver und Co habe ich nun eine Entscheidung getroffen: ich bestelle mir einen Mini-PC, der dann als Medienserver und NAS fungieren wird. Über die Sinnhaftigkeit eines solchen Geräts lässt sich durchaus streiten, zumal ich ja sowohl PC als auch PS3 im Wohnzimmer stehen habe. Tatsächlich funktioniert das Streamen von Medieninhalten auf die PS3 wunderbar. Sowohl Filme als auch Fotos und Musik können problemlos über die PS3 abgespielt werden. Das User Interface ist dabei gar nicht mal so schlecht und va. schön schnell. Aber so das richtige Feeling kommt damit halt auch nicht auf
Das eigentliche Problem ist aber Folgendes: ich bekomme im kommenden Monat ja endlich mal eine Internet Flatrate, die ich schließlich dazu nutzen möchte, mir einen eigenen FTP-Server einzurichten und va. Musikdaten so freizugeben, dass ich vom Büro und Labor aus jederzeit drauf zugreifen kann. Das erfordert also ein Gerät, das rund um die Uhr eingeschaltet ist und die entsprechenden Dienste anbietet. Diverse Netzlaufwerke würden diese Anforderungen auch tatsächlich erfüllen. Allerdings kostet dann solch ein Ding auch 200 Euro. Für den Medien-PC bezahle ich jetzt nicht ganz das Doppelte und ob sich diese Mehrausgaben dann wirklich rentieren werde ich dann noch sehen. Jedenfalls bin ich so deutlich flexibler. Ich kann jedes beliebige Betriebssystem installieren, alle Tools und möglichen Codecs nutzen und brauche auch kein weiteres Gerät dafür einzuschalten. Vor allem kann ich ganz problemlos Squeezecenter laufen lassen, auf das ich dann via Pronto Fernbedienung zugreife. Es haut nämlich nicht hin, jedes Mal den Beamer oder Monitor anzuwerfen, um die Musik auszuwählen. Ein weiterer Vorteil des HTPCs ist, dass ich beispielsweise Tools wie DVD Profiler mal intensiver einsetzen kann und auch in der Wahl der Frontends völlig frei bin. XMBC und Co warten schon auf mich
Zu guter letzt kann man den HTPC ja auch als kleine Konsole ansehen….
Nun ist der Bereich von Heimkino-PCs ein ganz neuer für mich. Allgemein habe ich mich mit PC-Hardware seit meinem letzten Einkauf nicht mehr beschäftigt. Wenn man sich hier ständig auf dem Laufenden halten möchte, muss man echt viel Zeit investieren, und das ist es mir nicht wert. Zum Arbeiten hab ich ja noch meinen „alten“ PC, mit dem ich soweit großteils zufrieden bin. Beim Abspielen von Musik hat er zwar manchmal seine Probleme, aber ansonsten schnurrt das Ding wie ein Kätzchen. Die Wasserkühlung gluckst auch fröhlich vor sich hin und sorgt für feinste Temperaturen trotz Overclocking. Wobei ich klar sagen muss, dass ich mir den Scheiß nie mehr antun würde. Es hat zwar schon Spaß gemacht, die Schläuche zu verlegen und zu sehen, dass ich so was doch auch selbst installieren kann. Aber vom Konzept her ist ne Wasserkühlung echt nur für Hardcore-Freaks. Denn eigentlich ist die Sache einfach viel zu teuer. Und der Trick ist ja, dass im Endeffekt bei mir sogar mehr Lüfter laufen als bei einer normalen Luftkühlung. Auch das Case würde ich nie mehr kaufen, war es doch viel zu teuer und ist es auch deutlich zu unflexibel. Zudem war das angeblich zukunftssichere Layout (Thema Dual-Format) eine ziemliche Farce. ATX ist ja weiterhin das vorherrschende Format. Wer es gerne etwas kleiner mag, hat auch noch die Wahl eines Mikro-ATX Mainboards und – jetzt kommt es – für die richtig kleinen Babies gibt es den ITX-Standard. Hier gibt es nur wenige Boards, die aber allesamt für den Einsatz als HTPC ausgelegt sind. Die Grafikkarte ist gleich onboard und bietet teilweise sogar nur HDMI-Ausgang. Beim Sound wurde auch auf Dolby gesetzt, wobei hier bei entsprechend gutem Verstärker ohnehin nur der digitale Ausgang genutzt werden sollte. Die Boards bieten allesamt den Sockel 775, den sogar ich auf meinem alten Mainboard verbaut habe. Immerhin wurde also hier mal ein wenig auf Konsistenz Wert gelegt
Bei der Wahl des Prozessors ist man relativ frei, wobei der Fokus klar auf Intel liegt.
Bei den Gehäusen sieht die Lage ähnlich aus: die Wahl von reinen ITX-Gehäusen ist ziemlich beschränkt. Die richtigen schönen Teile, die wirklich eher wie eine AV-Komponente aussehen, bauen eigentlich alle auf ein normales ATX-Board. Ich habe kurzzeitig mit dieser Variante geliebäugelt, entschied mich dann aber doch für das kleinste Format. Das gewählte PNL-TEC Gehäuse ist zwar kein großer Hingucker, müsste sich aber neben der Wii ganz gut machen. Am längsten gefackelt habe ich beim Motherboard. Hier kam neben dem aktuellen Intel DG45FC noch ein Modell von Zortac in die engere Auswahl. Letzteres scheint klar besser und unproblematischer zu sein, allerdings hatte ich hier ein ganz entscheidendes Problem. Zwei, drei Anbieter hatten ein spezielles Bundle im Angebot: So gab es praktisch zum Intel Quadcore Prozessor Q8200s das Intel-Board im Wert von über 100 Euro gratis dazu. Irgendwie konnte ich dann an diesem genialen Angebot nicht vorbei. Ein 2.3 Ghz Quadcore, der mit seiner geringen Leistungsaufnahme und somit Wärmeentwicklung extra auf HTPCs ausgerichtet ist, inklusive passendem Board für läppische 200 Euro. Ich habe mir dann noch eine solide 1,5 Terabyte Festplatte dazu gepackt und um 3:00 nachts die Bestellung über gesamt 370€ abgeschickt. Nächste Woche sollten die Komponenten bei mir eintrudeln. Ich bin gespannt, ob ich an alles gedacht habe und ich dann ein funktionsfähiges Gerät daheim stehen hab. Arbeitsspeicher nehm ich vorerst übrigens mal aus meiner aktuellen Kiste. Bei den dortigen 4GB kann ich ja vielleicht einen einzelnen Baustein vorübergehend entbehren
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- Datum: 3. Juni 2009
- Kategorie: Medien, Offlinemedien
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