WordPress: Permalinks-Wahn
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Na, das war vielleicht ein K(r)ampf – und das alles nur wegen einer dezenten kosmetischen Operation bei meinem Blog. Permalinks sind die URL-Schnipsel, die auf die einzelnen Beiträge innerhalb der Datenbank zugreifen. Das Konzept wäre denkbar einfach: Jeder Post hat eine ID, auf die standardmäßig direkt per ?p=ID zugegriffen wird. Die Adresse wird dadurch zwar recht kurz, aber auch sehr nichtssagend und hässlich. Also gibt es in den Voreinstellungen die Möglichkeit, diese URLS zu verschönern. Dabei werden etliche Platzhalter für Datum, Postname, Kategorie, etc. angeboten, die man beliebig miteinander kombinieren kann. Viele Blogs nutzen beispielsweise die Aufteilung in Kategorien, weshalb die gängige Permalink-Zuweisung so aussieht: %category%/%postname%. Wäre also durchaus auch für mich eine Möglichkeit, allerdings ist das ja doch so ne Sache bei meinem Blog. Sobald mein Umzug auf WordPress fertig ist, sollte ja wieder täglich ein neuer Beitrag erscheinen, der dann teils nicht mal wirklich relevante Information beinhaltet, sondern eben als Art Tagebucheintrag für sich alleine steht. Das Datum ist also wichtiger Bestandteil meines Blogs und so habe ich beschlossen, meine URLs folgendermaßen festzulegen: Tag.Monat.Jahr/Postname.htm. Keine große Hexerei an und für sich, da man einfach die Platzhalter hernimmt und ins WordPress-Interface reintippselt. So zumindest die Theorie. Ich habe natürlich stunden- und sogar nächtelang mit dem Scheiß rumgekämpft, da es einfach nicht funktionieren wollte. Der erste Schritt in Richtung “nice URLs” war das Erstellen einer .htaccess-Datei im Root des Blogs, die unbedingt beschreibbar sein muss. Im FTP-Programm hat man hier also per CHMOD den Wert 777 einzustellen, während sonst bei Dateien eigentlich 644 optimal wäre, damit nicht jeder Schreibrechte hat. Soweit, sogut – WordPress hat nun seine schönen Scripts dort abgelegt und das sollte es gewesen sein. Leider funktionierte immer noch nichts und selbst eine massive Recherche im Internet führte zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Ich musste mich dann also doch mal kleinlaut an meinen Serverhost wenden, der dann auch tatsächlich das Problem in wenigen Minuten lösen konnte. Serverseitig ist es glatt notwendig, zusätzliche PHP-Rechte zu vergeben, damit dann die Permalinks auch funktionieren. Soweit konnte ich das noch in keiner Dokumentation so finden – also, falls jemand vor einem ähnlichen Problem stehen sollte: sprecht mit eurem Webserver-Verantwortlichen und lasst euch alle möglichen Rechte geben
Dann hat es auch tatsächlich wunderbar so getan wie es sollte.
Die Umleitung auf schönere Webadressen hat nun aber einen negativen Beigeschmack: die Suchmaschinen haben unter Umständen schon die alten URLs gecrawlt und gespeichert. Das bedeutet, dass nun eine Menge toter Links herumschwirren und man sich zusätzlich drum kümmern muss, dass die neuen URLs schön sauber in den Index aufgenommen werden. Zum Thema Suchmaschinen-Optimierung und Co schreibe ich eine eigene Post, daher möchte ich nur noch kurz drauf eingehen, wie nun die Weiterleitung funktioniert: Man muss nicht allzulange suchen, um einige Plugins für WordPress zu finden, die genau das bewerktstelligen, was man möchte: eine permanente Umleitung der URLs mit der Meldung an die Suchmaschine, dass die alte Adresse nicht mehr gültig ist. Von Dean’s Permalinks Migration über Joost’s Redirect Plugin bis hin zum Plugin von Scott Yang wird da einiges im Web bereit gestellt, was großteils auch vor etlichen Jahren programmiert und in manchen Fällen auch vor nicht allzu langer Zeit aktualisiert wurde. Joost schreib in seinem Blog, dass die Umleitung inzwischen eh von WordPress selbst übernommen wird, davon konnte ich aber leider nichts merken. Möglicherweise war ich auch zu ungeduldig und der Mechnismus griff noch nicht wirklich. Jedenfalls hatte ich das Bedürfnis zu einem Plugin zu greifen und testete gleich mal. Das sehr simple und kurze Script von Dean war mir sehr sympathisch, da es durch seine Simplizität kaum in das Geschehen eingriff, allerdings schien es nicht auf Anhieb zu funktionieren. Das Verhalten war echt sehr sonderbar. Abwechselnd mit der erneuten Umstellung und Speicherung in den WordPressoptionen war das Umleiten mal aktiv, dann wieder nicht. Vielleicht kam das Plugin hier wirklich mit dem internen System in die Quere. Aber ein Deaktivieren hatte zur Folge, dass beim Klick auf ein Suchergebnis in Google nur die 404-Seite angezeigt wurde. Also wieder einschalten und hoffen. Kurz funzt es, dann plötzlich nicht mehr. Na gut, dann schalt ich halt wieder Scott’s Plugin ein – das hatte ich schon mal erfolgreich am Laufen, zeigt aber leider ein massives Fehlverhalten: bei speziellen Aktionen leitet das Plugin falsch weiter und man kann zB das Guestbook-Plugin nicht mehr nutzen. So macht das Tool zwar generell was es soll, aber eben leider auch noch ein paar Sachen, von denen es eigentlich die Finger lassen sollte. In den Optionen kann man nun zwar einstellen, dass gewisse Seiten unangetastet bleiben sollen, doch das hat bei mir auch nichts geholfen. Das schöne Gästebuch, über das ich auch später noch mehr Worte verlieren werde, war mit dem Permalink Redirect schlichtweg nicht kompatibel. So musste ich also noch massiv weitersuchen und meine Hartnäckigkeit wurde auch glatt belohnt: Advanced Permalinks. Die Urbangiraffe hat hier ein Plugin geschaffen, das völlig problemlos von der ersten Sekunde an funktioniert und dabei noch die geniale Möglichkeit bietet, mehrere Redirects zu installieren. Da ich im Laufe meiner WordPress-Karriere schon verschiedene Permalinks im Einsatz hatte, die dann vonden Suchmaschinen teilweise auch aufgeschnappt wurden, bin ich froh, dass ich sowohl die alte ?p=n-Variante als auch die neuesten URLs, die eigentlich passen, aber kein .htm hinten dran haben nun sauber und permanent umleiten kann. Konflikte mit anderen Plugins gibt es soweit auch keine und daher kann ich dieses Plugin uneingeschränkt empfehlen, wenn jemand Umleitungsprobleme zu den aktuellen URLs seines WordPress-Blogs hat.
Vor Jahr und Tag..
- Datum: 2. Februar 2008
- Kategorie: Medien, Onlinemedien
- Wortanzahl: 902 Wörter
Hatte das selbe Problem, nur mir ist dank deines Artikels langes suchen und probieren erspart geblieben! DANKE!