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Extreme Unterricht und Kursabend

1. Oktober 2007, 84 Mal gelesen.
 

Das war heute ein ziemlicher Brocken. Musste auch wieder mal zur Abwechslung um 7:44 nach Dornbirn fahren. Im Zug traf ich Gudrun, mit der ich vor ewiger Zeit mal in die Klasse gegangen bin. Ich hatte sie ja schon öfters getroffen, peinlicherweise dauerte es bei mir aber länger, bis ich’s realisiert hab, wer sie ist. Heute setzte ich mich aber zu ihr und wir plauderten die ganze Zugfahrt über Arbeit und Co. Sehr amüsant, dass man sich nach 15 Jahren einfach wieder so trifft. Gestern hab ich auch Anja vom Volleyball getroffen, die ich ebenfalls ewig nicht mehr gesehen hab. Und als Krönung der Bizarrität wohnen beide recht in der Nähe in Tisis ;) War also eine ganz nette Fahrt, ich spazierte dann zur FH und musste mich eh bald im Vorlesungssaal einfinden. Dort startete nämlich um 9:00 der Kickoff für die Ateliers im fünften Semester. Im Prinzip sollten alle Ateliers unter dem gleichen Motto stehen, nämlich Analphabetismus. De facto gibt’s ein konkretes Projekt namens ABC fit, das sich quasi im Auftrag von Land und ORF nur mit diesem Thema beschäftigt. Die anderen Angebote sollten sich thematisch anlehnen, daher wurden quasi alle Ateliers zusammen heute präsentiert. Zuerst erfuhren wir einiges über den funktionalen Analphabeitsmus, wovon angeblich 10% der gebürtigen Vorarlberger betroffen sind. Finde ich ne extrem hohe Zahl, die ich nicht so ganz glauben konnte. Jedoch liegt das auch am Verständnis der Bezeichnung. Denn mit “funktional” ist nicht unbedingt gemeint, dass man nicht lesen kann, sondern auch, dass man keine Zusammenhänge erfassen oder nicht vernünftig logisch denken kann. Beispielsweise das Ausrechnen des Preises für 5 m2 Teppich, wenn der Preis für 1 m2 angegeben ist. Okay, das kann ich mir ja noch eher vorstellen. So richtige Schreibunfähigkeit hab ich bisher nur ein einziges Mal erlebt. Nämlich als ich bei der Post jemandem die Pension auszahlen musste, und diese Person keinen Schimmer hatte, was und wo sie unterschreiben sollte und dann erst recht nur 2 Großbuchstaben hinkritzelte. Das war eher heftig. Nun, wie auch immer, dieses Problem existiert auf der ganzen Welt und ist vermutlich gerade in unserer Gesellschaft doch existenzgefährdend. Jetzt ham sich die Gestalter eh schon Logo und Jingle ausgedacht, was dann in diverse Medien übertragen werden soll. Wir mussten unser 3D-Atelier auch vorstellen, wobei ich meine persönliche Vorstellung kurz hielt, da mich doch jeder kennen sollte. Jörg spielte dann einen Film in 3D vor, erzählte sonst was zu den Vorgehensweisen und Anwendungsgebieten des Mediums und kündigte noch ein paar Termine an. Gegen halb eins ging ich dann mit ihm Mittag essen.

Um 13:30 ging’s schon wieder weiter und zwar mit unserem eigenen 3D-Atelier. An und für sich sollten wir 10 Leute sein, wobei zwei davon neu im Semester dabei sind. Anwesend waren halt nur 7 Leute, aber ich hoffe, das ändert sich in Zukunft. Ich war jedenfalls verantwortlich für die Kommunikation unserer Ideen für das Semester und erstellte noch im Blitzverfahren eine Powerpoint-Folie, die ich vorstellte. In der Gruppe sind nun drei Jungs, die bei mir schon in der TLV waren und vier Mädchen, mit denen ich eigtl. nur im dritten Semester zu tun hatte. Umso erfreulicher eigentlich, dass sich wirklich so viele für unser Angebot gefunden haben und das Atelier zustande gekommen ist. Ein wenig enttäuscht bin, dass doch drei Leute, auf dich ich gezählt hatte, 3D den Rücken zugewandt hatten. Mach mir hier schon Gedanken, woran das liegt, tippe aber einfach mal auf den Arbeitsaufwand und solche Dinge ;) Ich musste leider gleich mal abhauen, was ziemlich unpassend war – aber es nützte nichts. Joerg und Megi interviewten dann die Studenten noch über ihre Vorhaben und insbesondere Bachelorpläne. Bin gespannt, wie viele Arbeite wir nächstes Semester zu betreuen haben. Um 14:00 startete bei mir jedenfalls der 3D-Unterricht für das dritte Semester. Ein klein wenig ging die heutige Einheit schon in die Hose, was mich dann ziemlich ärgerte. Denn ich hatte letztes Mal schon das Gefühl, dass beim Texturieren die Sache für viele doch zu sehr ins Technische abweicht. Jedenfalls bekomm ich scho immer ein paar Seufzer mit, wie kompliziert das Ganze wäre und so. Und Recht haben sie. Ich hatte anfangs ja auch nur bedingt Gefallen an der Sache gefunden. Es ist halt so viel Fehlerpotenzial in jedem einzelnen Schritt enthalten. Und heute wurde die Arbeit auch ziemlich komplex und verwirrend. Ich wollte mein animiertes Pferd in das von den Studs erstellte Schachbrett integrieren. Und dabei auf Bones, Constraints und Deformer eingehen. Natürlich nur zum Zeigen und Ausprobieren, nicht, dass sie das dann können müssten. Doch alleine das Positionieren und Skalieren stellte eine Herausforderung dar und nahm einfach viel zu viel Zeit unnötig weg. Ich beschleunigte die unwichtigen Dinge dann eh, aber irgendwie zu spät. Wir animierten dann noch zwei Figuren auf recht simple Weise und warfen noch einen kurzen Blick auf den Graph Editor. Viel weiter kam ich leider nicht.

Direkt nach der Arbeit holte ich mir in der Feldkircher Neustadt noch einen Dürüm. Exzellent kann ich nur sagen, va. mit der geilen Curry-Sauce, die ich aber natürlich gleich heftig gepatzt hab. Lecker hat das ausgesehen und gerochen. Tja. Ich musste dann direkt zum BBS, wo wieder der Premiere Kurs stattfinden sollte. Die Teilnehmer waren wieder mal alle überpünktlich, was aber auch nicht so schlecht war, da sich die Arbeit nachher auf Grund eines Installationsproblems stark verzögerte. Ich musste drei PCs austauschen und jeweil die Dateien hin und her schieben, was eher nervig war. Dafür hat nachher wieder alles funktioniert. Während meiner Montage ließ ich die Teilnehmer nach Musik schneiden. Sie sollten Clipmarker setzen und danach schnitten wir eine Fotogalerie nach dieser Musik. Hat nicht bei allen super geklappt, aber das Konzept konnte ich mal anbringen. Danach kam kurz der Klassiker: Ausschneiden mit Ctrl-Taste, Einfügen mit Alt-Tast. Hä? Tja, völlig bescheuertes Verhalten von Premiere, aber kann man nichts dagegen machen :( Nach dieser Schneiderei gönnten wir uns mal ne längere Pause, in der ich mich mit den TeilnemerInnen über fachliche Fragen unterhielt. Danach ging’s ans Keyframing. Interessant, dass wir das doch recht lange durchgehen mussten, damit man’s halbwegs verstanden hat. Wir machten jedenfalls eine kurze Fotoshow mit Zwischenüberblendungen und Bewegung in den Bildern. Wie so oft löste dieses Feature schon Bewunderung für die Software aus, dabei gab es halt schon auch ein paar frustige Erlebnisse, da ja recht schnell Fehler passieren können. Wir nahmen uns jedenfalls sehr viel Zeit für das Ganze und setzten das Keyframe-Konzept auch noch an einem normalen Videofilter um. Unschärfe-Effekt am Ende des Films kommt meiner Meinung nach recht gut. Kurz nach zehn hörten wir dann auf und ich strampelte nach Tisis hoch.

Vor Jahr und Tag..

 
 

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